Hat sich Belfodil schwerer verletzt?

Baumgartners bittere Lehrstunde

Christoph Baumgartner

Schlüsselmoment: Christoph Baumgartner muss mit Gelb-Rot vom Platz. imago images

Es waren gleich zwei personelle Verluste, die Hoffenheim in Mainz auf die Verliererstraße brachten. Den ersten konnte die TSG zumindest numerisch noch ausgleichen. Dennoch war der Qualitätsverlust nach dem verletzungsbedingten Ausscheiden von Ishak Belfodil unverkennbar. Ein kurioses Ausscheiden. Der 27-Jährige war bei einem Zweikampf mit dem Mainzer Niakhaté ins Trudeln geraten und außerhalb des Spielfeldes unglücklich zu Fall gekommen. Dabei verletzte sich der Franco-Algerier am Außenband des linken Knies und musste kurz darauf vom Platz genommen werden.

Bis dahin hatte Belfodil mit mehreren starken Szenen die TSG-Offensive angekurbelt, war erst nur knapp an Torhüter Zentner gescheitert (9.) und hatte kurz darauf seinen zwölften Rückrundentreffer zum 1:0 erzielt (12.), sein 16. Saisontor, neuer persönlicher Rekord. Dennoch verließ er mental geknickt und schwer humpelnd die Arena in Mainz. Womöglich ist das Außenband schlimmer lädiert, Untersuchungen Anfang der Woche sollen die Schwere der Verletzung klären.

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Baumgartner hat eine großartige Zukunft vor sich

Den zweiten Ausfall vermochten die Kraichgauer dann nicht mehr zu kompensieren. Nach dem zweiten unsinnigen Foulspiel von Christoph Baumgartner sah der übermotivierte Youngster zu Recht Gelb-Rot, der Beginn der Wende in diesem Spiel. "Eine total dämliche Gelb-Rote Karte, da nehme ich auch kein Blatt vor den Mund, das darf dir in der Bundesliga einfach nicht passieren, wenn man spielen will auf dem Niveau, beide Aktionen waren einfach dämlich", kritisierte Trainer Julian Nagelsmann, der das Eigengewächs, das erst in der Vorwoche debütierte, den etablierten Leonardo Bittencourt und Lukas Rupp vorgezogen hatte. "Das ist eine schöne Entwicklungschance für ihn, es ist immer gut, wenn man mal so einen Dämpfer kriegt so früh in der Karriere", erhofft sich Nagelsmann einen schnellen Reife- und Lernprozess bei dem 19-Jährigen.

Schon die erste gelbwürdige Grätsche gegen den Mainzer Kunde war komplett überflüssig, das Nachstochern gegen Torhüter Zentner, der den Ball längst unter Kontrolle hatte, erst recht. "Er ist ein toller Spieler, der eine großartige Zukunft vor sich haben wird", ist sich Nagelsmann dennoch sicher. Wenn Baumgartner diese Kurzschlussaktionen abstellen kann. Auch bei seinem Debüt hatte er sich zeitig mit einem unnötigen Foul Gelb abgeholt. "Ich hätte ihn zur Pause eigentlich runtergeholt, aber wir haben im Trainerteam diskutiert und entschieden, wenn du ihn direkt runterholst, dass zerstörst du vielleicht was bei so einem jungen Spieler", erklärte Nagelsmann, "hinterher ist man immer schlauer. Es ist immer eine Gratwanderung, dann heißt es, der Trainer zerstört einen Nachwuchsspieler. Die beste Alternative wäre gewesen, er hätte es bis zur Pause geschafft."

Von den Kollegen musste sich Baumgartner, der auf jeglichen Kommentar verzichtete, zumindest öffentlich keine Vorwürfe anhören. "Für Baumi tut es mir total leid, er ist ein super Junge und hat eigentlich ein richtig gutes Spiel gemacht", sagte Torhüter Oliver Baumann, "er hat auf jeden Fall das Zeug, viele, viele Bundesligaspiele zu machen, man sieht, dass er ein super Fußballer ist. Leider hat er jetzt gemerkt, wie hart der Fußball sein kann."

Michael Pfeifer