Bobic: Rode am Knie verletzt - Ausfall wahrscheinlich

Geplatzte Träume, gehaltene Elfmeter und viel Stolz

London

Die Eintracht-Spieler mit ihren Fans in London. Getty Images

"Um alles zu kapieren, was die Jungs abgerissen haben, braucht es sicher erst einmal eine Weile. Das Team hat heute wieder Außergewöhnliches geleistet, mit Leidenschaft und einer unglaublichen Willensleistung - alles, was uns stark macht. Dann kam das dramatische Elfmeterschießen. Natürlich sind wir enttäuscht. Ich glaube, wir hätten es über die Strecke verdient gehabt, weil wir die besseren Chancen hatten. Aber wir müssen es nehmen, wie es kommt und können verdammt stolz sein", analysierte Fredi Bobic nach der Partie bei "RTL". Vor allem die Leistungssteigerung nach der Pause sorgte für Stolz beim Vorstand Sport: "Die zweite Halbzeit haben wir viel höher gepresst und Chelsea vor einige Probleme gestellt."

Trainer Adi Hütter zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel. "Wir hatten teilweise vor der Pause Probleme, wenn gerade Eden Hazard aufgedreht hat. Wir haben in der Pause gesagt, dass wir noch mutiger spielen müssen. Dann hatten wir Chancen, bei denen teilweise auch das Glück gefehlt hat", so der Coach, der ebenfalls hin- und hergerissen zwischen Enttäuschung und Stolz auf das Geleistete war: "Der Traum von Baku ist geplatzt. Wir hätten es uns verdient gehabt, die Stimmung ist sehr traurig in der Kabine. Aber wir können stolz sein, wie die Haltung in der Europa League in der ganzen Saison war, daher ist es schade, dass es nicht nach Baku geht."

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Spielersteckbrief da Costa

da Costa Danny

Trainersteckbrief Hütter

Hütter Adolf

Rode fällt wohl aus - "Keine Schuld" im Elfmeterschießen

Am Verlauf der Lotterie Elfmeterschießen wollten weder Bobic noch Hütter irgendwelche Schuldigen ausmachen. "Ein Torhüter bleibt fast nie stehen, da hat der Junge gut gezockt, Martin wollte es mit aller Gewalt durch die Mitte, das klappt in 90 Prozent der Fälle auch", meinte Bobic über den von Chelsea-Keeper Kepa gehaltenen Versuch von Martin Hinteregger, der die Tormitte anvisiert hatte. "Man kann keinem eine Schuld geben, das ist Fußball, wenn man sich nicht in der Lage fühlt, sollte man auch nicht schießen. Wir waren überzeugt, dass die Fünf uns ins Finale bringen", meinte auch Hütter, der Pacienca als Spieler mit einem guten Abschluss bewusst mit dem Elfmeterschießen im Hinterkopf eingewechselt hatte. "So ein 150- oder 200-Millionen-Spieler, oder wie viel will Real für ihn (Eden Hazard, der den letztlich entscheidenden Elfmeter verwandelte; d. Red.) zahlen, hat natürlich auch viel Erfahrung mit solchen Situationen. Dagegen Goncalo noch nicht, da mache ich ihm keinen Vorwurf. Hätte Martin davor getroffen, hätte er ihn sicher auch reingemacht", meinte Bobic.

Ungeachtet der bitteren Niederlage will Bobic das Team nun sehr schnell wieder auf die beiden verbleibenden Partien in der Bundesliga einschwören. "Wir müssen das erst mal verdauen, aber ich werde auch ein paar Worte zu den Jungs sagen. Wir müssen uns jetzt alle aufrichten, regenerieren, und zu Hause versuchen, einen Dreier zu holen", fordert der 47-Jährige für die auf Sonntag (18 Uhr, LIVE! auf kicker.de) verlegte Partie gegen Mainz. Fehlen wird gegen den FSV aller Voraussicht nach Sebastian Rode. "Er hat gesagt, dass er etwas am Knie hat, es sieht nicht so gut aus", erklärte Bobic über den Mittelfeldmann, der nach Spielende mit Krücken auf dem Platz stand.

jom

Bilder zur Partie FC Chelsea - Eintracht Frankfurt