Frust, Leere und Enttäuschung nach dem Abstieg des 1. FC Magdeburg

"Von uns wird man nicht das Wort 'Wiederaufstieg' hören"

Maik Franz und Mario Kallnik

Für den 1. FC Magdeburg geht es wieder nach unten: Sportchef Maik Franz und Geschäftsführer Mario Kallnik. imago images

"Wir haben gewusst, dass es heute ein Endspiel ist", startete der niedergeschlagene Trainer Michael Oenning seine Ausführungen im Anschluss an das 0:3 bei Union Berlin. Zwar sei das Team "in dem Bewusstsein angetreten, gewinnen zu müssen", allerdings erwies sich Magdeburg gegen starke Berliner als die unterlegene Mannschaft. Ergo: "Je länger das Spiel gedauert hat, haben wir den Glauben daran verloren."

Oenning zeigt sich optimistisch - Franz und Kallnik weniger

So tief der Stachel der Enttäuschung auch sitzt - der 53-Jährige gab sich im Hinblick auf die kommenden Wochen, Monate und gar Jahre optimistisch: "Uns muss nicht bange sein für die Zukunft", so seine Worte. Schließlich hätte der FCM "in vielen Spielen gezeigt, dass wir in der Lage sind, in dieser Liga guten Fußball spielen zu können".

die letzten 10 Spiele - 1. FC Magdeburg
Köln (H)
1
:
1
Union (A)
3
:
0
Bochum (A)
4
:
2
Fürth (H)
2
:
1
Regensburg (A)
1
:
0
Darmstadt (H)
0
:
1
HSV (A)
1
:
2
FSV Luckenwalde (H)
5
:
1
Heidenheim (H)
0
:
0
FK Usti (H)
2
:
1
alle Termine
2. Bundesliga - 33. Spieltag
33. Spieltag
2. Bundesliga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
1. FC Köln
62
2
SC Paderborn 07
57
3
1. FC Union Berlin
56
4
Hamburger SV
53
5
1. FC Heidenheim
52
6
Holstein Kiel
49
7
FC St. Pauli
49
8
Jahn Regensburg
48
9
Arminia Bielefeld
46
Tabelle 2. Bundesliga

Wir werden uns austauschen und sprechen. Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, dann werden wir uns äußern.

FCM-Sportchef Maik Franz über die Zukunft von Trainer Michael Oenning

Oenning selbst kündigte an, dass es nun "an uns" liege, "die richtigen Schlüsse daraus zu ziehen" - und wählte damit nahezu identische Worte, die auch Sportchef Maik Franz gegenüber dem "MDR" verlauten ließ: "Wir sind nicht heute abgestiegen. Das hat seine Gründe im Verlaufe der gesamten Saison", so der 37-Jährige. Dementsprechend müsse "eine Gesamtanalyse nach der Saison erfolgen, aber wir werden uns jetzt schon zusammensetzen. Wir müssen Entscheidungen treffen." Ob diese Entscheidungen auch das Arbeitsverhältnis mit Oenning betreffen, wollte er "nicht vorgreifen. Auch das bedarf einer Analyse. Wir werden uns austauschen und sprechen. Wenn wir eine Entscheidung getroffen haben, dann werden wir uns äußern".

Ein "rabenschwarzer Tag" für den 1. FC Magdeburg

Geschäftsführer Mario Kallnik, der in der vergangenen Woche seinen Vertrag bis 2022 verlängert hatte, sprach indes von "einem rabenschwarzen Tag". Die Ursachen des Abstiegs seien aber in der gesamten Spielzeit zu suchen: Der Verein hätte "von Anfang an ein sehr schweres Jahr" gehabt. Man sei "nicht irgendwann in der Mitte einfach durchgereicht" worden, "wir standen von Beginn an hinten drin", so der 44-Jährige. Unter Aufstiegstrainer Jens Härtel hatte der FCM bis November lediglich neun Punkte aus 13 Partien gesammelt, unter Oenning folgten in 20 Spielen lediglich 21. "Das ist für einen Aufsteiger, der mit viel Euphorie in die Liga kommt, sehr verheerend." Sein erstes Fazit: "Es gibt viele Dinge, die für uns nicht optimal bzw. fehlerhaft gelaufen sind."

Rückkehr frühestens in drei Jahren

Der Fokus liege nun zunächst einmal darauf, "sich auf dem Platz und auf den Rängen im letzten Saisonspiel gegen Köln ordentlich von der Liga zu verabschieden". Schließlich, so ließ Kallnik ganz offen durchblicken, sei dies ein Abschied, der eine längere Zweitligaabstinenz nach sich ziehen werde. Mit den Erfahrungen von "vielen Mannschaften der letzten Jahre, die in die 3. Liga abgestiegen sind", zähle es in den kommenden Spielzeiten einzig und alleine, "sich zu etablieren. Von uns wird man nicht das Wort 'Wiederaufstieg' hören. Für uns ist die Losung, dass wir in den nächsten drei Jahren wieder soweit sein wollen, wieder in die 2. Bundesliga zurückzukehren".

kög

Tabellenrechner 2.Bundesliga