Bundesliga

BVB-Drama im Derby - Bayerns Glücks-Punkt in Nürnberg

Dämpfer für Bremen - 96 siegt mal wieder - Hoffenheim zerfällt

BVB-Drama im Derby - Bayerns Glücks-Punkt in Nürnberg

Unfassbares in der Schlussphase: Erst verschoss Nürnbergs Leibold einen Elfmeter, dann scheiterte Coman vor Mathenia.

Unfassbares in der Schlussphase: Erst verschoss Nürnbergs Leibold einen Elfmeter, dann scheiterte Coman vor Mathenia. imago

Leibolds bitterer Fehlschuss vom Punkt - Mathenias Glanztat gegen Coman

Das Titelrennen und der Abstiegskampf bleiben dank des 1. FC Nürnberg spannend. Die Franken holten überraschend einen Zähler gegen den FC Bayern zum Abschluss des 31. Spieltags und geben sich im Keller nach dem 1:1 nicht auf. Die Münchner indes können aus Dortmunds Derby-Niederlage nicht das volle Kapital schlagen und gehen mit zwei Zählern Vorsprung in die drei letzten Spieltage. Die erste Hälfte kam ohne große Höhepunkte aus, immerhin zeigten sich die Nürnberger gegen den Spitzenreiter auf Augenhöhe. Nach dem Seitenwechsel versuchten es die Münchner mit Gnabry für Müller, aber die Nürnberger durften als erste jubeln: Matheus Pereira schlenzte den Ball ins lange Eck. Die Bayern erhöhten daraufhin den Druck, doch Großchancen kamen dabei - außer bei Standards - nicht heraus. Insofern war das Zustandekommen des Ausgleichs glücklich: Bauer spitzelte eine Coman-Flanke auf die Wade Gnabrys und von dort prallte die Kugel als Lupfer rein. In der Schlussphase wurde es dann dramatisch: Erst setzte Leibold einen Elfmeter an den rechten Pfosten, dann lief Coman alleine auf FCN-Torwart Mathenia zu, der den Franzosen stoppte. Unter dem Strich eine gerechte Punkteteilung, die dem Underdog aus Nürnberg mehr wehtut, denn der Relegationsplatz ist nun fünf Zähler entfernt.

Hoffenheim zerfällt nach Baumanns Blackout - 1:4 gegen Wolfsburg

Wolfsburg geriet durch Baumanns Patzer auf die Siegerstraße - Weghorst war es egal.

Wolfsburg geriet durch Baumanns Patzer auf die Siegerstraße - Weghorst war es egal. imago

Die TSG Hoffenheim hatte die Champions League am Sonntagnachmittag im Blick, doch nach dem 1:4 gegen den VfL Wolfsburg dürfte es mit der Königsklasse nichts werden für die Nagelsmann-Elf. Die Kraichgauer legten munter los und hatten wie die Wolfsburger auch Chancen im Minutentakt. Erfolgreich war dann TSG-Stürmer Szalai, der eine Schulz-Flanke elegant veredelte. Kurz danach vergab Kramaric die große Chance auf das 2:0, als der Kroate einen Foulelfmeter verschoss. Der erste Fehlschuss vom Punkt für Kramaric in dieser Saison wirkte wie ein Filmriss bei der TSG, Wolfsburg übernahm das Kommando und glich verdient durch Williams Schlenzer aus. In Halbzeit zwei agierten beide Teams zunächst etwas verhaltener. Als die Partie wieder flotter wurde, leistete sich der bis dahin bärenstarke Baumann einen kapitalen Aussetzer, als er Weghorsts harmlosen Kopfball quasi selbst ins kurze Eck warf. Hoffenheim bemühte sich um ein Comeback, aber die Wolfsburger schlugen noch zweimal eiskalt zu - Arnold und Weghorst schraubten das Ergebnis auf 4:1. Die Labbadia-Elf ist damit wieder bis auf einen Punkt an Platz sieben herangerückt - auf diesem Rang liegt die TSG.

1:0 gegen Gladbach: Donis haucht dem VfB neues Leben ein

Stuttgarts Matchwinner Donis

1:0 gegen Gladbach: Stuttgarts Matchwinner Donis. imago

Der VfB Stuttgart hat mit seinem neuen Trainer Nico Willig am Samstagabend ein Lebenszeichen gesendet und Borussia Mönchengladbach mit 1:0 bezwungen. Der erste Sieg seit dem 5:1 über Hannover am 24. Spieltag lässt die Schwaben im Abstiegskampf wieder hoffen - der Rückstand auf den von Schalke belegten 15. Platz beträgt nun wieder sechs Zähler - und der VfB trifft am letzten Spieltag direkt auf die Königsblauen. In einer wilden Partie mit vergebenen Großchancen war letztlich der Stuttgarter Donis der Matchwinner. Der Grieche besorgte für die im zweiten Abschnitt überlegenen Schwaben den Siegtreffer, nachdem er kurz zuvor noch am Pfosten gescheitert war. Mönchengladbach konnte den Frankfurter Patzer gegen Hertha (0:0) nicht nutzen und bleibt mit drei Punkten Rückstand auf die Hessen stehen.

Dramatisches Derby - BVB verliert drei Punkte, Reus und Wolf

Schalkes Salif Sané köpft zum 2:1 für die Knappen in Dortmund ein.

