Holstein Kiel erhält knapp eine Million Euro

Neuer Stil in Stuttgart: Walter wird Trainer beim VfB

Tim Walter

Darf sich beim VfB probieren: Trainer Tim Walter. imago images

Walter stand schon länger als Kandidat beim Bundesliga-16. fest, doch er hatte in Kiel noch einen Vertrag bis 2020. Deswegen wird der VfB nun knapp eine Million Euro an Ablöse an den Zweitligisten überweisen. In Stuttgart beerbt er Nico Willig, der interimsweise für den entlassenen Markus Weinzierl eingesprungen ist und nach den anstehenden Relegationsspielen gegen Union Berlin zu den A-Junioren zurückkehrt. Es ist also noch unklar, in welcher Liga Walter beim VfB einsteigen wird.

Der 43-Jährige, der seinen Co-Trainer Rainer Ulrich (und VfB-Neuzugang Atakan Karazor) mitbringt, steht für Ballbesitzfußball, bevorzugt eine offensive, aggressive und ballorientierte Spielweise. Damit verlassen die Schwaben den auch ligaweit favorisierten Hochgeschwindigkeitsfußball mit Gegenpressing samt schnellem Umschaltspiel. Walter erhält einen Zweijahresvertrag.

"Wir haben einen sehr guten Trainer für den VfB verpflichtet"

"Die Gespräche mit Thomas Hitzlsperger und Sven Mislintat waren offen und direkt und von Anfang an von großem Vertrauen geprägt", wird Walter in der VfB-Mitteilung zitiert. "Wir haben sehr ähnliche Vorstellungen und Ansichten vom Fußball und von der Art und Weise, wie wir arbeiten wollen. Gemeinsam wollen wir eine positive Entwicklung beim VfB Stuttgart einleiten. Ich freue mich sehr auf diese Aufgabe, der VfB hat eine enorme Strahlkraft und eine beeindruckende Geschichte."

Sportvorstand Hitzlsperger kündigt an, mit dem neuen Trainer "künftig den Blick verstärkt auf den eigenen Nachwuchs" zu richten, Walter bringe dafür "einen großen Erfahrungsschatz und vor allem die absolute Überzeugung mit". Er ist sich sicher: "Wir haben mit ihm einen sehr guten Trainer für den VfB verpflichtet."

Walter habe "sportliche Maßstäbe" gesetzt, lobt Kiels Geschäftsführer

Walter, gebürtiger Badener und einst Jugendtrainer beim VfB-Rivalen Karlsruher SC, hatte erst im vergangenen Sommer bei den Störchen angeheuert, war davor für die zweite Mannschaft des FC Bayern München verantwortlich gewesen. Mit Kiel mischte er nach dem personellen Umbruch mit dem zweitjüngsten Kader der Liga lange im Rennen um den Aufstieg mit. Die Saison endete schließlich mit einer Tordifferenz von 60:51 Toren und 49 Punkten auf dem sechsten Platz. Ihr muss nun die nächste Trainersuche folgen.

"Tim Walter hat in der vergangenen Spielzeit gemeinsam mit dem gesamten Trainer- und Funktionsteam sportliche Maßstäbe gesetzt", verabschiedet ihn Kiels Sport-Geschäftsführer Fabian Wohlgemuth. "Er hat mit enormem Durchsetzungsvermögen eine tolle spielerische Idee bei der KSV etabliert. Für die Entwicklung und Professionalisierung des Vereins war das Wirken dieses Trainers von erheblichem Wert." Walter bedankt sich umgekehrt für Wohlgemuths "Vertrauen und Rückendeckung" und das "Verständnis dafür, dass ich mich für den Wechsel entschieden habe".

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tru/jpe

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