Fortuna-Coach Zapel verzweifelt, ist aber zuversichtlich

"Alle Klischees, die ein Abstiegskandidat bedienen kann"

Oliver Zapel

Weiterhin zuversichtlich: Fortunas Trainer Oliver Zapel. imago

"Herzlichen Glückwunsch an die Kickers. Sie konnten diesen Sieg sicherlich gut gebrauchen", sprach Zapel den Würzburgern zu Beginn der Pressekonferenz ein paar warme Worte zu und fügte direkt an: "Das hätten wir aber ebenso." Und zwar ganz dringend: Mit aktuell 38 Zählern steckt die Fortuna tief im Tabellenkeller fest und belegt mit zwei Punkten Rückstand auf das rettende Ufer den vorletzten Platz.

Guter Auftritt mit viel Slapstick

Dementsprechend motiviert legten die Südstädter auch los: "Man hat mit unserem Auftritt sicherlich gesehen, dass wir den Glauben hatten und dass wir richtig gut Fußball spielen können." Dass sich Köln mit diesem beherzten Auftritt aber nicht mit Zählbarem belohnen konnte, lag dann allerdings auch an einer anderen Beobachtung, die Zapel gemacht hatte: "Schlimmer und tragischer konnten wir es nicht unter Beweis stellen, wie sich eine Mannschaft, die in absolut schwierige Gewässer hineinmanövriert wurde, gerade verkaufen kann", so der Coach. "Man hat leider gesehen, dass wir alle möglichen Klischees bedienen können, die ein Abstiegskandidat bedienen kann."

3. Liga - 35. Spieltag
35. Spieltag
3. Liga Tabelle
Pl. Verein Punkte
1
VfL Osnabrück
76
2
Karlsruher SC
65
3
SV Wehen Wiesbaden
61
4
Hallescher FC
60
5
Hansa Rostock
50
6
Preußen Münster
49
7
Würzburger Kickers
48
8
KFC Uerdingen 05
47
9
FSV Zwickau
46
Tabelle 3. Liga

Schlimmer und tragischer konnten wir es nicht unter Beweis stellen, wie sich eine Mannschaft, die in absolut schwierige Gewässer hineinmanövriert wurde, sich gerade verkaufen kann.

Oliver Zapel

Beispiele gefällig? "Ein verschossener Elfmeter in der ersten Minute", ein überragend aufgelegter FWK-Keeper Eric Verstappen (kicker-Note 1,5) sowie die Tatsache, "dass wir uns in der zweiten Hälfte absolute Slapstick-Tore gefangen haben und es am Ende sogar fertigkriegen, den Ball aus 50 Zentimetern zentraler Position am Tor vorbeizulegen".

Gelingt im Saisonfinale der Sprung über den Strich?

Nach Abpfiff stand ein 0:2 auf der Anzeigetafel. Ein Ergebnis, dass die Kölner immer tiefer in den Abstiegssog hineinzieht. Viele Möglichkeiten, das Ruder herumzureißen, hat die Fortuna nicht mehr: Am kommenden Montag empfangen die Südstädter den SV Meppen, am 37. Spieltag gastieren sie in München beim dort ansässigen TSV 1860, ehe am 18. Mai das große Saisonfinale gegen die SG Sonnenhof Großaspach ansteht.

Bange ist Zapel allerdings nicht - im Gegenteil: Zwar hatte es in der Partie gegen Würzburg "so viele Situationen" gegeben, "die ganz, ganz schwer zu verdauen und harte Kost sind. Trotzdem bin ich nach dem Spiel sowas von überzeugt davon, dass wir die Klasse halten. Noch viel, viel überzeugter als vor dem Anpfiff."

kög

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