Bundesliga

VfB-Aufsichtsrat bezichtigt Buchwald der Lüge

Stuttgart: Porth kritisiert Ehrenspielführer und Klinsmann

VfB-Aufsichtsrat bezichtigt Buchwald der Lüge

Jürgen Klinsmann und Guido Buchwald mit Hansi Müller

Vereinslegenden beim VfB: Jürgen Klinsmann und Guido Buchwald (mit Hansi Müller). picture alliance

"Es ist absolut legitim, Kritik zu üben und eine andere Auffassung zu haben. Guido Buchwald hatte aber keine andere Auffassung. Die hat er hinterher kreiert, nachdem es nicht lief", behauptet Porth im Interview mit der Stuttgarter Zeitung. "Ich habe ihm aber weder gesagt, er solle zurücktreten, noch dass er an der Krise des VfB schuld sei. Er hat das aber behauptet, was nachweislich falsch und nicht akzeptabel ist.

Dieser "emotionale Hinweis" geschah allerdings in aller Öffentlichkeit nach der Partie gegen Freiburg im VIP-Bereich des Stadions. Buchwalds Behauptung, er habe sich im Aufsichtsrat gegen Entscheidungen ausgesprochen, "ist einfach unwahr". Es gebe SMS und Aussagen vor Zeugen, "dass er die Verpflichtung von Herrn Reschke ganz klasse fand. Dass er viele andere Dinge auch klasse fand [...] Wenn er dann sagt, er habe davon aus der Zeitung erfahren, ich sage es noch mal, dann ist das unwahr."

Ende 2018 hatte Buchwald zunächst einige Entscheidungen unter Ex-Sportvorstand Michael Reschke als unglücklich bezeichnet. Später ruderte er um des Friedens willen zurück, ehe im Februar der Rücktritt von allen Ämtern folgte.

Buchwald bedauerte, dass Porth seine Vorwürfe angesichts der sportlich brisanten Situation des abstiegsbedrohten VfB öffentlich geäußert hat. "So etwas tut dem VfB Stuttgart in der jetzigen Lage sicher nicht gut", sagte der 58-Jährige der Deutschen Presse-Agentur.

Dietrich über Porth: "Das steht ihm zu"

Präsident Wolfgang Dietrich sieht das offensichtlich anders und hält trotz der brisanten Situation im Verein die öffentliche Kritik von Porth am Ex- Weltmeister nicht für unangemessen. "Es war Wilfried Porth ein Anliegen, auf die öffentlichen Aussagen über seine Person zu reagieren. Das steht ihm selbstverständlich zu", sagte Dietrich am Freitag gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Porth über Klinsmann: "Diese pauschale Verunglimpfung finde ich abenteuerlich"

Was bleibt im Stuttgarter Vorstand, sind vor allem Vertreter aus der Wirtschaft, was jüngst auch Jürgen Klinsmann anmerkte. "Es gibt keinen anderen Bereich oder auch Wirtschaftszweig, wo so viele Leute mitreden, die eigentlich von der Thematik gar nichts verstehen", hatte Klinsmann nach Buchwalds Rücktritt etwa gesagt.

Auch dazu nahm Porth Stellung, denn er habe in den letzten Jahren einige Gespräche mit Klinsmann geführt. "In diesen Unterhaltungen ist allerdings völlig unklar geblieben, welchen konkreten Beitrag er zum Erfolg des VfB leisten kann und will - und vor allem: zu welchen Konditionen. Ganz ehrlich: Diese pauschale Verunglimpfung finde ich abenteuerlich."

tru