Freiburg: Haberer gesperrt - Abrashi zurück

Streich: Mit mehr Auswahl gegen die Ergebniskrise

Christian Streich

Wartet mit seinem Team seit sieben Spielen auf einen Sieg: Freiburgs Trainer Christian Streich. picture-alliance

Seit sieben Spielen wartet Freiburg bei drei Unentschieden und vier Niederlagen auf einen Sieg - so lange wie aktuell kein anderer Bundesligist. In den letzten zehn Spielen gelang es dem Streich-Team nicht, die defensive Null zu halten. In der gesamten Rückrunde sind die Breisgauer noch ohne Dreier in der Fremde (drei Remis, vier Niederlagen), gewannen von den letzten 14 Gastspielen überhaupt nur das in Nürnberg am 17. Spieltag (1:0). Es gibt also trotz des erreichten Saisonziels - für Freiburg angesichts der Rahmenbedingungen im Ligavergleich immer ein beachtlicher Erfolg - noch einiges zu verbessern.

Der Ehrgeiz scheint auch im Mannschaftskreis groß, zum Ende hin nochmal zu beweisen, dass der SC erfolgreichen Fußball spielen kann. Nach Wochen mit einem prall gefüllten Krankenstand kommen nun auch wieder mehr Kandidaten in Frage, eine aktive Rolle auf dem Rasen zu übernehmen.

SC Freiburg - Die letzten Spiele
Union (A)
1
:
0
Karlsruhe (H)
1
:
0
Spielersteckbrief Abrashi

Abrashi Amir

Spielersteckbrief Haberer

Haberer Janik

Trainersteckbrief Streich

Streich Christian

Sallai bringt das nötige Tempo ein

Beim 1:1 gegen Düsseldorf feierten die lange vermissten Leistungsträger Robin Koch (Startelf), Roland Sallai (Joker) und Nils Petersen (Bank) ihre Rückkehr ins Spieltagsaufgebot. "Darüber freue ich mich sehr", sagte Streich. Insbesondere Sommerzugang Sallai, der wegen einer Leisten-OP lange gefehlt hatte, zeigte direkt wieder, wie er dem SC helfen kann. "Er ist fußballerisch gut und er hat Tempo. Du brauchst viel Tempo in der Liga", so Streich. Abzuwarten bleibt, ob er den Ungarn in Hannover schon in die Startelf beordert oder wieder als belebendes Element von der Bank bringt.

Koch brennt wegen der U-21-EM auf Einsätze

Torjäger Petersen wird ebenfalls eine Woche Trainingsrückstand aufgeholt haben und dürfte in jedem Fall zum Einsatz kommen. Koch brennt mit Blick auf seine noch existenten Chancen auf eine U-21-EM-Nominierung besonders auf weitere Spielminuten. Er könnte wieder rechts in der Dreierkette, wo er gegen die Fortuna allerdings teilweise Probleme offenbarte, oder im zentralen Mittelfeld zum Einsatz kommen. Personelle Entscheidungen hängen auch von der Systemfrage ab: Zurück zum bewährten 4-4-2 oder weiter im zuletzt zweimal angewandten 3-3-2-2?

Ersetzen muss Streich lediglich den nach seiner überzogenen Gelb-Roten-Karte gesperrten Mittelfeld-Allrounder Janik Haberer. Dafür steht Sechser Amir Abrashi nach abgesessener Gelbsperre wieder zur Verfügung. Ob Philipp Lienhart (nach Gehirnerschütterung) und Luca Waldschmidt (nach Kniebeschwerden), die beide wieder am Mannschaftstraining teilnehmen, schon wieder eine Kaderoption darstellen, bleibt abzuwarten.

"Nicht gut genug" - die ambivalente Standard-Bilanz

Verbessern will Streich auf der Zielgeraden auch nochmal die Ausbeute nach Standardsituationen - seit Jahren eine existenzielle Stärke beim SC. "Im Moment sind wir nicht gut genug in diesem Bereich", konstatiert Streich: "Du brauchst mal wieder ein Eckballtor, das hätte auch beim 1:2 in Leipzig geholfen. Das hat uns immer mal einen Sieg gebracht, wenn es aus dem Spiel heraus nicht so gelaufen ist." Auch in dieser Saison bewegt sich Freiburg in dieser Kategorie ligaweit im oberen Bereich. Wie Augsburg hat der Sport-Club bislang 18 Tore nach ruhenden Bällen erzielt, nur Dortmund schoss eines mehr. Allerdings: Die 22 Gegentore nach Standards sind der Tiefstwert der Bundesliga, Gegner Hannover hat bisher 21 kassiert. Wenn der Ball am Samstag in Hannover ruht, sind die SC-Profis also auf beiden Seiten besonders gefordert.

Carsten Schröter-Lorenz

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