Trainer gibt Grünes Licht für Baumgartlingers Einsatz in Berlin

Bosz: "Wenn wir so nah dran sind..."

Peter Bosz

Setzt voll auf Normalität: Peter Bosz. imago images

Passiert nichts mehr Unvorhergesehenes, so wird Peter Bosz in Berlin auf seine bewährte Startelf setzen. Also auch auf Julian Baumgartlinger, der sich gegen Schalke eine Verletzung am kleinen Zeh zugezogen hatte und ausgewechselt werden musste. Am Donnerstag jedoch hat der für die Balance so wichtige Sechser einen ersten Gehversuch in Fußballschuhen in dieser Woche unternommen, der positiv ausfiel. "Baumi hat gestern mittrainiert, hat das ganze Training mitgemacht. Das war gut. Ich glaube, da gibt es keine Probleme", erklärte Leverkusens Trainer am Freitag.

Bayer muss gegenüber Gladbach zwei Tore aufholen

Businesss as usual dürfte es also heißen, wenn es um die Aufstellung geht. Business as usual ist auch das Motto für die Herangehensweise an das Finale in Berlin, bei dem Bayer gegenüber dem Tabellenvierten aus Gladbach zwei Tore aufholen muss. "Für uns wird die Situation nicht viel ändern. Seit ich da bin, habe ich über unsere Spielweise gesprochen. Wir wollen offensiv spielen, nach vorne, attraktiv. Das wollen wir auch morgen gerne, obwohl das Ergebnis sehr, sehr wichtig ist. Doch wir müssen gewinnen. Das wissen wir. Wenn möglich mit mehreren Toren. Unsere Spielweise geht immer nach vorne, Tore schießen - also für uns ändert sich nicht so viel", betont Bosz, der voll auf Normalität setzt.

Auch mit der Frage, wie heiß die Hertha-Profis sind, für die es um nichts mehr geht beim Saisonabschluss, beschäftigt sich Bosz nicht, da es im Vorfeld keine fundierte Antwort geben kann. "Für uns hat das keinen Einfluss, weil ich mich immer auf meine Mannschaft fokussiere. Wir müssen es tun. Wir wollen dominant spielen, den Ball haben. Wenn wir den Ball verlieren, wollen wir ihn gleich weder zurück. Darauf konzentrieren wir uns. Und was bei Hertha passieren kann? Wir können darüber sprechen, aber wir wissen es nicht. Sind die noch motiviert oder nicht? Na klar sind sie das. Das ist für sie ein Heimspiel. Sie sollten motiviert sein. Aber wir wissen es nicht. Also möchte ich nicht darüber nachdenken, sondern über meine Mannschaft."

Szenarien ausblenden und nur auf Sieg spielen

Gleichermaßen misst Bosz auch den Zwischenständen aus den anderen Stadien, speziell aus Gladbach, keine besondere Bedeutung bei. "Wir werden die mitbekommen", sagt der Trainer, "aber wie gesagt: Unsere Strategie ist gewinnen. Und dafür haben wir eine Spielweise, die wir hundertprozentig umsetzen müssen. Ich glaube, die wird nicht davon beeinflusst, was in Gladbach geschieht. Vielleicht nur am Ende. Aber es ist immer gefährlich zu spekulieren, denn Gladbach kann auch in der letzten Minute noch ein Tor machen. Wir können jetzt zehn Szenarien besprechen, was passieren kann. Aber das hat keinen Sinn. Wir müssen uns darauf fokussieren, was wir machen müssen."

Dass seine Mannschaft inzwischen zu einer gewissen Konstanz gefunden hat ("Die müssen wir in die nächste Saison mitnehmen") hat Bosz wohlwollend registriert und sagt: "Ich bin zufrieden, dass wir jetzt über die Möglichkeit reden, dass wir es in die Champions League schaffen können. Als ich hier am 4. Januar angefangen habe, war es noch nicht so, dass wir darüber geredet haben. Jetzt haben wir ein Endspiel." Und dann senkt der Niederländer seine Stimme und fordert mit leiserem, aber eindringlichem Ton: "Und wenn wir so nah dran sind, müssen wir den Willen haben, das auch wirklich zu schaffen."

Druck sieht Bosz positiv

Am Ziel lässt Bosz keine Zweifel. Das Thema Druck sieht er nur positiv. "Druck ist im Fußball immer da. Druck ist, was wir selbst auf die Mannschaft legen. Und wir wollen gewinnen morgen, wir wollen den vierten Platz erreichen. Den Druck machen wir uns selber. Wir stehen vor dem letzten Spiel und können es noch schaffen", erklärt er und setzt darauf, dass seine Profis, die viel Zuversicht ausstrahlen und dem Finale entgegenfiebern, den letzten Schritt auch bedingungslos gehen wollen. Bosz betont: "Da muss man auch Vorfreude haben, aber die richtige Freude hat man nur, wenn man es auch wirklich schafft."

Stephan von Nocks

kicker.tv Hintergrund

Bosz: "Den Druck machen wir uns selber"

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