Bundesliga

Hoffenheim: Der Kopf? Der Körper? Der Elfmeter?

TSG erleidet Rückschlag

Hoffenheim: Der Kopf? Der Körper? Der Elfmeter?

Rückschlag im Kampf um Europa: Hoffenheims Adam Szalai.

Rückschlag im Kampf um Europa: Hoffenheims Adam Szalai. picture alliance

"Keine Ahnung, was los war", sinnierte Torhüter Oliver Baumann nicht nur über seinen Patzer zum 1:2, der den Gegner auf die Siegerstraße gebracht hatte. Möglicherweise der Druck, der sich immer mehr konkretisierenden Chance, tatsächlich noch die Champions League zu erreichen? "Wenn das so war, dann ist es jetzt verdient nicht mehr so", erklärte der 28-Jährige. Trainer Julian Nagelsmann vermutete das Gegenteil: "Vielleicht hat der diesmal zu geringe Druck nicht zu einer Topleistung geführt." Schließlich war zuletzt nicht nur bei der TSG direkt, sondern auch indirekt auf den anderen Plätzen viel von alleine für die Hoffenheimer gelaufen.

Bicakcic: "Alles war sehr träge und schläfrig"

Ermin Bicakcic hatte den verschossenen Strafstoß von Andrej Kramaric als Wendepunkt der Partie ausgemacht. "Wir haben 20 Minuten sehr gut angefangen und müssen eigentlich 2:0 führen, dann verschießen wir den Elfmeter, kein Vorwurf an Andrej. Nur als Mannschaft ist das ein psychologisches Ding, da musst du als Team anders mit umgehen", sagte der Verteidiger. Danach stand plötzlich eine andere Hoffenheimer Mannschaft auf dem Platz. "Wir haben es 70 Minuten lang nicht geschafft, die Power auf den Platz zu bringen, die wir haben. Das war ein ganz schwieriges Spiel. Es war das gesamte Auftreten der Mannschaft. Alles war sehr träge und schläfrig. Das Gegenpressing, das Nachrücken, die Gegnerbindung, die Aggressivität, die Zweikämpfe. Und Wolfsburg hat viel Qualität, das wird dann eben bestraft."

Bicakcic über Baumann: "Das wird er schnell abhaken"

War es also eher ein psychologisches Phänomen? "Wolfsburg hat wieder an sich geglaubt, wir trotz Führung den Glauben verloren", stellte Nagelsmann fest. Auch Baumanns halbes Eigentor zum 1:2 war sicher eine zusätzliche mentale Belastung. "Auch keinen Vorwurf an Oli, das kann mal passieren. Er hat zuvor auch schon einige Dinger rausgeholt, wo es früher hätte scheppern können", so Bicakcic, "er ist erfahren genug und so lange im Geschäft, dass ihn das nicht umhaut. Das wird er schnell abhaken."

Stratege Demirbay wurde schmerzlich vermisst

Oder spielte auch die körperliche Verfassung eine Rolle? Seit Wochen spielt die TSG im Vollgas-Modus, legte auch gegen Wolfsburg extrem stürmisch los, um danach stark nachzulassen. Fehlte Aggressiv-Leader Benjamin Hübner mehr als zu erwarten war? Der Innenverteidiger hatte seinen Einsatz kurz vor der Partie wegen Rückenproblemen abhaken müssen. Auch der gelbgesperrte Stratege Kerem Demirbay wurde schmerzlich vermisst. Alles potenzielle Faktoren, doch die schlüssige Erklärung fehlte dennoch.

In der Verarbeitung des Tiefschlages waren sich dann wieder alle einig. "Das müssen wir sehr schnell abhaken. Und es in den letzten drei Spielen wieder besser machen. Das war auch aufgrund des Spieltages eine gute Chance, richtig oben reinzurutschen", erklärte Bicakcic, "wir hätten etwas gewinnen können, aber wir haben auch noch nichts verloren. Es ärgert uns extrem, aber es ist noch alles erreichbar." Die Aufgaben in Gladbach, gegen Bremen und in Mainz werden allerdings nicht einfacher.

Michael Pfeifer

Bilder zur Partie TSG Hoffenheim - VfL Wolfsburg