Schalkes Salif Sané köpft zum 2:1 für die Knappen in Dortmund ein. Getty Images

Borussia Dortmund verlor am Samstagnachmittag das prestigeträchtige 175. Revierderby gegen Schalke 04 mit 2:4 und erleidet damit einen möglicherweise entscheidenden Rückschlag im Titelrennen gegenüber dem FC Bayern. Zunächst ging es für den BVB prima los, Götze köpfte nach Sanchos Zuckerpass zur Führung ein - beim Jubel wurde der Engländer von einem Gegenstand aus der Schalker Kurve am Kopf getroffen, konnte aber weiterspielen. Trotz Führung drehte sich das Spiel danach zugunsten der Königsblauen: Zunächst glich Caligiuri durch einen strittigen Handelfmeter aus, dann nickte Sané zur 2:1-Führung ein. Im zweiten Abschnitt versuchte der BVB aufzuholen, doch Reus sah nach Foul an Serdar Rot. Den fälligen Freistoß schlenzte Caligiuri in den Winkel zum 3:1. Kurz danach war die Favre-Elf gar nur noch zu neunt, da auch Wolf den Roten Karton sah. Dennoch ließ Witsel die Schwarz-Gelben nochmals hoffen (2:3), aber kurz danach machte Embolo mit dem 4:2 für die Schalker alles klar.

Forsberg sichert Leipzig das Ticket für die Champions League

Leipzig in der Champions League - dank Emil Forsbergs Elfmeter zum 2:1 gegen Freiburg.

Leipzig in der Champions League - dank Emil Forsbergs Elfmeter zum 2:1 gegen Freiburg. imago

RB Leipzig hat endgültig das Ticket für die Champions League gelöst - und sich zugleich mindestens Rang drei gesichert. Die Sachsen spielten gegen den SC Freiburg 2:1. RB-Stürmer Werner brachte die Leipziger mit seinem 15. Bundesliga-Tor in dieser Saison in Führung und belohnte damit das im ersten Abschnitt etwas gefährlichere Team - der SC spielte allerdings bis zum Pausenpfiff gut mit. Nach dem Seitenwechsel überraschte Grifo den Leipziger Keeper Gulasci mit einem schnell ausgeführten Freistoß zum 1:1 - die Leipziger protestierten vergeblich. Danach konzentrierten sie sich wieder auf Fußball und kamen durch Forsbergs verwandelten Handelfmeter zum 2:1-Heimsieg.

Ramans Blitzstart, Karamans irres Solo - Bremens Rückschlag

Das erste Tor am Nachmittag erzielte Düsseldorfs Raman, der gegen den SV Werder schon nach 54 Sekunden traf. Für die Funkel-Elf lief es gegen noch "Pokal-geschädigte" Hanseaten nach Wunsch - Karamans-Sololauf zum 2:0 war sehenswert, aber angesichts der Bremer Slalomstangen auch nicht allzu schwer. Nach dem doppelten Rückstand erwachte Werder dann allerdings, kam durch Kruses Elfmeter zurück und verpasste noch vor dem Seitenwechsel durch Sahins Lattenkopfball den möglichen Ausgleich. Im zweiten Abschnitt schlug F95 wieder sehenswert zu - Hennings markierte das 3:1, Suttner markierte den 4:1-Endstand.

Weydandt lässt Hannover wieder träumen

Hannovers Hendrik Weydandt kann sein Glück kaum fassen - 1:0-Torschütze gegen Mainz.

Hannovers Hendrik Weydandt kann sein Glück kaum fassen - 1:0-Torschütze gegen Mainz. imago

Hannover 96 lebt wieder. Die Niedersachsen feierten unter Trainer Thomas Doll ihren zweiten Sieg und bezwangen das lange Zeit klar überlegene Mainz mit 1:0. Nachdem die Gäste mehrere Großchancen liegen gelassen hatten, schlug das Schlusslicht kurios zu - Weydandt traf, als die Mainzer Abwehr samt Torwart Müller den Ball längst gesichert hatten. Danach zog sich die Doll-Elf mit Mann und Maus zurück und verteidigte den knappen Vorsprung glücklich. Der Sieg der 96er entpuppte sich aber durch das Abendspiel der Stuttgarter (1:0 gegen Gladbach) gegen Mainz nicht als derart hilfreich, wie zunächst angenommen - 96 liegt weiter sechs Zähler hinter dem Relegationsplatz.

Nullnummer in Frankfurt

Eintracht Frankfurt spielte gegen Hertha BSC nur 0:0 und muss wieder ein bisschen mehr um den vierten Platz bangen (Gladbach, Leverkusen und Hoffenheim lauern). In einer höhepunktarmen Partien verdienten beide Mannschaften nicht mehr als einen Zähler. In der Schlussphase mussten die Berliner zu zehnt auskommen, Klünter sah die Ampelkarte.

Havertz-Lupfer bringt Bayer auf die Siegerstraße

Bayer Leverkusen hat am Freitagabend zum Auftakt des 31. Spieltags den Lauf der Augsburger unter Martin Schmidt gestoppt. Nach zwei Siegen aus zwei Spielen ging der FCA gegen die Werkself als verdienter Verlierer vom Platz. Nach unterhaltsamen 90 Minuten siegte die Bosz-Elf mit 4:1 und darf weiter von der Europa League oder gar der Königsklasse träumen. Den besseren Start erwischten allerdings die Augsburger, die durch Dansos Kopfball früh in Führung gingen. Die Leverkusener hatten aber schnell Antworten parat - Volland hämmerte den Ball unter die Latte zum 1:1. Nach dem Seitenwechsel traf Havertz den Ball traumhaft oder sehr glücklich zum 2:1-Führungstreffer. Tah besorgte nach einem Kobel-Patzer das 3:1, Brandt besorgte mit einem Konter den 4:1-Endstand. Die Bosz-Elf erzielte zudem zwei weitere Treffer (Alario und Dansos Eigentor), doch beide wurden vom Video-Assistenten einkassiert. Mit einem Sieg wäre Augsburg der Klassenerhalt nicht mehr zu nehmen gewesen.

bst