San Jose gewinnt Spiel 3 in St. Louis

Handpass! Karlssons irregulärer OT-Siegtreffer

Erik Karlsson

Gleich klingelt's: Sharks-Verteidiger Erik Karlsson (#65) trifft zum 5:4 n.V. imago

1. Drittel: Karlsson und Thornton beenden Torflaute

San Jose erlebte einen Start nach Maß: Erik Karlsson (14.) und Joe Thornton (17.) hatten im ersten Abschnitt für einen 2:0-Vorsprung gesorgt. Für Karlsson war es der erste Treffer nach 31 torlosen Spielen und das erste Tor im Kalenderjahr 2019. Zuletzt hatte der Offensivverteidiger am 29. Dezember 2018 beim 7:4 über die Edmonton Oilers getroffen. "Es war nur eine Frage der Zeit, wann er treffen würde. Er ist ein unglaublicher Spieler", freute sich Brenden Dillon, sein Tandem-Partner in der Verteidigung. "Seine Geduld hat sich ausgezahlt", sagte auch Kapitän Joe Pavelski.

NHL Stanley Cup - Play-offs - Conference Finale - Best of 7
Conference Finale - Best of 7
Vereinsdaten St. Louis Blues

Anschrift St. Louis Blues
Savvis Center
1401 Clark Avenue
St. Louis, Missouri, USA 63103

Internetwww.stlouisblues.com/

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Vereinsdaten San Jose Sharks

Anschrift San Jose Sharks
525 West Santa Clara Street
San Jose, California, USA 95113

Internetwww.sj-sharks.com/

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Gleiches galt auch für Thornton. Der Center war acht Spiele lang torlos geblieben, blühte in einer neu zusammengestellten Reihe zwischen Kevin Labanc und Melker Karlsson aber auf und erzielte sein erstes Play-off-Auswärtstor seit 2013. "Er ist 39 Jahre alt und spielt an jedem Abend so hart wie er kann. Sein Einsatz und seine Hingabe sind inspirierend", geriet Stürmer Logan Couture regelrecht ins Schwärmen.

2. Drittel: St. Louis dominiert

Joe Thornton

Doppelpacker: San Joses Routinier Joe Thornton spielte in veränderter Reihe groß auf. Getty Images

Im zweiten Durchgang wurden die Sharks dann zunehmend passiv. St. Louis kam mit Schwung aus der Kabine und dank David Perron zum Anschluss (22.). Allerdings stellte Thornton mit seinem ersten Play-off-Doppelpack überhaupt nur 18 Sekunden später den vorherigen Abstand wieder her (22.). Den Warnschuss verstanden die Gäste aus Kalifornien allerdings nicht: Vladimir Tarasenko (25.) sowie ein Doppelschlag von David Perron (37., 38.) machten aus einem 1:3-Rückstand einen 4:3-Vorsprung für die Blues. "Sie haben härter gekämpft als wir. Wir hatten ein gutes erstes Drittel, sind dann vom Gas gegangen und haben aufgehört zu spielen", kritisierte Erik Karlsson.

Auch im dritten Drittel sah alles nach einem Heimsieg für St. Louis aus. Allerdings verpassten es die Blues, den Todesstoß zu setzen und scheiterten reihenweise an San Joses Torwart Martin Jones (28 Saves, 87,5 Prozent Fangquote), der seine Farben im Spiel hielt. Erst 61 Sekunden vor dem Ende, als Jones sein Tor bereits für einen zusätzlichen Stürmer verlassen hatte, kam Team Teal zum Ausgleich: Im Gewühl vor Blues-Goalie Jordan Binnington (27 Saves, 84,4 Prozent) kehrte Couture die Scheibe zum 4:4 über die Linie und erzwang so die Verlängerung. "Ich denke, wir haben ein gutes drittes Drittel gespielt", ärgerte sich Perron zu Recht, denn seine Mannschaft hatte die Gäste mit harten Checks und aggressivem Forechecking zermürbt und phasenweise komplett aus dem Spiel genommen.

Overtime: Ein irregulärer Treffer zählt

NHL Play-offs 2019

In der Verlängerung kam es dann zum großen Aufreger, denn der Siegtreffer für die Sharks hätte eigentlich nicht zählen dürfen: Timo Meier stupste einen nach oben abgefälschten Puck zu Gustav Nyquist weiter. Es folgte ein Querpass auf Erik Karlsson, der aus der Nahdistanz zum 5:4 einschoss. Die Schiedsrichter allerdings erkannten diesen klaren Handpass nicht und gaben den Treffer. Während San Joses Spieler nach dem Jubel in die Kabine eilten, protestierten die Blues lautstark bei den Referees. Diese durften die Entscheidung auf dem Eis laut Regelbuch allerdings nicht per Videobeweis überprüfen und verabschiedeten sich ebenfalls in die Katakomben.

Wir haben nicht Handball gespielt oder?

Erik Karlsson, Verteidiger San Jose Sharks

"War es ein Handpass?", stellte Perron eine rhetorische Frage. "Es war einer, aber lasst uns nach vorne blicken. Wir haben eine gute Mannschaft." Ähnlich sah es auch sein Trainer Craig Berube: "Es ist schwer, in der Overtime zu verlieren. Aber wir müssen weitermachen und uns für Spiel 4 vorbereiten. Mehr können wir nicht tun. Wir haben gut gespielt, aber verloren." Deutlich gelassener nahm San Jose die fragwürdige Entscheidung. "Wir haben ja nicht Handball gespielt oder? Wir haben Hockey gespielt und uns diesen Sieg verdient", betonte Erik Karlsson. "Wir haben heute nicht unser bestes Spiel gezeigt, sind aber drangeblieben. Wir haben gewonnen - das ist alles, was zählt."

NHL-Ergebnisse vom Mittwoch, dem 15. Mai 2019:

St. Louis Blues - San Jose Sharks 4:5 n.V.

Christian Rupp

Play-off-Stand: 1:2

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Die dritten Trikots in der NHL