Wer schafft den Klassenerhalt?

Regionalliga Bayern: Ein Sextett zittert

Bangen um den Klassenerhalt

Ein Sextett zittert: Mit dem FC Augsburg II, Garching, Fürth II, Rosenheim, Pipinsried und Heimstetten befinden sich sechs Teams mitten im Abstiegskampf. imago images

Augsburg und Garching haben es in der eigenen Hand

"Wir brauchen noch einen Punkt, um ganz sicherzugehen", erklärt Augsburgs Trainer Josef Steinberger vor dem Spiel gegen den Tabellennachbarn Aschaffenburg. Mit 38 Punkten und einem Torverhältnis von -7 biegen die bayerischen Schwaben im Abstiegskampf mit der besten Ausgangsposition auf die Zielgerade ein. Die Chancen, den Klassenerhalt auf direktem Wege zu schaffen, sind bei drei Punkten Vorsprung auf Fürth, das den ersten Relegationsplatz innehat, groß. Möglich wurde dies durch die jüngsten Siege gegen Bayreuth (4:1) und Garching (2:0).

Dabei gingen Augsburgs Verantwortliche einen ungewöhnlichen Weg. Trotz akuter Abstiegssorgen - der Klub stand in der Rückrunde an 13 Spieltagen auf einem Abstiegsplatz - setzte Steinberger vor allem auf den eigenen Nachwuchs. Für die entscheidende Saisonphase beförderte Augsburgs Coach einige Talente aus der eigenen U19. Und landete mit Maurice Malone einen Volltreffer: Der 18-jährige Mittelstürmer erzielte in vier Partien vier Treffer. Zudem dürften mit den Rekonvaleszenten Markus Feulner und Kapitän Nicola Della Schiava zwei wichtige Säulen rechtzeitig fit werden.

Maurice Malone

Torjubel: Maurice Malone (mi.) war mit seinen Toren maßgeblich am Augsburger Aufschwung beteiligt. imago images

Mit dem etwas schlechteren Torverhältnis -8, aber der gleichen Punktanzahl (38 Zähler) geht der VfR Garching in den entscheidenden Spieltag. Dennoch findet man bei den Oberbayern eine andere Gemengelage wieder. "Es geht scheinbar nicht unspannend", hadert VfR-Trainer Daniel Weber. Der Plan war ein anderer gewesen: Mit großen Ovationen, aber auch Emotionen sollte Weber, der den Klub nach zwölf erfolgreichen Jahren (Durchmarsch von der Bezirks- bis in die Regionalliga) verlässt, in seinem letzten Heimspiel verabschiedet werden. Doch die 0:2-Heimpleite gegen Augsburg machte dem Garchinger Feierkomitee einen Strich durch die Rechnung. Statt Jubelstürmen steht nun also Zittern bis zum Schluss an. Ein Punkt in Buchbach würde den Münchner Vorstädtern allerdings bereits genügen, um auch in der kommenden Saison in der Regionalliga an den Start zu gehen.

Fürth und Rosenheim: Zwischen Hoffen und Bangen

Für die U23 der SpVgg Greuther Fürth ist vor der Partie gegen die Zweitvertretung des FC Ingolstadt theoretisch noch alles möglich. Soll es mit dem direkten Klassenerhalt klappen, muss das Team von Trainer Petr Ruman auf einen Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Auch deswegen sagt Fürths Coach: "Wir fokussieren uns auf unser Spiel, auf die Dinge, die wir selbst beeinflussen können." Erledigen die Franken ihre Hausaufgaben, ist die Relegation sicher. "Wir brauchen Cleverness und Bedacht", so Ruman. "Wir müssen in jedem Augenblick hellwach sein." Mit den Donaustädtern gastiert der Tabellenachte, der zuletzt Heimstetten 10:0 aus dem Stadion fegte, in Fürth. "Ingolstadt ist ein starker Gegner, der eine richtig gute Saison zeigt. Sie haben eine gute Spielanlage und treten starke Standards", warnt Kleeblatt-Coach Ruman.

Mit 34 Punkten gibt es für den TSV 1860 Rosenheim keine Chance mehr auf den direkten Ligaerhalt. "Ein Sieg ist Pflicht, alles andere zählt auch gar nicht", gibt 1860-Coach Thomas Kasparetti die klare Marschrichtung vor. "Wir werden mutig auftreten, müssen aber bei Bayreuths brandgefährlichen Angreifern aufpassen, dass wir die richtige Balance finden."

Thomas Kasparetti

Gibt die Hoffnung nicht auf: Rosenheims Coach Thomas Kasparetti. imago images

Wenig Hoffnung macht den Rosenheimern ihre Heimbilanz: Mit lediglich drei Siegen und insgesamt 14 Zählern belegt der Klub nach 16 absolvierten Partien den letzten Rang in der Heimtabelle. Doch mit Bayreuth erwartet die Kasparetti-Elf ein Team, dass in der Fremde durchaus seine Probleme hat. Nur eine der letzten sieben Auswärtsaufgaben gestalteten die Oberfranken siegreich. Trotz des enormen Drucks geht der TSV 1860 laut seinem Trainer aber "positiv in das letzte Saisonspiel". "Auch wenn es sich komisch anhört, wir würden uns über die möglichen Relegationsspiele freuen", so Kasparetti gegenüber "FuPa.net".

Pipinsried und Heimstetten: Mit dem Mute der Verzweiflung

In Lauerstellung befinden sich der FC Pipinsried und Heimstetten. Gerade in Pipinsried lebt der Glaube an die späte Rettung. Dazu müssen die Oberbayern in Schweinfurt allerdings unbedingt punkten - und auf einen Ausrutscher der Konkurrenz hoffen. Interessant wird es, wenn der FCP unentschieden spielt und Rosenheim verliert. Dann wären beide Teams punktgleich. Bei Punktgleichheit zählt das bessere Torverhältnis, hier steht die Mannschaft von Spielertrainer Fabian Hürzeler um ein Tor besser da. Die aktuelle Form würde für ein Erfolgserlebnis sprechen: Aus den letzten drei Partien holte der Klub aus dem knapp 600 Einwohnern großen Pfarrdorf zwei Siege und ein Remis.

In Heimstetten stehen die Zeichen dagegen auf direktem Wiederabstieg. In den letzten beiden Begegnungen musste der Aufsteiger zwei empfindliche Niederlagen (0:10 gegen Ingolstadt und 0:2 in Pipinsried) hinnehmen. Insgesamt gingen sechs der letzten neun Pflichtspiele verloren. Mit dem FC Illertissen empfängt der SVH zudem ein Team aus der oberen Tabellenregion (aktuell Rang sechs).

Greift Ingolstadt noch entscheidend ein?

Alle Rechenspiele könnten jedoch ad absurdum geführt werden, sollte der FC Ingolstadt doch noch aus der 2. Bundesliga absteigen. Dann nämlich gibt es neben dem FC Ingolstadt II nur noch einen direkten Absteiger.

tow

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