Jungstar springt für Kruse und Klaassen in die Bresche

Kohfeldt: "Maxi war ein Anführer"

Maxi Eggestein und Joelinton

Für diese Szene erntete Maxi Eggestein Lob von seinem Trainer Florian Kohfeldt. imago images

"Maxi", lobte dann auch Trainer Florian Kohfeldt, "war in Hoffenheim ein Anführer. Es sind einige weggebrochen, die sonst auf dem Platz führen. Und dann war er da." Zuvorderst mit einer sportlichen Leistung, die den Anforderungen der Achterposition unter allen Aspekten auf hohem Niveau gerecht wurde: Große Laufleistung, wichtige Ballgewinne, zielstrebiges Umschalten, effektives Passspiel. Unter anderem eroberte Eggestein vorm Siegtreffer geistesgegenwärtig den Ball und leitete in der zweiten Halbzeit mehrere vielversprechende Konter ein, die zum 2:0 hätten führen können. Dazu hätte sein Treffer vor der Pause womöglich schon die Entscheidung bedeutet - wenn das Tor nicht per Videobeweis zurückgenommen worden wäre. Zu Recht übrigens wegen eines vorangegangenen Foulspiels seines Bruders Johannes im Mittelfeld.

Es geht nicht darum, unfair zu spielen. Aber zu zeigen: Ich bin da.

Florian Kohfeldt über die Szene Eggestein gegen Joelinton
Spielersteckbrief M. Eggestein
35

Eggestein Maximilian

Werder Bremen

Deutschland

Spielerprofil
Bundesliga - 33. Spieltag
33. Spieltag
Bundesliga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
Bayern München
75
2
Borussia Dortmund
73
3
RB Leipzig
66
4
Bor. Mönchengladbach
55
5
Bayer 04 Leverkusen
55
6
Eintracht Frankfurt
54
7
VfL Wolfsburg
52
8
TSG Hoffenheim
51
9
Werder Bremen
50
Tabelle Bundesliga

Doch es war nicht nur der rein fußballerische Auftritt von Maxi Eggestein, den Kohfeldt würdigen wollte: "Das ist sein Leistungsniveau, das kann er." Was der Coach derweil gerne noch öfter sähe, ist ein Dominanzgebaren, wie es Eggestein kurz vor Schluss im Gerangel mit Joelinton um einen Einwurf an der Mittellinie zeigte. Das liegt dem eher introvertierten Jungstar nicht unbedingt im Blut. Doch bewies Eggestein damit eben: Wenn es auf ihn ankommt, kann er im Sinne der Mannschaft sehr wohl aus sich herausgehen. "Super, diese Szene mit Joelinton", schwärmte Kohfeldt, "es geht nicht darum, unfair zu spielen. Aber zu zeigen: Ich bin da, ich wehre mich. Das hat er getan." Zu einem Zeitpunkt, an dem er es sich erlauben konnte: Die vierte Gelbe Karte, die sich Eggestein in dieser Saison einhandelte, bleibt folgenlos.

Möhwald: Maxi will mehr Verwantwortung übernehmen

Dass sich an Eggestein schon jetzt auch die Kollegen aufrichten können, bestätigt der fast dreieinhalb Jahre ältere Kevin Möhwald, in Hoffenheim als Klaassen-Vertreter in der Startelf: "Maxi hat mit seiner Entwicklung unterstrichen, dass er mehr Verantwortung übernehmen muss. Und das macht er. Das hat uns sehr geholfen, auch mir persönlich. Wenn man solche Spieler an seiner Seite hat, dann fällt es einem selbst leichter, mit voranzugehen." Die "Mitspieler besser zu machen", das ist es schließlich, was Kohfeldt ausdrücklich als "nächsten Schritt" von Eggestein einfordert. Wohlgemerkt auch dann, wenn Kruse - dessen Einsatz beim Saisonfinale gegen Leipzig noch infrage steht - und Klaassen zurückkehren. "Es schadet nie, mehrere Anführer auf dem Platz zu haben", sagt der Coach. "Maxi kann das ruhig immer so machen wie am Samstag."

Thiemo Müller