FIFA-Talente überzeugen

Wolfsburgs erfolgreiche Nachwuchsarbeit im eSport

Vor knapp einem Jahr holte der VfL Wolfsburg 'Juli', 'BeneCR7x' und 'itsRiaad' (v.l.n.r.).

Vor knapp einem Jahr holte der VfL Wolfsburg 'Juli', 'BeneCR7x' und 'itsRiaad' (v.l.n.r.). VfL Wolfsburg

Benedikt 'BeneCR7x' Bauer, Julius 'Juli' Kühle und Riad 'itsRiaad' Fazlija. Am 30. Mai 2018 kam das Trio ihrem eigenen Traum, einer Karriere als eSport-Profi, einen Schritt näher. Durch gute Leistungen bei einem vom VfL Wolfsburg ausgerichteten Qualifikationsturnier und ihrer Persönlichkeit hatten die drei Youngsters damals die Vereinsverantwortlichen von sich überzeugt und einen Platz im Nachwuchsteam der Wölfe gewonnen.

Man wolle bei der Talentförderung ein Vorreiter im eSport sein, hieß es damals von Christopher Schielke. Der Chef in Sachen eSport beim VfL prophezeite dem Trio eine schnelle Entwicklung. Nun, schon knapp ein Jahr später, scheint dies eingetreten zu sein. Wolfsburgs Nachwuchsspieler machen bereits in Deutschland und über die nationalen Grenzen hinaus auf sich aufmerksam.

'BeneCR7x' belegt aktuell Rang 56 der Xbox-Weltrangliste. Über die gesamte FIFA 19-Saison hinweg machte der 19-Jährige eine gute Figur und qualifizierte sich für zwei FUT Champions Cups. Große Erfolge durfte er dort zwar nicht feiern, dennoch war es ein erster Hinweis, dass der Niederbayer selbst auf internationaler Ebene mithalten kann.

'Juli', das Küken der Mannschaft, blühte gerade in den letzten Monaten auf. Der inzwischen 17-Jährige spielte sich zu drei "Lizensierten Qualifikationsevents" und hat sogar noch Chancen auf eine Teilnahme an den Global Series Playoffs und damit dem FeWC. Beim Länderturnier von ESL und PlayStation steht Kühne zudem im Halbfinale und damit unter den besten vier Spielern Deutschlands.

'itsRiaad' kann im Gegensatz zu seinen Teamkollegen nicht mit internationalen Qualifikationen protzen. Dafür hat er etwas geschafft, was keinem anderen Wolfsburger gelang - auch nicht den beiden gestandenen Profis Timo 'TimoX' Siep und Benedikt 'SaLz0r' Saltzer. Der 18-Jährige spielte sich zum Grand Final der Virtual Bundesliga (VBL). Bei den Playoffs warf er unter anderem den amtierenden Champion, Tim 'TheStrxngeR' Katnawatos, raus und kämpft in Berlin nun um den deutschen Meistertitel.

Bei ihrer Verpflichtung gab der VfL Wolfsburg den Spielern ein Jahr Zeit, um Fortschritt zu zeigen. Man wolle einen längeren Weg zusammen gehen, dies sei aber kein Muss, hieß es damals von Schielke. Im Juni sind die zwölf Monate vorbei und eine Entscheidung des Vereins sowie der Spieler fällig. Dass der Bundesligist die drei Spieler ziehen lässt, ist zum jetzigen Zeitpunkt aber kaum vorstellbar.

Christian Mittweg

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