Nach Vorfällen rund um das Auswärtsspiel in Bielefeld

St. Pauli stellt Strafanzeige gegen Polizei Bielefeld

Fanblock St. Paulis in Bielefeld

Der Block der St.-Pauli-Fans im vergangenen November in Bielefeld. picture alliance

Bereits unmittelbar nach der Partie, die der FCSP mit 2:1 für sich entscheiden konnte, hatten der Verein sowie der Fanladen St. Pauli das Vorgehen der Polizei in Bielefeld gegenüber den Fans der Braun-Weißen scharf kritisiert. Daraufhin beauftragte St. Pauli eine Anwaltskanzlei, die Ereignisse zu prüfen, um auf dieser Grundlage zu entscheiden, ob das Verhalten der Polizei als rechtswidrig eingeordnet werden kann.

Anhand der Ergebnisse des mittlerweile vorliegenden juristischen Gutachtens hat sich der FC St. Pauli nun entschlossen, Anzeige gegen die polizeiliche Einsatzleitung zu stellen. "Für uns liegt hier ein klarer strafrechtlich relevanter Verstoß durch die Einsatzleitung der Polizei vor, den wir so nicht akzeptieren können" erklärte Präsident Oke Göttlich. "Mit der Maßnahme wollen wir auch gemeinsam mit dem Fanladen ein klares Zeichen für Fußballfans setzen, die bei Auswärtsfahrten durch polizeiliche Maßnahmen ohne ersichtlichen Grund daran gehindert werden, ihre Mannschaft zu unterstützen. Dennoch wollen wir unsere Fans ermutigen, weiter so zahlreich auswärts mitzufahren wie bisher", führte Göttlich weiter aus.

Nach Ansicht der Klubverantwortlichen seien vor der Partie rund 250 St.-Pauli-Fans "ohne ersichtlichen Grund" am Bielefelder Bahnhof nach einer Maßnahme der Bielefelder Polizei mehrere Stunden eingekesselt worden. Anschließend sollen Personen, deren Personalien bereits am Bielefelder Bahnhof festgestellt worden waren, in einem zweiten "Kessel" erneut kontrolliert und ohne ersichtlichen Grund am Besuch des Spiels gehindert worden sein. Dadurch blieben etliche Plätze im Fanblock St. Paulis auf der Alm leer. Erst nach 19 Uhr durften die bis dato festgehaltenen Anhänger die Rückreise antreten. "Es war für die Verantwortlichen des FC St. Pauli nicht ersichtlich, dass die Maßnahmen durch eine Rechtsgrundlage gedeckt waren", heißt es dazu auf der Website der Kiez-Kicker.

jer