Broncos draften Quarterback, Metcalf muss warten

Rosen-Trade perfekt: So lief der zweite Draft-Tag

Josh Rosen

In Arizona geschasst, nun mit neuem Team: Quarterback Josh Rosen. imago

Welche Top-Spieler wurden an Tag zwei gezogen?

Wie bereits erwartet, war Runde zwei geprägt von drei Positionsgruppen, die am ersten Tag eher vernachlässigt worden waren: Cornerback, Offensive Line und Wide Receiver. Gleich mit dem ersten Pick der zweiten Runde sicherten sich die Arizona Cardinals Cornerback Byron Murphy (Washington), den für viele Experten besten Cornerback des Jahrgangs. Zwei Picks später wählten die Jacksonville Jaguars den hochveranlagten Offensive Tackle Jawaan Taylor (Florida), der bereits für den siebten Overall-Pick mit den Jags in Verbindung gebracht worden, aufgrund einer Knieverletzung aber bis in die zweite Runde gefallen war.

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Zwei der prominentesten Namen des diesjährigen Drafts mussten auch an Tag zwei überraschend lange warten, bis ihr Name aufgerufen wurde: Cornerback Greedy Williams (LSU) ging erst an Nr. 46 zu den Cleveland Browns. Noch dicker kam es für D.K. Metcalf (Ole Miss), der als physischer Freak im Pre-Draft-Prozess mit einer eindrucksvollen Combine und einem Körperfettanteil von angeblich nur zwei Prozent auf sich aufmerksam gemacht haben. Fast alle namhaften Experten sahen den Receiver in Runde eins, der Großteil auch als ersten Spieler seiner Position vom Board gehen. Es dauerte jedoch bis zum letzten Pick der zweiten Runde, ehe die Seattle Seahawks an Nr. 64 zuschlugen.

Gepunktet haben könnte Metcalf bei seinem Team-Interview vor wenigen Wochen, als der muskelbepackte Receiver Oberkörper frei ins Büro der Seahawks kam und Head Coach Pete Carroll spontan selbst sein Shirt auszog. Kurios, dass Metcalf nun tatsächlich in Seattle landet - wenn auch dadurch bedingt, dass sich zahlreiche Teams zuvor ausdrücklich gegen ihn entschieden hatten. Alleine in Runde zwei waren vor Metcalf sechs andere Receiver gezogen worden.

Welche Teams holten sich einen Quarterback?

Drew Lock, Roger Goodell

Neuer Broncos-Quarterback: Drew Lock (li.) mit NFL-Commissioner Roger Goodell. imago

Nach drei Spielmachern in Runde eins waren es am zweiten Tag des Drafts nur noch zwei Quarterbacks, die gezogen wurden. Wenig überraschend kam der Pick von Drew Lock: Dem Missouri-Spieler war im Vorfeld Potenzial zum Erstrundenpick bescheinigt worden, vor allem die Denver Broncos hatten Interesse gezeigt. Deren General Manager John Elway bekam seinen Wunschspieler nun in Runde zwei, an Position 42. Lock passt genau ins Beuteschema der Broncos: groß, massiv und ausgestattet mit einem extrem starken Arm - genau wie einst Elway selbst und genau wie Joe Flacco, den Denver für die kommende Saison als Starter verpflichtet hatte und den Lock wohl früher oder später ablösen soll.

Hinten anstellen müssen wird sich wohl auch Will Grier (West Virginia), der Ende der dritten Runde (Pick 100) als insgesamt fünfter Quarterback gezogen wurde und künftig für die Carolina Panthers aufläuft. Dort ist Grier als Ersatz für Cam Newton eingeplant, der in den letzten Jahren häufig mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte.

Wer ist an Tag drei noch verfügbar?

Klar: Wenn NFL-Commissioner Roger Goodell um 19 Uhr MESZ den dritten Draft-Tag eröffnet, werden nicht mehr viele Top-Talente verfügbar sein. Florida-Safety Chauncey Gardner-Johnson ist der einzige Spieler, der von einigen Experten in Runde eins gesehen und jetzt noch immer auf dem Board sind. Hinzu kommen noch einige interessante Receiver wie Hakeem Butler (Iowa State) und Riley Ridley (Georgia), Bruder von Falcons-Profi Calvin Ridley. Weitere Namen, die zu Beginn von Runde vier begehrt sein sollten: Alabama-Linebacker Mack Wilson sowie die Cornerbacks Julian Love (Notre Dame) und Amani Oruwariye (Penn State).

Und was passiert mit Rosen?

Die wohl drängendste Frage rund um den Draft wurde im Laufe der zweiten Runde beantwortet. Josh Rosen, im letzten Jahr noch an Nummer zehn von den Arizona Cardinals gedraftet, läuft künftig für die Miami Dolphins auf. Das Franchise aus Florida sicherte sich die Rechte am 22-jährigen Spielmacher für den insgesamt 62. Pick des diesjährigen Drafts (Arizona wählte Receiver Andy Isabella) sowie einen Fünftrundenpick 2020. Ein Trade, der Konturen angenommen hatte, nachdem Arizona mit dem First Overall Pick Kyler Murray verpflichtet hatte. Miami hatte eigentlich geplant, seinen Franchise-Quarterback erst im Draft 2020 zu finden, hat in Rosen aber bereits jetzt eine hochtalentierte Option auf der wichtigsten Position im Football - und das zu einem vergleichsweise günstigen Preis.

mib