Stuttgarts Oldie: Aus Erfahrung gut

"Signalspieler" Beck erklärt seine neue Rolle

Andreas Beck und Nico Willig

Weg von der Seite: Andreas Beck wurde von Interimscoach Nico Willig ins Mittelfeld versetzt. imago images

Die rechte Defensivseite war bisher sein Revier. Vielleicht auch mal die linke. Aber eben immer die Seite. Bis jetzt Willig kam und Beck kurzerhand ins Mittelfeld verpflanzte. Rechts in der Raute, die die Schwaben zuletzt am 1. November 2015 (2:0 gegen Darmstadt) praktiziert hatten. Im Verbund mit den ebenfalls erfahrenen Gonzalo Castro (31), Dennis Aogo (32) und Daniel Didavi (29). "Andi ist ein Signalspieler", sagt der Stuttgarter Übergangstrainer über den stellvertretenden Kapitän. "Wir wollten in diesen Räumen Signale setzen." Mit dem 32-Jährigen weiter vorne und halbrechts. "Da ist er besser aufgehoben als an der Linie." Eine Eingebung, die "sehr, sehr gut funktioniert hat. Eine tolle Leistung von ihm".

Die Frage, was Willig mit "Signalspieler" genau meint, beantwortet der so Titulierte selbst. "Er wollte, dass wir Signale senden", erklärt Beck. "Zum Beispiel mit Zweikämpfen", von denen der gelernte Rechtsverteidiger einige führte. Einen sogar hart an der Grenze des Unerlaubten. Eine Grätsche gegen Jonas Hofmann, für die er prompt in der 15. Spielminute die Gelbe Karte sah. Man wollte "den Zuschauern und innerhalb der Mannschaft zeigen und sehen, dass da was geht". Mehr als nur ein Sparringspartner zu sein, wie in großen Teilen der bisher enttäuschenden Saison, in der man zwar oft mitspielen, aber selten punkten konnte. Auch weil man in den entscheidenden Momenten patzte.

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Zielers Signal holt die Fans zurück

Anders als diesmal, als auch Ron-Robert Zieler ein Signal sendete. Und was für eins. Gegen den in der 4. Minute mit zwei weiteren Gladbachern allein auf sich zustürmenden Alassane Plea blieb der VfB-Keeper der Sieger. Chance vereitelt, die Gunst der bis dahin weitgehend schweigenden Fans zurückgewonnen, der Partie den richtigen Dreh gegeben. Alles richtig gemacht. "Das war auch so ein Signal", erzählt Beck, für den allerdings auch noch andere Faktoren gewinnbringend waren. "Am Ende ging es darum, Dinge anders zu machen. Wir wollten das Spiel sehr schmal, sehr vertikal halten und mit vielen Bällen in die Tiefe agieren." Einer landete von Aogo abgesendet bei Anastasios Donis, der diesen wiederum im Gäste-Tor versenkte. Ein weiteres Signal. Diesmal an die Konkurrenz, die sich an diesem Wochenende allerdings ebenfalls nicht lumpen ließ.

George Moissidis

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