58-Jähriger nach DFB-Amt für alle Aufgaben offen

Feichtenbeiner: "Reicht nicht, in der Bundesliga zu den Besten zu zählen"

Michael Feichtenbeiner

Blickt nach vier Jahren beim DFB nach vorne: Michael Feichtenbeiner. Getty Images

Schon nach zwei durchaus ordentlichen Spielen, die allerdings mit 1:3 gegen Italien und 0:1 gegen Spanien verloren gegangen waren, stand das Aus der deutschen U 17 bei der EM in Irland fest. Der 3:1-Sieg über Österreich entpuppte sich als versöhnlicher Abschluss, was bleibt, ist aber vor allem Enttäuschung.

"Uns war von Beginn an bewusst, dass wir mit Italien und Spanien um die zwei Viertelfinalplätze in unserer Gruppe spielen werden - und dabei eine Mannschaft auf der Strecke bleiben wird", gab Trainer Feichtenbeiner im Interview auf "DFB.de" zu. "Die Enttäuschung ist schon noch spürbar."

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Konkrete Mängel trotz Augenhöhe

Der Blick sei "wieder nach vorne gerichtet", die deutsche U 17 habe schließlich gezeigt, "dass wir mithalten können." Konkrete Mängel konnte Feichtenbeiner dann aber doch benennen: "In den Duellen auf Augenhöhe fehlt uns sowohl Abgezocktheit als auch Kaltschnäuzigkeit - das müssen wir uns eingestehen."

Dass der gesamte deutsche Fußball den verlorenen Anschluss zur Weltspitze auf nahezu allen Ebenen aufarbeiten müsse, wurde vom 58-Jährigen ebenfalls bestätigt: "Es reicht nicht, in der Junioren-Bundesliga zu den Besten zu zählen, wenn man auf internationalem Topniveau gewinnen möchte. Zu dieser Spitze ist noch Luft vorhanden. Zweikampfhärte, Zielstrebigkeit, Konsequenz und auch Konzentration über die vollen 90 Minuten - in all diesen Punkten können wir noch Schritte machen. Das haben die Jungs gespürt, insofern waren die gesammelten Erfahrungen bei dem Turnier sehr wertvoll."

Turnierfavorit Niederlande

Feichtenbeiners Tätigkeit als DFB-Junioren-Trainer wird am 30. Juni nach vier Jahren im Amt enden. Er sei "sowohl für nationale als auch internationale Aufgaben offen, aber entschieden ist noch nichts." Sein Turnierfavorit bei der U-17-EM bleiben übrigens die Niederlande: "Sie verbinden individuelle Klasse mit mannschaftlicher Geschlossenheit und Ergebnisorientierung. Das ist für diese Altersklasse sehr beeindruckend."

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