SC lässt zu viele Chancen liegen

Freiburg: Viel "Stolz" und das große Aber

Giulia Gwinn

Auf dem Boden: Giulia Gwinn musste sich mit dem SC Freiburg im Pokalfinale geschlagen geben. imago images

Nach dem Schlusspfiff blieb der Konjunktiv der ständige Begleiter bei den Protagonisten des SC Freiburg. Was, wenn der Ball bei einer der zahlreichen guten Gelegenheiten den Weg über die Torlinie gefunden hätte? Dann hätten die Breisgauerinnen den großen Favoriten Wolfsburg vermutlich noch mehr ins Wanken gebracht.

So aber nahm das Spiel seinen vorhergesagten Lauf - und fand am Ende auch den prognostizierten Sieger. Dem SC blieb nur der Respekt der Kontrahentinnen und der Beifall der Massen. "Ich bin einfach nur unheimlich stolz auf die Mannschaft", erklärte Freiburgs scheidender Coach Jens Scheuer. Der künftige Bayern-Trainer hatte eine offensive Spielweise angekündigt, "und genau das haben wir gemacht".

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Deswegen dürfen die Mädels jetzt mal zwei Minuten traurig sein, dann geht der Kopf aber wieder nach oben. Sie können nur stolz auf sich sein.

Freiburgs Coach Jens Scheuer

Mit technisch ansehnlichem Fußball und schnellen Kombinationen brachte der Underdog den nun sechsmaligen Pokalsieger Wolfsburg gerade im ersten Durchgang gehörig unter Bedrängnis. "Deswegen dürfen die Mädels jetzt mal zwei Minuten traurig sein, dann geht der Kopf aber wieder nach oben. Sie können nur stolz auf sich sein", so Scheuer.

Dennoch kam der gebürtige Freiburger nicht um den Konjunktiv herum: "Nur sollten wir natürlich ein Tor erzielen bei so vielen Chancen. Dann hätte vielleicht ein anderes Spiel entstehen können." Gleich mehrfach vergab seine Elf beim 0:1 im Finale von Köln beste Einschussgelegenheiten.

SC-Kapitänin Clara Schöne musste ihrem Trainer schweren Herzens zustimmen: "Wir haben eine sehr gute erste Halbzeit gespielt, hatten super Chancen. Wenn wir nur eine davon nutzen, hätten wird das Ding nach Hause gebracht." Doch auch bei Schöne überwog am Ende der "Stolz". "Für mich war es eine große Ehre, dass ich diese Mannschaft auf das Feld führen durfte." Mit der Finalteilnahme sei ein großer Traum in Erfüllung gegangen, für den ganz großen Wurf "fehlt uns noch diese Abgezocktheit vor dem Tor".

Und so wird bei Freiburgerinnen neben einem couragierten Auftritt und ganz viel Stolz wohl ein großes Aber hängen bleiben.

tow