Nach verpasstem Bundesliga-Aufstieg

Offiziell: HSV trennt sich von Trainer Wolf

Er muss den Hamburger SV nach dem Duisburg-Spiel verlassen: Hannes Wolf.

Er muss den Hamburger SV nach dem Duisburg-Spiel verlassen: Hannes Wolf. imago images

"Wir haben gemeinsam die Rückrunde sowie die gegenwärtige Situation und die Planungen für die kommende Runde analysiert. Wir sind als Verein dabei zu dem Entschluss gekommen, dass wir uns von Hannes Wolf zum Saisonende trennen, sagte Sportvorstand Ralf Becker. "Es war der berechtigte Wunsch von Hannes, dies vor dem letzten Spiel zu kommunizieren", erklärte Becker. Bereits am Mittwoch hatte der kicker über die bevorstehende Trennung von Wolf nach dieser Saison berichtet.

"Die Entscheidung ist für mich nach dem Verlauf der letzten Wochen und mit dem Blick auf die nächste Saison nachvollziehbar", sagte Wolf, dessen Vertrag beim HSV eine Laufzeit bis Juni 2020 hatte. "Es war mir wichtig, dass wir es mit Würde und Anstand zu Ende bringen, denn wir haben immer extrem vertrauensvoll zusammengearbeitet."

"Klare Zielsetzung": Aufstieg 2020

Wer Wolfs Nachfolger werden soll, steht noch nicht fest, nach kicker-Informationen führt ein heiße Spur zu Darmstadts Coach Dimitrios Grammozis. "Wir gehen mit der klaren Zielsetzung in die Saison, aufzusteigen", sagte Becker: "Wir wissen noch nicht, wie die Mannschaft genau aussehen wird, aber wir werden hart arbeiten, um eine richtig gute Truppe auf den Platz zu stellen."

Bereits nach der 0:3-Niederlage Anfang des Monats gegen den FC Ingolstadt hatten die HSV-Verantwortlichen ein eindeutiges Treuebekenntnis zu Wolf vermieden. Auf einer nach der Heimpleite gegen die Schanzer einberufenen Krisensitzung wurde allerdings zunächst entschieden, dass Wolf Coach bleiben soll. Nun wird nach dem Duisburg-Spiel die Trennung vollzogen.

Wolf, der am 23. Oktober 2018 von Christian Titz übernommen hatte, hat es verpasst, Spieler, Macher und Fans von seinem Weg zu überzeugen. Der Tiefpunkt in der Amtszeit Wolfs war nach dem 1:4 gegen Paderborn und dem damit verbundenen Verpassen der Rückkehr in die Bundesliga definitiv erreicht - und mündete auch in die Trennung. Angesichts des Liga-Tiefstwertes von nur drei Punkten aus den vergangenen acht Partien fehlten Wolf die Argumente. Der HSV steht in der Rückrunden-Tabelle (4/4/8) mittlerweile auf Rang 16.

In dieser Saison wurden vor dem letzten Spieltag bereits 14. Trainer vorzeitig ihres Amtes enthoben, auch Wolf muss nun vor dem Ende seines Kontrakts gehen. Zudem steht bereits fest, dass Magdeburgs Trainer Michael Oenning am Saisonende seinen Stuhl räumen wird. Allerdings wäre der Vertrag des 53-Jährigen beim bereits als Absteiger feststehenden Tabellenvorletzten zum 30. Juni ausgelaufen.

jer

kicker.tv Hintergrund

Wolf spricht von einer "nachvollziehbaren Entscheidung"

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