Bremens Trainer zieht Bilanz

Kohfeldt: "Das Ziel war nur ganz selten Belastung"

Er ist alles andere als unzufrieden mit seiner ersten vollen Saison als Werder-Coach: Florian Kohfeldt.

Er ist alles andere als unzufrieden mit seiner ersten vollen Saison als Werder-Coach: Florian Kohfeldt. imago images

... Claudio Pizarro, der seinen Vertrag in Bremen noch einmal verlängert hat: "Es bleibt dabei: Er kann ein Spiel verändern. Mit ihm weiterzumachen, war eine rationale sportliche Entscheidung. Das ist das größte Kompliment, das man ihm machen kann. Es war keine Romantik. Es ging um die Überlegung, ob er - so wie am Samstag - auch im nächsten Jahr Impulse in unser Spiel bringen kann. Auf dem Platz, aber auch daneben. Wir, Frank Baumann und ich, haben das klar bejaht. Claudio hatte auch die Bereitschaft. Deshalb freuen wir uns, dass er noch ein Jahr spielt."

... das Saisonfinale gegen Leipzig: "Es war nochmal ein Tag, der für ganz vieles stand, was uns in dieser Saison ausgemacht hat."

die letzten 10 Spiele - Werder Bremen
Karlsruhe (H)
0
:
3
WSG Tirol (H)
1
:
0
VfL Oldenburg (A)
1
:
7
SC BW Papenburg (A)
1
:
4
Leipzig (H)
2
:
1
Hoffenheim (A)
0
:
1
Dortmund (H)
2
:
2
Düsseldorf (A)
4
:
1
Bayern (H)
2
:
3
Bayern (A)
1
:
0
alle Termine
Spielersteckbrief Pizarro
14

Pizarro Claudio

Werder Bremen

Peru

Italien

Spielerprofil
Spielersteckbrief Kruse

Kruse Max

Fenerbahce Istanbul

Deutschland

Spielerprofil
Bundesliga - 34. Spieltag
34. Spieltag
Bundesliga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
78
2
Borussia Dortmund
76
3
RB Leipzig
66
4
Bayer 04 Leverkusen
58
5
Bor. Mönchengladbach
55
6
VfL Wolfsburg
55
7
Eintracht Frankfurt
54
8
Werder Bremen
53
9
TSG Hoffenheim
51
Tabelle Bundesliga

... das Augsburger 1:8 in Wolfsburg: "Sauer auf Augsburg bin ich nicht. Wenn man sich wie wir in diese Situation begibt, dass man von anderen abhängig ist, dann ist es nun mal so. Da werde ich nicht nachtreten, nichts kritisieren. Ich habe das Ergebnis wahrgenommen, natürlich mit etwas Erstaunen über die Höhe. Aber das müssen die Augsburger mit sich selbst ausmachen, da wird von mir nichts kommen."

Er war ein herausragender Spieler in den letzten drei Jahren.

Florian Kohfeldt über Max Kruse

... Max Kruse, der im Sommer Werder verlassen wird: "Er hat sich Applaus verdient. Es ist jetzt auch wirklich der Moment, festzuhalten: Er war ein herausragender Spieler in den letzten drei Jahren. Dafür gebührt ihm Dankbarkeit. Er hat nichts Verbotenes getan. Er hat seinen Vertrag nicht verlängert. Dafür kann ihm keiner wirklich böse sein. Und ich sage ja auch: Das kann eine Chance für uns sein. Ich habe keine Sorge, dass uns das zurückwirft. Denn ich bin sehr sicher, dass uns jetzt kein Spieler mehr verlässt, den wir behalten wollen."

... einen neuen Angriff auf Europa: "Wir werden es halten wie letztes Jahr: Wir werden erst den Kader zusammenstellen - und uns dann wieder ein sehr ambitioniertes aber durchaus auch realistisches Ziel setzen. Was man im Rückblick sagen kann: Dieses Ziel Europa war nur in ganz seltenen Momenten Belastung für uns. Aber in ganz vielen Momenten Ansporn, immer wieder zurückzukommen, nicht aufzuhören. Im Laufe einer Saison gibt es Momente, in denen man vielleicht sagt: Dann heute mal eben nicht. Das ist menschlich. Aber diesen Moment haben wir uns nie gegönnt. Deshalb werden wir auf jeden Fall auch nächstes Jahr wieder ein ambitioniertes Ziel ausgeben."

Das bringe ich dann in Zusammenhang mit der Kaderplanung.

Florian Kohfeldt

... die Saisonanalyse: "Man könnte sich jetzt auf die Suche machen nach den einzelnen Momenten, in denen wir die zwei fehlenden Punkte liegenlassen haben. Aber das bringt uns nicht weiter. Ich muss mich auf die Suche machen nach Dingen, die systematisch nicht so geklappt haben. Es ist wichtig, dass wir unser Spiel immer weiter verbessern. Da gibt es genügend Ansatzpunkte für mich. Wir müssen schauen: Welche Merkmale haben es uns schwieriger gemacht? Wenn der Gegner offen gespielt hat, haben wir oft gut ausgesehen. Wir haben Dortmund im Pokal, in der Liga Leverkusen und jetzt Leipzig geschlagen. Wir haben Hoffenheim geschlagen, auch gegen Wolfsburg vier Punkte geholt. Die Frage ist: Hat das damit zu tun, dass mental gegen diese Mannschaften von oben eine andere Spannung bei uns herrscht? Ich persönlich glaube: Nein. Also liegt es eher an der Art und Weise von Fußball. Das bringe ich dann in Zusammenhang mit der Kaderplanung. Jetzt haben wir Niclas Füllkrug geholt, einen anderen Stürmertypen als wir ihn bislang hatten."

... Verbesserungsmöglichkeiten: "Erlauben Sie mir auch den Satz: 53 Punkte sind schon ein Brett. Wir bewegen uns langsam auf einem Niveau, auf dem wir keine Quantensprünge mehr erwarten dürfen. Aber wir werden trotzdem alles versuchen. Wir werden Standards nochmal in den Mittelpunkt stellen. Das hat etwas mit der Einstellung zu Standards zu tun, aber auch mit Körpergröße. Wir waren nicht die größte Mannschaft in der Saison, hatten keinen Spieler, um den wir bei Standards alles herumbauen konnten. Trotzdem haben wir auch in der abgelaufenen Saison unser Spiel definitiv verbessert: Die offensive Raumbesetzung, mit viel klareren Wegen ins letzte Drittel, mit weniger zufälligen Toren. Und auch wenn es die Anzahl der Gegentore nicht hergibt: Wir haben von der Grundidee deutlich besser verteidigt. Es sind nur zwei Spiele rausgefallen, zu Hause gegen Leverkusen und in Düsseldorf. Das waren dann gleich zehn Gegentore."

... seine erste komplette Spielzeit als Cheftrainer: "Von der Energie her fühlt es sich weiterhin gut an. Ich hatte nicht das Gefühl, dass die Saison jetzt enden müsste, ich hätte noch weitermachen können. Über weite Phasen habe ich wieder viel dazugelernt. Vor allem aber gehe ich mit dem Gefühl aus der Saison, dass es unfassbar viel Spaß macht und ich gerne weitermache."

Aufgezeichnet von Thiemo Müller

14

Bilder zur Partie Werder Bremen - RB Leipzig