Der Norweger überzeugt - außer vorm Tor

Dardai lobt Skjelbred: "Er lässt sein Herz auf dem Platz"

Vergab die Chance auf den Sieg in Frankfurt: Herthas Per Skjelbred.

Vergab die Chance auf den Sieg in Frankfurt: Herthas Per Skjelbred. imago

Keiner der auf beiden Seiten eingesetzten Profis verzeichnete mehr Ballaktionen als Skjelbred (71), niemand spulte ein größeres Pensum ab (11,40 Kilometer). "Sehr stark" fand Nebenmann Valentino Lazaro den Auftritt des Fleißarbeiters beim torlosen Remis. Auch Trainer Pal Dardai war voll des Lobes: "Per ist ein guter Junge, ein Muster-Profi. Er fightet immer und lässt sein Herz auf dem Platz. Was den Willen angeht, kann jeder junge Spieler von ihm lernen und ihn sich zum Vorbild nehmen."

Der einstige Kapitän der norwegischen Nationalmannschaft eroberte in gewohnt griffiger Manier Bälle und warf sich in jeden Zweikampf, einzig die Krönung blieb ihm versagt. In der Nachspielzeit, als Hertha nach Lukas Klünters Gelb-Roter Karte längst in Unterzahl agierte, hätte der Mittelfeldspieler das Spiel entscheiden können, er rannte nach feinem Pass von Salomon Kalou aufs Frankfurter Tor zu - und scheiterte mit einem Schuss im Fallen an Eintracht-Keeper Kevin Trapp.

Ein Torjäger wird Skjelbred nicht mehr

Ein Torjäger wird aus Skjelbred in diesem Leben nicht mehr, nach 178 Bundesliga-Spielen verzeichnet die Bilanz des Routiniers zwei Tore. "Wir hatten mit zehn Mann einen Matchball", sagte Dardai und hatte ob der verpassten Chance am Ende bei aller Zufriedenheit über den Punkt "ein bitteres Gefühl". Dennoch mochte der Ungar Skjelbred "nullkommanull Vorwürfe" machen: "Das muss man akzeptieren, dass er es nicht geschafft hat."

Umbau im Sommer - Auf Skjelbred ist Verlass

In Abwesenheit von Marko Grujic (Gelb-Sperre) und Arne Maier (Teilruptur des Innenbandes im linken Knie) war Skjelbred wieder wichtig - in seinem erst neunten Startelf-Einsatz in dieser Saison. Bei Hertha wird sich im Sommer einiges tun. Ein neuer Coach wird Dardai beerben, einige Profis werden Berlin verlassen - auch im zentralen Mittelfeld. Der Verbleib von Leihspieler Grujic (FC Liverpool) ist offen, Fabian Lustenberger kehrt nach zwölf Jahren Berlin in die Schweiz zurück (YB Bern), der mehr noch als Skjelbred zur Teilzeitkraft abgestiegene Vladimir Darida prüft Wechseloptionen. Mit dem zuverlässigen Skjelbred kann der neue Trainer planen.

Hertha BSC verlängerte bereits im Januar mit dem Norweger bis 2020 - im Wissen darum, dass er immer noch sehr wertvoll sein kann. Spätestens die Dienstreise nach Hessen lieferte den Beweis dafür.

Steffen Rohr

Bilder zur Partie Eintracht Frankfurt - Hertha BSC