Aufreger in Hoffenheim

Kramaric kritisiert Nagelsmann - TSG reagiert

Julian Nagelsmann mit Andrej Kramaric

"Ich liebe Julian, aber...": Andrej Kramaric (r.) mit Trainer Nagelsmann. picture alliance

In dieser Kategorie macht der TSG Hoffenheim kein Klub etwas vor: Nach Führungen - beim 2:2 in Mönchengladbach lag sie mit 1:0 und 2:1 vorn - hat die Mannschaft von Julian Nagelsmann nun schon 26 Punkte in dieser Saison verspielt. "Wenn wir die Qualität hätten, alle diese Spiele über die Zeit zu bringen, würden wir Meister werden", sagt Nagelsmann. "Aber diese Qualität haben wir leider nicht."

Sein Stürmer Andrej Kramaric sieht noch einen anderen Grund für die eklatante Schwäche: Nagelsmanns Vorgehen. "Wir wechseln zu oft das System während des Spiels. Wir sind nicht bereit dafür. Wir sind keine Roboter, sondern Menschen. Das sind viele Fehler von draußen", kritisiert der Kroate via "Bild" seinen Trainer, der zur neuen Saison nach Leipzig wechselt. "Ich liebe Julian, aber in manchen Momenten ändern wir die Systeme und brauchen drei Minuten, weil es nicht jeder Spieler versteht oder er es wegen der 50.000 Zuschauer nicht hören kann. In diesem Moment verlieren wir unseren Vorteil. Das Spiel beginnt sich zu ändern."

"In so vielen Spielen weiß ich in dem Moment nicht, auf welcher Position ich überhaupt bin"

Es sei "das erste Mal, dass ich das sage", so Kramaric weiter. "Ich sage nicht, dass das der einzige Grund ist. Aber es passiert zu oft, dass wir nicht bis zum Ende des Spiels überleben." Auch er selbst fühlt sich offenbar überfordert: "In so vielen Spielen weiß ich in dem Moment nicht, auf welcher Position ich überhaupt bin. Es ist schwer, darüber zu sprechen. Ich bin wirklich enttäuscht."

Sein Klub reagierte zurückhaltend auf die Aussagen. TSG-Medienchef Holger Kliem sagte der Deutschen Presse-Agentur: "Julian Nagelsmann und Andrej Kramaric haben das intern geklärt."

jpe

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Bilder zur Partie Bor. Mönchengladbach - TSG Hoffenheim