Bundesliga

Pulisic mittendrin: Große Emotionen vor der Gelben Wand?

US-Amerikaner bestreitet sein letztes Heimspiel

Pulisic mittendrin: Große Emotionen vor der Gelben Wand?

Er wird Dortmund in guter Erinnerung behalten: Christian Pulisic verlässt den BVB im Sommer.

Er wird Dortmund in guter Erinnerung behalten: Christian Pulisic verlässt den BVB im Sommer. imago images

"Die Meisterschaft", sagt der 20-Jährige im Interview mit den "Ruhr Nachrichten", "wäre der perfekte Schlusspunkt." Nach dem 2:2 in Bremen allerdings ist die Chance darauf nur noch "small, small" (zu deutsch: klein, klein), wie es Mittelfeldstratege Axel Witsel im "Feiertagsmagazin" des BVB beschreibt. Der Plan laute jedoch, die letzten beiden Saisonspiele zu gewinnen. "Und dann sehen wir, was passiert. Im Fußball", sagt der Belgier, "kann alles passieren."

Witsels zehn Jahre jüngerer Teamkollege Pulisic hat diese Erfahrung am eigenen Leib gemacht, seitdem er vor fünf Jahren aus seiner Heimat USA ins Ruhrgebiet kam. Anfangs noch schüchtern, emanzipierte er sich in den U-Teams der Borussia und entwickelte sich dort unter seinem damaligen Trainer Hannes Wolf schnell zu einem Leistungsträger. Es folgten die U-17- und U-19-Meisterschaft - und schließlich der Sprung zu den von Jürgen Klopp trainierten Profis, wo er sich ebenfalls zügig an das neue Niveau anpasste. In bislang 88 Bundesliga-Partien seit seinem Debüt beim 2:0-Sieg über Ingolstadt am 30. Januar 2016 gelangen dem US-Nationalspieler zwölf Tore und 18 Vorlagen. Außerdem brach er mehrere Altersrekorde und erspielte sich so einen Platz in den Herzen seiner sportbegeisterten Landsleute.

"Er ist ein Symbol der Hoffnung"

"Christian Pulisic hat in seinem Alter bereits mehr erreicht als die meisten Amerikaner im Fußball vor ihm", sagt Roger Bennett, ein britisch-amerikanischer Journalist und Fußballexperte, der unter anderem für ESPN und NBCSN arbeitet. "Er ist ein Symbol der Hoffnung für die Zukunft des US-Fußballs." Und eine Werbefigur mit riesigem Potenzial - insbesondere in den USA, wo der Fußball noch immer ein Dasein im Schatten von Baseball, American Football, Basketball und Eishockey fristet.

Nicht nur, aber auch deshalb sicherte sich der FC Chelsea im vergangenen Winter die Dienste Pulisics und zahlt für das Talent, das in Dortmund eine durchwachsene Abschlusssaison spielt, den immensen Betrag von 64 Millionen Euro an den BVB, der ihn anschließend kostenfrei ein halbes Jahr ausgeliehen bekam.

Gehversuche im Basketball und im American Football

In etwas mehr als einer Woche endet die Zeit Pulisics in Dortmund unwiderruflich. Der Flügelstürmer ist am Ziel seiner Träume angekommen, galt die Premier League doch seit jüngsten Kindestagen stets als Wunschtraum des Sportfreaks, der als Junge auch Gehversuche im Basketball und im American Football unternahm, bevor er beim Fußball landete.

Am meisten werden mir die Leute in Erinnerung bleiben.

Christian Pulisic

Pulisic scheidet im Guten vom BVB. Über die Zeit in Dortmund sagt er, es seien die besten Jahre seines Lebens gewesen: "Am meisten werden mir die Leute in Erinnerung bleiben. Da werde ich einige sehr vermissen." An der Richtigkeit seiner Wechsel-Entscheidung zweifelt er deshalb nicht. "Es fühlte sich jetzt richtig an", sagt er den "Ruhr Nachrichten". Es würden aber ganz sicher "ganz viele Emotionen" dabei sein, wenn er am Samstag das letzte Mal als BVB-Profi in den Signal Iduna Park einlaufe.

"Helden von 1989" werden geehrt

Zumal die Dortmunder Fans im Rahmen der Partie gegen Düsseldorf nicht nur Pulisic verabschieden, sondern auch noch die "Helden von 1989" ehren: 30 Jahre nach dem DFB-Pokalsieg über Werder Bremen (4:1) hat der BVB noch einmal die Mannschaft von damals zusammengetrommelt, um sie vor der Südtribüne für ihre damalige Leistung zu würdigen.

Und vielleicht schafft die Erinnerung an damals ja sogar einen zusätzlichen Anreiz für Pulisic, Witsel und Co., mit einem Sieg über Düsseldorf dafür zu sorgen, dass die "kleine, kleine" Chance auf den Titel nicht daran scheitert, dass der BVB seine eigenen Hausarbeiten nicht erledigt.

Matthias Dersch

Pizarro-Rekord, Hazard-Flaute und böser Bube Duda