Verletztensituation beim Sport-Club wird hinterfragt

Streich: "Spieler wollen jeden Tag Feuer"

Christian Streich

Freiburgs Trainer Christian Streich hinterfragt angesichts der Verletzungsmisere die Trainingssteuerung. imago

Als "glücklichen Umstand" bezeichnete es Streich, dass die Mannschaften im Tabellenkeller nicht aufholen konnten, als der Sport-Club nicht gepunktet hat. Er findet aber auch, dass sein Team "besser war als Mannschaften, die weniger Punkte haben als wir". Zudem verwies der SC-Coach ein weiteres Mal auf die vielen Ausfälle, die es im Lauf der Saison gab und auch aktuell weiterhin gibt. "Es sind ein paar weggebrochen, die wir brauchen in der Breite", sagte Streich. Und das zwinge ihn auch dazu, immer wieder "rumzubasteln", am Personal und am System.

Neidisch schaut er deshalb auf Mannschaften, die jedes Wochenende mit fast identischer Besetzung und der gleichen Taktik auflaufen können. "Ich würde gerade gerne viel weniger Taktik und Video machen", so Streich, das gehe aber nicht, wenn er mit dem SC in den letzten Saisonspielen noch erfolgreich sein will. Personell wird sich in den nächsten Wochen kaum etwas verändern, nur Nils Petersen wird noch zurückerwartet. Für die anderen Rekonvaleszenten liegt der Fokus schon jetzt auf der kommenden Saison.

Wir müssen auch aus medizinischer Sicht schauen, dass so viele wie möglich gesund auf dem Platz sind.

Christian Streich

Vor der wird beim Sport-Club auch noch aufgearbeitet werden, ob in der Trainingssteuerung etwas verändert muss, nachdem schon in der zweiten Saison in Folge mehrere Stammspieler über längere Zeit ausgefallen sind. Streich betonte zwar, dass man bei den Verletzungen unterscheiden müsse, "aber wir hinterfragen es selbstverständlich, das ist ein komplexes Thema, mit dem wir uns kritisch auseinandersetzen". Unter Pech lassen sich die Sprunggelenkfraktur von Lukas Kübler, bei einem Zusammenprall mit SC-Kapitän Mike Frantz im Spiel gegen Hertha, und die Gehirnerschütterung von Philipp Lienhart nach einem Kopfballduell im gleichen Spiel verbuchen.

Ansonsten werde überprüft, "wie viel wir den Spielern an körperlicher und geistiger Arbeit zumuten", erklärte Streich. Manche Körper würden sich auch Verletzungen nehmen, wenn sie überlastet seien. "Wir müssen auch aus medizinischer Sicht schauen, dass so viele wie möglich gesund auf dem Platz sind", sagte Streich. Und auch die Psyche spiele bei Verletzungen eine Rolle, wenn die Spieler wüssten, sie müssten ständig gegen technisch und athletisch bessere Gegner bestehen. Er habe es deshalb auch schon in dieser Saison zwischendurch mal ein bisschen ruhiger angehen lassen, was aber nicht gut angekommen sei. "Die Spieler wollen jeden Tag Feuer", sagte Streich.

Daniela Frahm

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