Abwehr bleibt das Dortmunder Sorgenkind

Im Finale mehr Tempo mit Reus und Sancho

Werden im Finale das BVB-Tempo erhöhen: Marco Reus (li.) und Jadon Sancho.

Werden im Finale das BVB-Tempo erhöhen: Marco Reus (li.) und Jadon Sancho. imago images

Es hatte seinen Grund, warum Lucien Favre die BVB-Profis am Samstag gegen Düsseldorf (3:2) ausdrücklich nicht nach vorne peitschte. Sogar einen Verlust an Attraktivität nahm Dortmunds Trainer in Kauf - "um keine dummen Bälle zu verlieren", wie er nach der Partie erläuterte. Favre predigt in den letzten Zügen einer langen Saison noch mehr als vorher Geduld und Kontrolle, an diese Marschroute hielt sich die Mannschaft und schraubte ihre Quote trotzdem auf beeindruckende 79 Saisontore hoch.

Mit dem Glück, das der Volksmund nur dem Tüchtigen zuschreibt, hat sich der BVB damit in die Ausgangsposition gebracht, von der Fußball-Deutschland in dieser Konstellation zehn Jahre geträumt hat. Ein Finale am letzten Spieltag am Samstag in Mönchengladbach (Anstoß 15.30 Uhr, LIVE! bei kicker.de), wo Favre auch in der Verfolgerrolle gewiss keinen Angriff um jeden Preis anordnen wird. Dazu fehlen der Borussia funktionierende Sicherheits-Mechanismen, Verlässlichkeit und Stabilität in den hinteren Reihen.

53-prozentiger Anstieg der Gegentore im Vergleich zur Hinrunde

Dortmunds Abwehr, die in dieser Runde 13 Gegentore mehr als der FC Bayern und sogar 17 mehr als RB Leipzig hinnehmen musste, hat sich zur Achillesferse des BVB entwickelt. "Das ist in der Rückrunde zu unseren Ungunsten gelaufen", stellt Sportdirektor Michael Zorc fest, "am Ende sieht man das auch in der Punkteausbeute." Unerklärliche individuelle Fehler wie zuletzt von Torhüter Marwin Hitz, Verletzungen und die daraus resultierenden Umstellungen macht Zorc für den 53-prozentigen Anstieg der Gegentore im Vergleich zur Hinrunde verantwortlich.

Kein Widerspruch zu Favres kontrollierter Offensive wird am Samstag eine wohl deutlich höhere Grundgeschwindigkeit im Dortmunder Spiel sein: Mit dem gegen Düsseldorf anfangs noch geschonten Jadon Sancho und mit Marco Reus, der nach Rot-Sperre zurückkehrt, verspricht der BVB-Fußball in Mönchengladbach wieder mehr Tempo. Mit Hurra ins Verderben werden die Westfalen deshalb nicht gleich rennen. Dafür trägt der Trainer schon Sorge.

Thomas Hennecke

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