Hübner bricht Test ab - Hoffnung auf Rang 4 lebt

Nagelsmann: "Die Tür ist noch nicht zu"

Julian Nagelsmann

Hofft auf Platz vier: Julian Nagelsmann. imago

Wenn ein Trainer den Einsatz eines Spielers nicht ausschließt, obwohl derjenige im Grunde die komplette Woche im Training fehlte und auch gute Alternativen zur Verfügung stehen, dann sagt das viel aus über die Bedeutung und Wertschätzung des Kandidaten. In Hoffenheim heißt der aktuell Benni Hübner. Der Verteidiger war gegen Wolfsburg wegen Rückenproblemen kurzfristig ausgefallen und hatte erst am Mittwoch wieder eine Belastung gesetzt. "Er hat am Mittwoch einen Test abgebrochen und war auch am Donnerstag nicht auf dem Platz, ich gehe mal davon aus, dass er nicht spielen wird", erklärte Trainer Julian Nagelsmann, "aber wir haben genügend Alternativen und eine gute Idee, es zu kompensieren, sollte Benni nicht spielen können, das ist aber noch nicht ganz ausgeschlossen."

Immerhin stehen mit Kevin Vogt, Ermin Bicakcic, Stefan Posch und Kasim Adams vier gesunde Kandidaten bereit. Adams durfte oder musste gegen Wolfsburg kurzfristig einspringen und hinterließ einen instabilen Eindruck. "Das war für Kasim auch nicht so einfach, zeitnah vor dem Anstoß zu erfahren, dass er beginnt, gerade vor dem Hintergrund, dass er zuvor lange nicht gespielt hat oder gar nicht im Kader war. Da mache ich ihm keinen großen Vorwurf", so Nagelsmann, der weiter auf Hübners Heilung hofft. "Benni ist sehr wichtig, das sieht man in allen Spielen, auch auf Schalke, als er raus ist, hat der Ball auch relativ schnell wieder im Netz gezappelt. Die Jungs verlassen sich nicht auf ihn, aber er ist ein guter Stabilisator." Auf den Nagelsmann ungern verzichtet in den entscheidenden Spielen im Kampf um Europa.

"Dreimal gewinnen und neun Punkte holen"

Nach dem Rückschlag beim 1:4 gegen Wolfsburg "ist jetzt wieder mehr Druck auf dem Kessel, aber damit sind wir in den letzten Jahren auch gut gefahren. Deshalb habe ich keinen negativen Umgang mit dem Erlebnis vom vergangenen Wochenende wahrnehmen können", versichert der 31-Jährige, der die Lage nun so einschätzt: "Ich glaube, dass es relativ offen ist, das ist auch das reizvolle an der Situation. Frankfurt hat heute ein spannendes Spiel, das sicherlich in den Beinen hängen wird, aber sie sind sehr gut drauf und haben die beste Ausgangsposition. Leverkusen ist wieder besser in Schwung gekommen, wir sind ein bisschen gestrauchelt nach einer sehr guten Serie, Gladbach war zuletzt nicht so stabil wie in der Hinrunde", analysiert Nagelsmann, "natürlich hätten wir einen großen Schritt machen können gegen Wolfsburg, das haben wir nicht, aber die Tür ist noch nicht zu. Es ist jetzt schwieriger, wir müssen noch auf andere Ergebnisse hoffen neben der eigenen Performance. Die ist das alles Entscheidende. Unser Ziel sind die internationalen Plätze, der Wunschtraum ist der vierte, mit der Europa League sind wir auch zufrieden. Aber auch dafür werden null Punkte nicht reichen, sondern eher sechs oder neun."

Dazu wird die TSG in den verbleibenden Spielen unter hohem Zugzwang spielen. "Natürlich müssen wir ins Risiko gehen, aber anders spielen können wir nicht und haben wir auch nie", so Nagelsmann, "grundsätzlich gehen wir es mutig an, so dass wir dreimal gewinnen und neun Punkte holen können. Aber das ist auch abhängig vom Spielverlauf, es wird sich im Spiel detaillierter zeigen, was gefragt ist und was nicht."

Nagelsmann schließt auch eine Viererkette nicht aus

Bis kurz vor dem Anpfiff wird Nagelsmann bei Hübner diesmal jedenfalls nicht abwarten, damit sich der oder die Stellvertreter weiträumig auf die Aufgabe vorbereiten können. Möglich, dass diesmal Posch eine neue Chance erhält, "er hat lange Zeit sehr gut gespielt, gegen Wolfsburg war es eine Bauchentscheidung, weil wir den Eindruck hatten, Kasim Adams ist bei Standards sehr gut drauf, und Wolfsburg ist da sehr gefährlich." Denkbar aber auch, dass keiner von beiden aufläuft, "wir haben ja auch schon mit Viererkette gespielt, das ist eine Option", so Nagelsmann.

Michael Pfeifer

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