Bosz äußert sich zur Attacke von Aranguiz

Bayers "Endspiel", das keins sein kann, aber trotzdem eins ist

Will nicht noch mehr Druck aufbauen: Leverkusens Trainer Peter Bosz.

Will nicht noch mehr Druck aufbauen: Leverkusens Trainer Peter Bosz. imago images

Bayer 04 kann am Sonntag im Spiel gegen Eintracht Frankfurt voraussichtlich auf Innenverteidiger Sven Bender setzen. Der 30-Jährige, der beim 4:1-Sieg in Augsburg einen Schlag aufs Sprunggelenk erlitten und seitdem nicht mit der Mannschaft trainiert hatte, ist wieder voll belastbar. "Er hat heute wieder mittrainiert", erklärte Trainer Peter Bosz am Freitag, "wir haben morgen noch eine Einheit. Wenn die auch gut verläuft, kann er im Kader stehen."

Bosz kann also auf seinen Abwehrchef bauen im Schlüsselspiel für Bayer 04. Dessen Bedeutung Leverkusens Trainer allerdings etwas herunterspielt. "Das Spiel gegen Frankfurt ist ein wichtiges Spiel, aber noch kein Endspiel", sagt der Niederländer. Seine Begründung: "Ein Endspiel wird das nie sein. Denn auch wenn wir das Spiel gewinnen, haben wir noch nichts. Ein Endspiel wird normalerweise das Spiel gegen Hertha sein, das letzte Spiel."

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Eine Argumentation, die stimmt, aber umgekehrt auch nicht. Denn verliert die Werkself am Sonntag, so hat sich bei dann sechs Punkten und einer um mindestens 17 Treffer schlechteren Tordifferenz keine realistische Chance mehr auf Platz 4. Das Frankfurt-Spiel hat also für Bayer 04 allemal Endspiel-Charakter. Eine Tatsache, derer sich alle Leverkusener, ob Spieler oder Trainer, bewusst sind.

Bosz: Ein Halbfinale gibt auch Energie

Nicht nur deshalb fordert Bosz ("Natürlich schaut man auf das Restprogramm, aber darüber rede ich nicht mit meinen Spielern") den totalen Fokus auf die Partie am Sonntag. Ob sich in dieser das Frankfurter Spiel am Donnerstag gegen den FC Chelsea (1:1) aufgrund des Kräfteverschleißes positiv für seine Mannschaft auswirkt, ist für Bosz nicht gesichert. "Ich habe das auch als Spieler erfahren, nicht nur als Trainer: Wenn man die Möglichkeit hat, ein Halbfinale in der Europa League zu spielen, gibt das auch Energie. Es ist nicht so, dass man davon nur müde ist. Und wenn man ein Halbfinale spielt und es einem Energie gibt, kann man die vielleicht auch in die Bundesliga mitnehmen. Man muss sehen, wie es am Sonntag läuft", so der 55-Jährige.

"Da redet man unter Männern zusammen drüber und dann ist es vorbei"

Bosz stellt sich also auf einen harten Kampf ein, den seine Mannschaft gegen willensstarke Frankfurter annehmen muss. Feuer war auch am Dienstag im Training der Werkself, in dem Charles Aranguiz und Dominik Kohr aneinandergerieten, nachdem Kohr den Chilenen in einem Zweikampf hart am Fuß getroffen hatte. Die Attacke von Aranguiz ordnete Bosz, der den Chilenen und direkt danach auch die ganze Mannschaft in die Kabine geschickt hatte, nun mit drei Tagen Abstand gelassen ein: "Ich würde mir Sorgen machen, wenn so etwas gar nicht passiert. Normalerweise passiert so etwas zwei oder drei Mal pro Jahr. Es darf nicht passieren, aber es passiert. Wenn man ein anstrengendes Training hat, bei dem es viele Duelle gibt, kann das mal passieren. Das ist keine große Sache für uns. Da redet man unter Männern zusammen drüber und dann ist es vorbei." Für Bosz ist der Vorfall offenbar eher ein Zeichen dafür, dass seine Profis ans Limit gehen - und dabei halt auch mal darüber hinaus schlagen. Also betont Bosz nochmal: "Wenn das nicht ein, zwei, drei Mal pro Jahr passiert, dann würde ich mich fragen: Hey, was ist hier los? Das ist kein Problem."

Auch gegen Frankfurt wird Bayer 04 an die Grenzen gehen müssen. Damit die Werkself in dem Endspiel, das keins sein kann, aber trotzdem eins ist, nicht ihre plötzlich erhaltene Champions-League-Chance verspielt.

Stephan von Nocks

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96 denkt an 2006 - Werders großer Verlust