VfB-Kapitän bricht Lanze für seinen Freund und Kollegen

Gentner würde auf Gomez wetten

Christian Gentner (r.) mit Mario Gomez

Weggefährten und Freunde: Christian Gentner (r.) mit Mario Gomez. imago images

Gemeinsam spielten sie einst schon im Nachwuchs des VfB Stuttgart, gemeinsam wurden sie u. a. in der Jugend und bei den Profis Deutscher Meister. Jetzt wollen Gentner und Gomez den Abstieg verhindern. Zwei Weggefährten, Kollegen sowieso und Freunde noch viel mehr, die mit 33 so langsam in die Jahre gekommen sind und dadurch zwangsläufig auch mal um ihren Status kämpfen müssen. Das erlebte Gentner, das erlebt Gomez, dem sein Kumpel jetzt zur Seite springt.

"Auch die Spieler, die zuletzt nicht so viel gespielt haben, können in der Relegation eine ganz wichtige Rolle spielen", erklärt der Mittelfeldspieler. "Zum Beispiel Chadrac (Akolo, Anm. d. Red.), der es zuletzt sehr gut gemacht hat. Oder Mario, über den man diskutiert hat, ob man ihn noch braucht."

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Relegation? "Wir sollten sehr, sehr dankbar"

Ein Gedanke, den Gentner komplett absurd findet, auch wenn Gomez von den Trainern Markus Weinzierl und jetzt Nico Willig mangels Tempo und Leistung in die zweite Reihe gestellt wurde. Der VfB-Kapitän glaubt an das vermeintliche Können des Stürmers. "Ich darf nicht wetten. Aber wenn ich es dürfte, dann würde ich viel Geld darauf setzen, dass er eine wichtige Rolle spielt." In der anstehenden Relegation gegen den Dritten der 2. Liga, gegen den es am kommenden Donnerstag und am darauffolgenden Montag ums Dasein in der Erstklassigkeit geht.

Es sind Überstunden, die kein Profi gerne schiebt, die die Stuttgarter aber dankbar annehmen. "Wir haben uns nicht vorgestellt, durch die Relegation zu müssen", sagt Gentner zum eigentliche Saisonziel. "Aber wir sollten froh sein, dass es diesen Weg gibt." Demut ist angebracht. "Am Ende sind es 28 Punkte geworden. Wir sollten sehr, sehr dankbar und froh sein, dass wir noch die Möglichkeit haben, über die Relegation die Liga zu halten."

Abschied vorm eigenen Publikum? "Zumindest ist nichts mit mir abgesprochen"

Das 0:0 auf Schalke sei nicht gerade berauschend gewesen, habe aber seinen Sinn erfüllt. "Mit Blick auf die jetzt anstehenden beiden Spiele kann man nicht so viel übertragen", meint Gentner. "Aber es war von Vorteil, dass es in diesem Spiel nicht mehr um alles ging und wir einen Mix finden konnten aus Kräfte schonen und im Rhythmus bleiben. In den Relegationsspielen wird es sicher wesentlich intensiver werden, als das auf Schalke der Fall war."

Dass die Relegation den Schlusspunkt unter seine Zeit beim VfB bedeuten könnte, verneint Gentner mit einem lauten Lachen. Er wisse nichts von irgendwelchen Plänen, wonach er vor heimischem Publikum möglicherweise verabschiedet würde. "Es ist nichts geplant. Zumindest ist nichts mit mir abgesprochen." Sein Vertrag beim VfB läuft aus, seine Zeit als Profi aber nicht. Egal wo. "Ich habe immer betont, dass ich weiter Fußball spielen will. Das ist nach wie vor Fakt. Ich fühle mich zu gut, um aufzuhören."

George Moissidis