Dortmunds Torwart Bürki hat resigniert

Standard-Schwäche: BVB-Abwehr fehlt es auch an Größe

Dortmunds Keeper Roman Bürki

Nach einer Standardsituation mal wieder umsonst geflogen: Dortmunds Keeper Roman Bürki. imago

45 Prozent aller Liga-Gegentore hat Borussia Dortmund in dieser Saison nach Standards kassiert, je fünf Treffer nach Freistößen oder Ecken, vier durch Elfmeter, drei nach einem Einwurf und einen durch einen direkt verwandelten Freistoß.

Torhüter Roman Bürki müsste deshalb eigentlich an die Decke gehen, aber er beteuerte am Samstag in der Stadion-Mixed Zone vor einem Dutzend Journalisten: "Darüber rege ich mich nicht mehr auf. Das ist mir die Energie nicht wert."

Es klingt nach Ohnmacht, nach Resignation, nach Verzweiflung, wenn Bürki als unmittelbar Leidtragender fortfährt: "Wir als Spieler haben immer wieder Argumente gebracht, dass wir vielleicht etwas ändern müssen und haben auch den Trainer einbezogen. Aber irgendwann gehen uns die Argumente aus."

Erst vor zwei Wochen hatte Lucien Favre auf Nachfrage keinerlei Bereitschaft erkennen lassen, von seiner Marschroute abzuweichen: "Wir verteidigen wie 99 Prozent aller Mannschaften." Mann gegen Mann mit fester Zuordnung - das lehnt der Trainer strikt ab. "Niemand macht das."

Favres Credo in diesen Spielsituationen ist ein Mix aus Raum- und Manndeckung. Drei Spieler decken im Raum, drei weitere mit fester Zuordnung. Dass auf diese Weise auch Verantwortlichkeiten geschaffen werden, hat die Fehlerquote nicht senken können.

Vor Schalkes 2:1 gab es eine klare Zuordnung für den Torschützen Salif Sané. Fernsehbilder zeigen deutlich, dass Axel Witsel eingeteilt war und Sané trotzdem entwischen ließ. Der Belgier ging aber mit einem Handicap in dieses ungleiche Duell: Er ist mit seinen 1,86 m zehn Zentimeter kleiner als der Schalker.

Größenmäßig hätte es allenfalls Dan-Axel Zagadou (1,93 m) mit Sané aufnehmen können. Doch für den verletzten Franzosen ist die Saison wohl schon vorbei. Und Dortmund läuft weiter Gefahr, im Luftraum vor dem eigenen Tor unterlegen zu sein.

Thomas Hennecke

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