Politiker unterstützt eSport

Dänemarks Premierminister spielt Counter-Strike

Premierminister Rasmussen (l.) spielt während seinem Besuch bei Astralis Counter-Strike

Premierminister Rasmussen (l.) spielt während seinem Besuch bei Astralis Counter-Strike. RFRSH Entertainment

"Ein Blick auf die Jungs von Astralis zeigt, dass es auch im Gaming darum geht, einander im richtigen Leben zu treffen, einen gesunden Schlafrhythmus zu haben, sich richtig zu ernähren und sportlich zu betätigen. Sie sind ein Vorbild, mit dem dänische Eltern glücklich sein können", sagte Rasmussen während seinem mehrstündigen Aufenthalt im Hauptquartier von RFRSH Entertainment. Dem dänischen Unternehmen gehören unter anderem die eSport-Mannschaften Astralis und Origen. Mit dem legendären Counter-Strike-Team wagte sich der Premierminister sogar selbst ins Spiel.

Rasmussen hatten sich schon in der Vergangenheit mehrfach für den eSport ausgesprochen. Bei der BLAST Pro Series 2018 in Kopenhagen, einem Counter-Strike-Turnier, hielt der Premierminister beispielsweise die Eröffnungsrede am Finaltag. Dabei lobte er die Spieler für ihre Fähigkeiten, Teamwork und Hingabe. Zudem sprach Rasmussen das aus, was sich viele eSportler wünschen: Dass sie Sportler sind.

"Wir werden ihnen das Gegenteil beweisen"

Ein Politiker, der auf Counter-Strike-Events auftritt und selbst zur virtuellen Waffe greift, scheint aus deutscher Sicht nicht vorstellbar. Hierzulande herrscht bei Sportverbänden, in der Politik, aber auch den im eSport engagierten Sportvereinen immer noch Zurückhaltung, Skepsis und Abneigung, wenn es um Shooter geht. Dänemark scheint da schon weiter. Erst am 27. April veröffentlichte das Kulturministerium eine eigene eSport-Strategie mit der Absicht, die nationale Szene wirtschaftlich zu fördern sowie eine gesunde und sichere Umgebung für Jugendliche zu schaffen - auch in Bezug auf Counter-Strike.

Jegliche Zweifel sind im deutschen Nachbarland aber noch nicht beseitigt, das soll laut Rasmussen aber nur eine Frage der Zeit sein: "Ehrlich gesagt sehen viele meiner Kollegen eSport noch nicht als Sport, aber wir werden ihnen das Gegenteil beweisen."

Christian Mittweg