Sportsenator schlägt Standort für neue Arena vor

Stadiondebatte: Preetz will "den Ball aufnehmen"

Michael Preetz

"Bewegung in eine für den Verein sehr wichtige Thematik": Hertha-Manager Michael Preetz. Getty Images

Berlins Sportsenator Andreas Geisel (SPD) schlug am Donnerstag via Bild-Zeitung den Flughafen Tegel als Standort für Herthas neue Arena vor. Keine neue Idee, aber eine, die der Klub zunächst als Entgegenkommen wertet. "Erst mal freuen wir uns darüber, dass im Senat jetzt offensichtlich angekommen ist, dass es ein unterstützungswürdiges Projekt ist, dass Hertha BSC eine neue Fußballarena bekommt. Zumindest habe ich das so klar wie in dem Statement von Herrn Geisel bisher noch nicht vernommen. Das ordne ich als sehr positiv ein", sagte Preetz.

Ansonsten hielt sich Herthas Manager am Donnerstag in der Sache bedeckt. "Wir werden selbstverständlich diesen Ball aufnehmen und mit dem Senat über diese Option sprechen. Wir sagen aber auch noch mal deutlich, dass wir den Olympiapark für den geeigneteren Standort halten. Aber wir freuen uns, dass Bewegung in diese für den Verein sehr wichtige Thematik kommt", so Preetz.

Bundesliga - 33. Spieltag
33. Spieltag
Bundesliga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
75
2
Borussia Dortmund
73
3
RB Leipzig
66
4
Bor. Mönchengladbach
55
5
Bayer 04 Leverkusen
55
6
Eintracht Frankfurt
54
7
VfL Wolfsburg
52
8
TSG Hoffenheim
51
9
Werder Bremen
50
Tabelle Bundesliga
Vereinsdaten Hertha BSC

Gründungsdatum25.07.1892

Mitglieder36.050

VereinsfarbenBlau-Weiß

Anschrift Hanns-Braun-Straße, Friesenhaus 2
14053 Berlin

Internetwww.herthabsc.de

Vereinsinfo

Die Option Tegel ist nicht unproblematisch

Der Flughafen Tegel wird bereits seit längerer Zeit als möglicher Standort für den von Hertha geplanten Stadionneubau gehandelt. Die Option ist allerdings nicht unproblematisch. Zum einen ist das Schließen des Flughafen Tegel an die Eröffnung des Flughafen Berlin-Brandenburg (BER) gekoppelt. An dessen für den Oktober 2020 angekündigter Inbetriebnahme gibt es allerdings (wieder mal) erhebliche Zweifel. Zudem ist ein Stadionbau in das Nachnutzungskonzept für den Flughafen Tegel im Nordwesten der Hauptstadt bislang wohl nicht eingeplant, auch die Frage der Verkehrsanbindung für die 55.000 Zuschauer fassende neue Arena wäre noch zu klären, und in Teilen der Berliner Politik gibt es Bestrebungen, die Schließung des Airports Tegel noch einmal zu überdenken.

Herthas Zeitplan, bis 2025, wenn der Mietvertrag mit dem landeseigenen Olympiastadion endet, in einer eigenen, reinen Fußballarena zu spielen, wäre bei der Variante Tegel aus all diesen Gründen kaum haltbar. "Bis 2025 lässt sich der Neubau dort (in Tegel, Anm. d. Red.) nicht realisieren, das wäre erst 2027/28 möglich", sagte auch Geisel.

Im Olympiapark wäre Denkmalschutz ein Hindernis

Erst vor zehn Tagen hatte Preetz im kicker-Interview betont, dass Tegel "auch aufgrund dieser Zeitachse und der fehlenden Infrastruktur keine unmittelbare Möglichkeit für uns ist", und erklärt: "Bevor in Tegel irgendwas passieren kann, müssten die Flugzeuge erst mal umziehen. Wir wollen 2025 fertig sein. Das ist machbar - mit einer reinen Bauzeit von drei Jahren. Dann müssen wir Anfang 2022 anfangen zu bauen, nicht erst 2024. Ich weiß nicht, wann der neue Flughafen Berlin-Brandenburg in Gang kommt." Zudem hatte der Manager bekräftigt, dass die per Option mögliche Verlängerung des Mietvertrages mit dem Land Berlin als Eigentümer des Olympiastadions um fünf Jahre "überhaupt keine Überlegung" sei. "Wir", hatte Preetz angekündigt, "ziehen 2025 aus."

Hertha würde die neue Arena gerne im Olympiapark an der Rominter Allee in unmittelbarer Nähe zum Olympiastadion und der Geschäftsstelle des Klubs errichten. Dies galt zuletzt allerdings nicht mehr als Option. Für diese Variante hätten 24 Wohnungen der Wohnungsgenossenschaft von 1892 abgerissen werden müssen. Anfang April hatte die Genossenschaft jedoch erklärt, das Grundstück nicht an Hertha verkaufen zu wollen. Die zweitbeste Lösung sieht Hertha an anderer Stelle im Olympiapark. Dort wäre jedoch unter anderem der Denkmalschutz ein Hindernis. Eine Fortsetzung dürfte die Debatte am kommenden Sonntag finden, wenn die Klubführung auf der Mitgliederversammlung die Meinung der Basis zu dem Thema einholen will - um mit diesem Votum dann wieder an die Politik heranzutreten.

Jan Reinold

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