"Anfang raus"-Sprechchöre zu vernehmen

Köln zwischen Wut, Trauer und Fassungslosigkeit

Timo Horn

Niederlage plus eigener Patzer gegen Darmstadt: ein völlig bedienter Timo Horn. imago

Fassungslosigkeit hatte sich breitgemacht, die allerdings von anderer Natur war als die nach der Blamage von Dresden: "Das war ein völlig anderes Spiel als zuletzt", analysierte Horn, hob "Einsatz und Leidenschaft vor allen Dingen in der zweiten Hälfte" heraus und erntete damit noch nicht einmal Widerspruch. Allein: nach 90 Minuten standen null Punkte auf der Habenseite - in dieser Phase eine kleine Katastrophe.

Überwog bei den Profis die Trauer über "die völlig unnötige Niederlage" (Horn), war es bei den Fans die Wut, die sich breitmachte und in "Anfang raus"-Sprechchören mündete. Der angeschlagene Trainer ("Ich bin wahnsinnig enttäuscht!") trug es mit Fassung: "Das macht gar nichts mit mir, ich bin genauso ehrgeizig wie jeder Fan."

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Dass es in Köln noch vor Saisonende zum großen Knall kommt, ist unwahrscheinlich, allerdings nicht gänzlich ausgeschlossen. Die Leistungssteigerung gegenüber dem Dresden-Spiel werden die Verantwortlichen ebenso registriert haben wie die Tatsache, dass die Mannschaft seit vier Spielen deutlich unsouveräner agiert als man dies von ihr erwarten kann. Das Problem scheint eher zwischen den Ohren beheimatet, fast scheint es, als habe sich Angst vor dem Aufstieg in den Köpfen breitgemacht.

Geschäftsführer Armin Veh äußerte sich nicht: "Ich muss das erstmal sacken lassen." Timo Horn, mitschuldig am 1:2-Treffer durch Felix Platte, forderte die Kollegen auf, den Kopf nicht in den Sand zu stecken: "Ab Montag geht es weiter, dann haben wir noch drei Matchbälle. Die wollen wir zu einhundert Prozent angehen."

Eine weitere Hiobsbotschaft für die Kölner: Christian Clemens musste nach gut einer halben Stunde ausgewechselt werden. Diagnose: Schwere Knieverletzung.

Frank Lußem

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