Freiburg: Versöhnliches Ende durch 5:1 gegen Nürnberg

Grifo: Eine Liebesbeziehung endet (vorerst) wieder

Vincenzo Grifo

Bewegender Abschied aus Freiburg: Vincenzo Grifo. imago images

Schon bei seiner Auswechslung knapp zehn Minuten vor Ende und direkt nach dem Abpfiff gehörte Grifo die Bühne. Die Freiburger Fans feierten ihren Winter-Rückkehrer mit Standing Ovations, La Ola und Sprechchören. "Grifo, du bist ein Freiburger", hallte es erst durchs Stadion und später beim Fanfest durch die Menge vor der Bühne. Von den SC-Vorständen Jochen Saier (Sport) und Oliver Leki (Finanzen) sowie Präsident Fritz Keller gab es noch auf dem Rasen Blumen und eine große gerahmte Collage von Grifo-Bildern im SC-Dress.

Keiner im Breisgau möchte den Offensivmann wieder ziehen lassen. Aber es wird wohl auch keinem gelingen, mal eben das Vertragswerk des Deutsch-Italieners mit der TSG Hoffenheim für nichtig zu erklären. Dieses besagt, dass Grifo am 1. Juli wieder im Kraichgau zum Dienst antreten muss. Spannend, wie es in seinem dann dritten Anlauf bei der TSG für ihn laufen wird.

SC Freiburg - Die letzten Spiele
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Spielersteckbrief Grifo

Grifo Vincenzo

SC Freiburg - Vereinsdaten

Gründungsdatum

30.05.1904

Vereinsfarben

Rot-Weiß

Der zweite Anlauf beim SC war zumindest ein voller Erfolg - für beide Seiten. Gegen Nürnberg erzielte der Edeltechniker sein sechstes Saisontor für Freiburg, hinzu kommen fünf Assists in 16 Einsätzen seit Januar. Damit hatte Grifo großen Anteil daran, dass das traditionelle Saisonziel Klassenerhalt trotz einer insgesamt durchwachsenen Rückrunde nicht mehr in Gefahr geriet.

Er ist gewissermaßen vom Himmel gefallen. Aber er ist weich gefallen.

Christian Streich über den Transfer im Januar von Vincenzo Grifo

"Ich habe noch nie geilere Fans gesehen", sagte der 26-Jährige und bedankte sich bei "jedem einzelnen Fan, bei jedem im Team und bei jedem Trainer", dass sich sein zweiter Aufenthalt beim Sport-Club auf Anhieb wieder so positiv entwickeln konnte. "Es war gut und wichtig. Er ist gewissermaßen vom Himmel gefallen. Aber er ist weich gefallen", blickte Streich zurück auf die überraschende Transfermöglichkeit Anfang des Jahres.

"Der Vince spielt nächste Saison in Hoffenheim. Punkt."

Seine Persönlichkeit, seine Kritikfähigkeit und die fußballerischen Fähigkeiten machen Grifo laut Streich zu einem besonderen Spieler: "Er ist ein absoluter Teamplayer. Bei solchen Rückholaktionen bin ich normalerweise skeptisch. Bei ihm bin ich aber null skeptisch. Ich habe genau gewusst, dass es funktioniert - wegen seiner Persönlichkeit. Er stellt sich in den Dienst der Mannschaft." Der SC-Trainer will sich jedoch keinerlei Hoffnungen hingeben, Grifo doch noch irgendwie halten zu können: "Der Vince spielt nächste Saison in Hoffenheim. Punkt." So endet eine fußballerische Liebesbeziehung zum zweiten Mal. Ob es die endgültige Trennung war? Abwarten.

Welche Rolle spielt Schreuder?

Im Spätsommer könnte es noch einmal spannend werden. Dann hat Grifo einen ersten Eindruck davon, welche Rolle der neue TSG-Trainer Alfred Schreuder für ihn vorsieht. Sollte das überhaupt nicht mit seinen Vorstellungen korrespondieren, könnte es vielleicht nochmal eine Chance für den SC geben. Die Wahrscheinlichkeit für dieses Szenario ist jedoch sehr gering. Denn bei aller Romantik will der italienische Nationalspieler nach seinen durchwachsenen Arbeitsnachweisen in Gladbach und Hoffenheim unbedingt beweisen, dass er sich auch bei einem Klub mit größerer Konkurrenz im Kader durchsetzen kann.

Carsten Schröter-Lorenz

Bilder zur Partie SC Freiburg - 1. FC Nürnberg