Bremen: Trotz Abhängigkeit von der Konkurrenz

Klaassen: "Für uns ist es ganz einfach"

Zurück nach abgesessener Gelb-Sperre: Werder Bremens Davy Klaassen.

Zurück nach abgesessener Gelb-Sperre: Werder Bremens Davy Klaassen. imago images

In Hoffenheim (1:0) fieberte das Mittelfeld-Ass auf der Tribüne mit, gegen RB will der Niederländer seine Mannschaft auf Platz sieben und damit in die Europa-League-Qualifikation führen.

Auf eigenen Wunsch war Klaassen mit nach Hoffenheim gereist, um die Teamkollegen zumindest moralisch zu unterstützen. Als Zuschauer stellte er dann fest: "Ich war viel nervöser als normal." Parallel zum Werder-Sieg verfolgte er auch das Abschneiden der Konkurrenz: "Die Ergebnisse waren nicht alle schlecht für uns", namentlich das Wolfsburger 0:3 in Stuttgart, "das hat mich gefreut."

Am kommenden Samstag indes wird auch Klaassen sich "voll auf unser Spiel konzentrieren. Wenn das Publikum reagiert, bekommen wir das natürlich mit. Ich glaube aber nicht, dass wir auf die Schirme schauen." Die Ausgangslage für Werder sieht der 26-Jährige realistisch: "Die Wahrscheinlichkeit, dass wir es schaffen, ist nicht so groß wie für Wolfsburg und Hoffenheim. Sie sind vorne." Bremen ist abhängig von den Patzern gleich zweier Konkurrenten, könnte also auch bei einem Dreier gegen Champions-League-Teilnehmer Leipzig in die Röhre schauen. "Wenn wir es nicht schaffen, wäre das natürlich eine Enttäuschung", gibt Klaassen zu, "das muss auch so sein. Europa war schließlich von Anfang an unser großes Ziel."

"Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist"

Mental sei die Vorbereitung auf den letzten Spieltag dennoch "für uns ganz einfach", behauptet Klaassen. Denn: "Wir wissen, dass wir gewinnen müssen." Dem Gefühl der Ohnmacht bezüglich der Ereignisse auf den anderen Plätzen begegnet Werder also mit der landläufigen Alltagsweisheit: "Glücklich ist, wer vergisst, was doch nicht zu ändern ist." So leicht geht Sportpsychologie, jedenfalls in der Theorie.

Dass die Europa-League-Qualifikation trotz der dadurch erheblich beeinträchtigten Sommervorbereitung ein lohnendes Ziel darstellt, steht für den Führungsspieler außer Frage. "Natürlich kommst du da in Länder, in die du nicht in Urlaub fahren würdest. Aber das gehört dazu, du willst die Gruppenphase erreichen. Und alle wissen, wie schön Europa ist. Das haben wir gerade bei Frankfurt gesehen. Das hilft einer Mannschaft und einem Verein sehr viel."

Klaassen: "Wir fangen nächste Saison auf einem höheren Level an"

Werders Perspektive sieht Klaassen gleichwohl als vielversprechend an, auch wenn das Ziel verpasst würde: "Wir fangen nächste Saison auf einem höheren Level an als letzten Sommer." Und, auf konkrete Nachfrage: "Selbst dann, wenn noch Spieler weggehen würden." Abschiedsgedanken bei ihm selbst, so der Bremer Rekordeinkauf, seien nicht zu befürchten. Nach dem enttäuschenden Jahr beim FC Everton fühlt sich der ehemalige Ajax-Profi an der Weser "gut und zu Hause". In dieser neuen Heimat hat Klaassen weiterhin Großes vor, unabhängig vom Ausgang am Samstag.

Thiemo Müller

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