Dortmund sieht Meisterschaftschancen schwinden

Favre nach Bürki-Patzer: "Müssen nicht über Roman reden"

Roman Bürki

Patzte beim Bremer Anschlusstreffer: BVB-Keeper Roman Bürki. imago images

"Wir hatten die Gelegenheiten zum 3:0 vor der Pause, aber auch gleich drei danach. Ein Gegentor kann immer passieren, da müssen wir ruhig bleiben. Wir kriegen dann zwei unnötige Gegentore", analysierte Lucien Favre bei "Sky" das Remis kurz und knapp. Ein wenig ratlos zeigte sich derweil Julian Weigl: "Schwer zu sagen, wie wir das wieder angestellt haben - nach so einer ersten Halbzeit, mit den Chancen aufs 3:0, auch anfangs der zweiten Hälfte noch. Bremen hat uns dann reingedrückt und dann sind die zwei Tore nach Fehlern gefallen. Letztlich ist es dann auch verdient. Wir haben es wiederholt nicht geschafft, uns freizuspielen", meinte der Defensivspieler.

Obwohl die Borussia in der zweiten Hälfte deutlich passiver agiert hatte als in der dominanten ersten, hatte es zunächst keineswegs nach einer schnellen Wende im Spiel ausgesehen. "Manchmal nimmt das Spiel dann auch seinen eigenen Lauf. Wir wollten natürlich auch nicht ins offene Messer laufen und wussten von ihren schnellen Spielern vorne. Als wir mit unseren Balleroberungen nicht mehr geschafft haben, für Entlastung zu sorgen, war das zwangsläufig der Fall", meinte Weigl über die nach der Pause nur noch selten zu sehenden Offensivaktionen seiner Mannschaft.

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Favre verteidigt Bürki und ist kein "Träumer"

Ein Patzer von Torhüter Roman Bürki in der 70. Minute leitete dann womöglich das Ende der Dortmunder Meisterschaftsträume ein. Der Schweizer ließ einen Schuss von Kevin Möhwald durch Arme und Beine rutschen, anschließend kullerte der Ball über die Torlinie. "Wir müssen nicht über Roman reden. Er hat eine Topsaison gespielt und uns auch viele Punkte gerettet", verteidigte Favre seinen Keeper (kicker-Notenschnitt bis dato: 2,64). Ein wenig deutlicher wurde er schon beim 2:2 in der 75. Minute, als Manuel Akanji Gegenspieler Ludwig Augustinsson allzu leicht von der Torauslinie hatte flanken lassen. "Natürlich darf er ihn da nicht den Ball spielen lassen", so Favre. In der ersten Hälfte hatte Akanji indes auf ungewohnter Position als rechter Außenverteidiger eine im positiven Sinne auffällige Leistung gezeigt.

Dass die Titelchancen angesichts des auf vier Punkte angewachsenen Rückstands auf den FC Bayern einen deutlichen Dämpfer erlitten, war den BVB-Protagonisten deutlich anzumerken. "Rein rechnerisch ist es noch möglich, aber natürlich wird es jetzt immer schwerer", meinte Weigl. Und Favre ergänzte: "Wir sind keine Träumer. Klar ist, dass wir das nächste Spiel (zu Hause gegen Düsseldorf; d. Red.) unbedingt gewinnen müssen."

jom