Deutsche Profis scheitern knapp

Hearthstone-WM: 'Hunterace' beendet deutschen Titeltraum

Der neue Hearthstone-Weltmeister heißt 'Hunterace'.

Der neue Hearthstone-Weltmeister heißt 'Hunterace'. Blizzard/Helena Kristiansson

Casper 'Hunterace' Notto galt bereits vor Turnierbeginn als Favorit auf den Titel. Notto ist in der Hearthstone-Szene für seine Konstanz bekannt: Über das gesamte Jahr holte der Norweger mehr Ranglistenpunkte als jeder andere Spieler. Ein bedeutender Titel fehlte ihm aber noch. Umso größer war seine Freude nach einem knappen 3:2-Sieg im Finale gegen Torben 'Viper' Wahl aus Deutschland. Das zeigte sich auch beim Abschlussinterview auf der Bühne. 'Hunterace' schnaufte während seiner ersten Antworten so, als wäre er gerade einen Marathon gelaufen, brachte schließlich aber doch ein paar Worte raus: "Es ist unglaublich. Besonders im letzten Spiel war ich super angespannt."

'Viper' hofft auf Lucky Punch

Die Anspannung kam nicht nur vom Druck eines fünften Spiels in der Finalserie. 'Viper' hatte in einem für ihn unvorteilhaften Matchup, Zoo-Hexenmeister gegen Kontroll-Schamane, die Karte "Meisterdieb Rafaam" gespielt. Der Diener ersetzt das eigene Deck mit zufälligen legendären Monstern und macht jegliche Vorbereitung sowie Strategie damit zunichte. Von da an warteten Profis, Kommentatoren und Publikum jede Runde gespannt, welche Karte 'Viper' als nächstes ziehen würde. 'Hunterace' musste derweil eine Menge spekulieren und mit dem Unmöglichen rechnen. Am Ende kamen durch die Masse legendärer Diener zwar mehrere verrückte Runden und Kombinationen zustande, der Sieg blieb dem deutschen Spieler jedoch verwehrt.

"Die beste Woche meines Lebens"

Der zweite deutsche Vertreter bei der Hearthstone World Championship, Raphael 'BunnyHoppor' Peltzer, war ebenfalls kurz zuvor knapp ausgeschieden. Der 27-Jährige unterlag seinem deutschen Landsmann im Halbfinale mit 2:3. Trotzdem war die Weltmeisterschaft ein Erfolg für beide Spieler. 'Viper' hatte schon in der Runde der letzten Vier gesagt, dass er vor einem Jahr niemals damit gerechnet hätte, soweit zu kommen. Sein abschließendes Statement nach dem Finale fiel dementsprechend positiv aus: "Ich kann gerade nicht beschreiben, wie glücklich ich darüber bin, Vizemeister zu sein und es ins Grandmaster-Programm geschafft zu haben. Im Finale zu verlieren, war nicht so schlimm. Ihr müsst Euch keine Sorgen machen. Das ist die beste Woche meines Lebens." Die hohe Platzierung zahlt sich zudem finanziell aus. Wahl kassiert für seinen zweiten Platz 150.000 US-Dollar, Peltzer 100.000 US-Dollar.

Christian Mittweg

World Championship 2019

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