Eishockey

Lehner patzt - Hurricanes wirbeln auch in Spiel 3

NHL-Play-offs: Dallas gleicht gegen St. Louis aus

Lehner patzt - Hurricanes wirbeln auch in Spiel 3

Justin Williams

Siegtreffer in Spiel 3: Carolinas Justin Williams (l.) dreht jubelnd ab. Getty Images

"Take Warning": Hurricanes meistern die nächste Herausforderung

Unter dem Hashtag "#TakeWarning", also "sei gewarnt", starteten die Carolina Hurricanes in Anlehnung an eine Unwetterwarnung in das Abendteuer Play-offs 2019 und versprachen nicht zu viel: In der 1. Runde warfen die Canes mit den Washington Capitals den amtierenden Stanley-Cup-Champion raus (4:3) - nun sind sie kurz davor, mit einem Sweep ins Conference-Finale einzuziehen. In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag gelang Carolina ein 5:2-Heimsieg gegen die New York Islanders, was eine 3:0-Serienführung bedeutet.

NHL Stanley Cup - Play-offs - Conference Halbfinale - Best of 7
Carolina Hurricanes - Vereinsdaten

Gründungsdatum

01.01.1971

Vereinsfarben

Rot-Schwarz-Silber-Weiß

New York Islanders - Vereinsdaten

Gründungsdatum

06.06.1972

Vereinsfarben

Blau-Orange-Weiß

St. Louis Blues - Vereinsdaten

Gründungsdatum

05.06.1967

Vereinsfarben

Blau-Gold-Weiß

Dallas Stars - Vereinsdaten

Gründungsdatum

09.02.1966

Vereinsfarben

Grün-Silber-Schwarz-Weiß

Was die Hurricanes schon in der gesamten Endrunde auszeichnet: Sie gehen nie vom Gaspedal und lassen sich von keinem Rückschlag vom eigenen Weg abbringen. Die Herausforderung in Spiel 3 war es, Stammtorwart Petr Mrazek (Unterkörperverletzung) und Verteidiger Trevor van Riemsdyk (Oberkörperverletzung) zu ersetzen. Trainer Rod Brind'Amour schenkte Curtis McElhinney (vierter NHL-Play-off-Einsatz mit 35 Jahren, 28 Saves, 93,3 Prozent Fangquote) zwischen den Pfosten das Vertrauen und beorderte Haydn Fleury in die Abwehr. Kein Problem für die Mentalitätsmonster aus Raleigh, die ihrem Erfolgscoach blind folgen. "Ich würde für ihn durchs Feuer gehen", hatte Stürmer Jordan Martinook noch aus dem Krankenstand erklärt. An diesem Abend kehrte er (nach Unterkörperverletzung)genauso wie Angreifer Andrei Svechnikov (Gehirnerschütterung nach Faustkampf mit Alex Ovechkin) zurück.

NHL Play-offs 2019

Auf dem Eis gingen die Canes in allen drei Dritteln in Führung. Auf das 1:0 von Teuvo Teravainen (7.) antworteten die Islanders durch Devon Toews (9., im Powerplay). Auf das 2:1 durch Justin Faulk (32.) kam New York dank Josh Bailey zurück (35.). Den Treffer legte der Deutsche Tom Kühnhackl auf, der damit seinen bereits dritten Playoff-Assist in der laufenden Saison verbuchte. Der Knackpunkt der Partie war dann aber das 3:2 durch Justin Williams: Isles-Goalie Robin Lehner (33 Saves, 91,7 Prozent Fangquote), der erneut den Vorzug vor Thomas Greiss erhielt, leistete sich hinter dem eigenen Tor einen folgenschweren Fehlpass, den Justin Williams eiskalt zur erneuten Führung verwertete (51.). Zwei "Empty Netter" durch Teravainen und Sebastian Aho (beide 60.) schraubten den Endstand auf 5:2.

"Ich hatte ein paar gute Saves und dann vermassle ich es in einer Szene. Es war mein Fehler. Der geht auf mich", zeigte sich Lehner, der ansonsten herausragende Play-offs spielt (1,69 Gegentore/Spiel, 94,6 Prozent Fangquote), selbstkritisch. Die Islanders sind in der Serie nun 0:3 im Rückstand - eine weitere Niederlage im "Best-of-seven"-Format würde das Aus bedeuten. Für Carolina winkt dagegen der Sweep. "Wir sind jetzt 3:0 vorne, doch man sagt, dass der letzte Sieg der schwierigste ist und das ist er auch, weil der Gegner mit dem Rücken zu Wand steht", erklärte Siegtorschütze Williams. "Wir wollen nicht für ein Spiel 5 zurück nach New York. Aber wir werden uns den Hintern aufarbeiten, damit wir es in vier Spielen geschafft bekommen."

Vier unbeantwortete Tore: Dallas gleicht aus

John Klingberg

Einer von vier unterschiedlichen Torschützen: Dallas-Verteidiger John Klingberg. Getty Images

Bereits Spiel 4 bestritten die Dallas Stars und St. Louis Blues. Dabei gelang den Texandern nicht nur ein 4:2-Erfolg auf eigenem Eis, sondern auch der damit verbundene Serien-Ausgleich (2:2). Die Gäste aus St. Louis gingen durch Vladimir Tarasenko in Front (6., im Powerplay), dann gelangen Dallas vier unbeantwortete Tore durch Jason Dickinson (12.), Jason Spezza (20., im Powerplay), John Klingberg (30.) und Roope Hintz (38.). Robert Thomas konnte schlussendlich noch für die Blues verkürzen (54.).

"Wir haben heute als Mannschaft viel besser gearbeitet. Wenn du hart spielst und die richtigen Entscheidungen triffst, dann bekommst du ein gutes Ergebnis", sagte Stars-Kapitän Jamie Benn. "Ich weiß auch, dass Ben Bishop gut gespielt hat." Goalie Bishop stoppte 27 von 29 Schüssen (93,1 Prozent Fangquote) und war einmal mehr das Rückgrat seines Teams. Sein Gegenüber Jordan Binnington (27 Saves, 87,1 Prozent) fiel Ende des zweiten Drittels gleich als doppelter Provokateur auf und handelte sich Strafen wegen übertriebener Härte gegen Benn sowie wegen eines Stockschlags gegen Bishop ein. Ein feuriges Spiel 5 steht bevor. "Das ist Play-off-Hockey", so Binnington. "Wir werden unser Spiel ein bisschen verändern und dann sehen, was dabei herauskommt."

NHL-Ergebnisse vom Mittwoch, dem 1. Mai 2019:

Carolina Hurricanes - New York Islanders 5:2

Play-off-Stand: 3:0


Dallas Stars - St. Louis Blues 4:2

Christian Rupp

Play-off-Stand: 2:2

Die dritten Trikots in der NHL