Rheinhessen sahen Foul am Österreicher

Onisiwos Gedächtnisverlust - Mainz kritisiert Steinhaus

Karim Onisiwo

Musste mit Verdacht auf eine Gehirnerschütterung nach 45 Minuten ausgewechselt werden: Karim Onisiwo. imago images

Gut für die Nullfünfer, dass Treffer auch dann zählen, wenn sich der Torschütze nicht mehr daran erinnern kann. So erging es nämlich Karim Onisiwo in der Halbzeitpause des Freitagabend-Spiels. Der 27-Jährige musste nach 45 Minuten mit dem Verdacht auf eine Gehirnerschütterung ausgewechselt werden, die er sich Mitte der ersten Hälfte bei einem Zusammenstoß im Luftduell mit Leipzigs Verteidiger Ibrahima Konaté zuzog. Trotz des vermeintlichen Handicaps erzielte er vor der Pause aber noch den wichtigen 1:2-Anschlusstreffer (43.). "Er hat sich in der Halbzeit nicht mehr an seinen Treffer erinnern können", berichtete Sportvorstand Rouven Schröder nach dem Spiel. Schwarz versuchte - natürlich nicht ernst gemeint - einen Nutzen aus der Situation zu ziehen. "Ich hab ihm gesagt, er hätte seinen Vertrag gerade um drei Jahre verlängert. Da war er auf einmal wieder da", so der lachende FSV-Coach.

Für hitzige Diskussionen sorgte zuvor ebenfalls eine Szene mit Onisiwos Beteiligung. Vor dem 2:0 der Gäste durch Nationalspieler Lukas Klostermann (32.), der bereits die 1:0-Führung erzielte (20.), sahen die Rheinhessen in der Entstehung des Treffers ein Foul am Österreicher. Doch Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ließ sich nicht auf Diskussionen ein. Für die FSV-Verantwortlichen blieb unklar, warum der Video-Assistent nicht eingriff. "Ich glaube, in der Nachbetrachtung kann man ganz rational sagen, es war nicht ihr bester Tag. Aber jeder hat mal einen schlechten Tag. Fehler passieren", meinte Schröder. Der gewohnt emotionale Schwarz war im Anschluss an die Szene nicht weit davon entfernt, den Rest der Partie von der Tribüne aus betrachten zu müssen. "Da kann man schon auch mal zugeben, dass ich aus der Emotionalität heraus etwas über die Linie geschossen bin", gab der 40-Jährige zu.

Spielersteckbrief Onisiwo
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Onisiwo Karim

1. FSV Mainz 05

Österreich

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7
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52
8
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51
9
Werder Bremen
47
Tabelle Bundesliga

Matetas Treffer sichert das 3:3

Als Timo Werner die RB-Führung nach Wiederanpfiff auf 3:1 ausbaute (49.) schien die Partie gelaufen. Doch Moussa Niakhatés Treffer zum 2:3 (67.) brachte den Rheinhessen die Hoffnung zurück. Und dann stach der Joker: Jean-Philippe Matetas sechster Treffer in den jüngsten fünf Partien sicherte den umjubelten Ausgleich (83.). "Die Mannschaft hat an sich geglaubt und sich den Punkt redlich verdient. Eine Energieleistung mit Mainz-05-Feeling. Es ist unheimlich wichtig, in so einem Spiel etwas mitnehmen zu können. Und wir haben unter Beweis gestellt, dass das Thema Spannungsverlust nach dem gesicherten Klassenerhalt keine Rolle spielt. Die Jungs wollten unbedingt etwas holen", so Schröder.

Auf eins müssen die Mainzer jedoch weiter warten: einen Sieg gegen eine der Spitzenmannschaften. Dem FSV gelang im bisherigen Saisonverlauf noch kein Dreier gegen eines der Teams unter den ersten Acht. Zwei Chancen bleiben dazu noch. Am kommenden Sonntag im Derby bei Eintracht Frankfurt, am letzten Spieltag gegen die TSG Hoffenheim.

Moritz Kreilinger