Bosz lobt Zwei-in-Eins-Lösung Weiser für Leistung auf der rechten Seite

Nach Systemwechsel: Was passiert mit Kapitän Bender?

Schwere Entscheidung: Stellt Bayer-Coach Peter Bosz Leverkusens Kapitän Lars Bender in die Startelf?

Schwere Entscheidung: Stellt Bayer-Coach Peter Bosz Leverkusens Kapitän Lars Bender in die Startelf? imago

Die Situation ist neu für Lars Bender. Zwar ist der Kapitän in den vergangenen Jahren immer wieder von Verletzungen geplagt, doch eines war eigentlich immer klar: Kehrte der 29-Jährige zu Wochenbeginn ins Mannschaftstraining zurück, stand er im Regelfall am Wochenende wieder in Leverkusens Startelf. Am vergangenen Samstag beim 2:0 gegen Nürnberg war dies aber nicht der Fall. Peter Bosz verzichtete auf den Einsatz des Führungsspielers.

Nach einer mehrwöchigen Verletzungspause, die Bender wegen einer schweren Muskelzerrung und einiger Nachwehen hatte einlegen müssen, war Boszs Entscheidung nachvollziehbar und eine von Vorsicht geprägte. Schließlich würde ein erneuter Rückschlag verhindern, dass Bender diese Saison nochmal annähernd in einen Spielrhythmus findet.

Doch wie entscheidet sich Bosz jetzt, nachdem Bender die nächste Trainingswoche hinter sich gebracht hat? Das Thema stellt sich aufgrund der Systemumstellung verzwickt dar: Dass Bosz Rechtsfuß Bender anstelle von Linksfuß Wendell links in die Dreierabwehrkette einbaut, ist unwahrscheinlich. Gleiches gilt für die Variante, dass der Kapitän auf seine eigentliche Stammposition im defensiven Mittelfeld zurückkehren könnte. Denn dort gehört Julian Baumgartlinger zu den derzeit formstärksten Bayer-Profis. Und Stratege und Führungsspieler Charles Aranguiz gilt ohnehin als gesetzt.

Bliebe nur noch der rechte Flügel. Doch dort müsste Bender im neuen 3-6-1 bei Ballbesitz quasi als Rechtsaußen agieren und würde nur, wenn Augsburg im Angriff ist, auf seiner gewohnten Rechtsverteidigerposition spielen, da Bayer nur noch defensiv in einer 4-3-3-Formation agiert. Kurzum: In einer so dominanten Mannschaft wie Bayer 04 würde die Aufgabe auf der rechten Seite, auf der die Qualitäten eines Außenstürmers über große Strecken des Spiels gefragt sind, nicht ideal zu Benders Profil passen.

Bosz: "Mitchell macht das sehr gut"

Wie entscheidet sich also Bosz? Dieser lobt ausdrücklich Mitchell Weiser dafür, wie dieser die komplexe Aufgabe an der rechten Seitenlinie quasi als eine Zwei-in-Eins-Lösung erledigte. Die Rolle ist anspruchsvoll "und Mitchell macht das sehr gut", sagt der Trainer über den 24-Jährigen, der durch seine Ausbildung als offensiver Außenbahnspieler und seine Umschulung zum Außenverteidiger beide Seiten des Doppeljobs abdecken kann. Auch wenn er zuletzt gegen Nürnberg gerade in der Offensive bei Flanken viel Luft nach oben ließ.

Bosz muss eine Entscheidung treffen , die weh tut

War Boszs Lob für Weiser also kein taktisches, dürfte dieser auch in Augsburg beginnen. Bender würde wohl nur in die Elf rücken, wenn der Trainer zu seinem 4-3-3 zurückkehrt und mit Bender (defensiv) und Weiser (offensiv) die rechte Seite wieder dauerhaft doppelt besetzt. Doch dafür müsste dann entweder einer der beiden Sechser weichen oder Nürnberg-Held und Mittelstürmer Lucas Alario, der sich als Joker mit einem Treffer und einer Torvorlage beim 2:0-Sieg empfahl. Der Argentinier sollte vom Ausfall Leon Baileys profitieren, für den Stamm-Mittelstürmer Kevin Volland auf den linken Flügel rücken dürfte. Die Nicht-Nominierung Alarios für die Startelf wäre für diesen hart, die Benders für den Kapitän aber ebenfalls. Bosz muss trotz der Ausfälle der Flügelspieler Bailey und Karim Bellarabi zumindest eine Entscheidung treffen, die weh tun wird.

Stephan von Nocks

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