Vorschau: NHL, Play-offs 2019, Conference-Halbfinale im Westen

Kann Grubauer auch die Sharks stoppen?

Tomas Hertl

"Eine besondere Mannschaft": Tomas Hertl und die San Jose Sharks wiesen Comeback-Qualitäten nach. imago

San Jose Sharks - Colorado Avalanche

San Jose Sharks: San Jose ist definitiv auf Play-off-Betriebstemperatur. In einer engen und hart geführten Serie gegen die Vegas Golden Knights setzten sich die Sharks in einem total verrückten und hochemotionalen Spiel 7 in der Overtime durch (5:4 n.V., 4:3-Serienendstand). Dabei wiesen die Nord-Kalifornier Charakterstärke und Comeback-Qualitäten nach. "Leute haben uns schon abgeschrieben oder runtergeschrieben, aber es gibt einen großen Glauben in der Kabine. Es ist eine besondere Mannschaft", betont Trainer Peter DeBoer.

NHL Stanley Cup - Play-offs - Conference Halbfinale - Best of 7
St. Louis Blues - Vereinsdaten
Dallas Stars - Vereinsdaten
San Jose Sharks - Vereinsdaten
Colorado Avalanche - Vereinsdaten

Herausragend präsentierten sich die beiden Stürmer Logan Couture und Tomas Hertl mit jeweils sechs Toren. In der Verteidigung glänzte Erik Karlsson (neun Assists) zwar offensiv, offenbarte aber auch Schwächen in der Defensive. Steigerungspotenzial hat noch Norris-Trophy-Kandidat Brent Burns, der bislang vier Scorerpunkte verzeichnete (ein Tor, drei Assists). Torwart Martin Jones (90,4 Prozent Fangquote) schwächelte zwischendurch (zweimal ausgewechselt), stabilisierte sich in den letzten drei Spielen aber und wurde zum sicheren Rückhalt. Offen ist, ob Kapitän Joe Pavelski (Kopfverletzung) rechtzeitig fit wird. Taktisch setzt San Jose auf aggressives Forechecking und spielt mit allen vier Sturmreihen offensiv nach vorne. Defensiv leisteten sich die Sharks allerdings auch leichtsinnige Fehler im Aufbau sowie folgenschwere Puckverluste in der neutralen Zone.

Philipp Grubauer

Glänzt mit athletischen Paraden: Der deutsche Goalie Philipp Grubauer von den Colorado Avalanche. imago

Colorado Avalanche: Colorado sorgte in der 1. Runde für eine Überraschung und eliminierte mit den Calgary Flames die beste Mannschaft der Western Conference aus der regulären Saison (Serien-Endstand: 4:1). Damit hatten die Avalanche nun eine Woche Pause, um zu regenerieren. Rhythmus-Probleme fürchtet das Team aus Denver nicht. "Ich glaube, dass jeder mit dem Kopf dabei ist. Keiner lehnt sich zurück oder ist zufrieden", so Center Nathan MacKinnon. Vielmehr wollen die Avs mit breiter Brust aus der überraschend kurzen Serie herausgehen. "Unsere Jungs sollten Selbstvertrauen haben", so Trainer Jared Bednar. "Gleichzeitig wissen wir, dass San Jose eine richtig gute Mannschaft hat und dass wir unser bestes Spiel abliefern müssen."

Aber auch Colorado verfügt über brandgefährliche Offensivwaffen und gab mit durchschnittlich 40 Schüssen pro Partie die meisten aller Teams ab. Der Schlüsselspieler ist Nathan MacKinnon (drei Tore, fünf Assists), der zusammen mit Mikko Rantanen (fünf, vier) und Gabriel Landeskog (ein Tor, drei Assists) eine eingespielte Sturmreihe bildet, die schon in der gesamten Saison viel Schaden angerichtet hat: Zusammen bringt es das Trio auf 21 Play-off-Punkte (neun Tore, zwölf Assists) - in der regulären Saison waren es satte 261 Scorerpunkte (106 Tore, 155 Assists). Angreifer Dereck Brassard (nach Krankheit) und Verteidiger Samuel Girard (nach Oberkörperverletzung) konnten sich auskurieren und kehren zurück. Im Fokus steht zudem mit Philipp Grubauer ein Deutscher. Der 27-jährige Rosenheimer spielte bislang überzeugende Play-offs mit einem Gegentorschnitt von 1,89 sowie einer Fangquote von 93,9 Prozent und bestach mit athletischen Paraden. Kann er auch die Sharks stoppen?

Hauptrunde: 5:4, 4:3, 5:2

kicker-Tipp: In den drei Treffen in der regulären Saison ging Colorado leer aus (drei Niederlagen, 4,7 Gegentore/Spiel) und wird einen Grubauer in Top-Form brauchen, um dagegenzuhalten. San Jose muss vor allem die Special Teams verbessern und die MacKinnon-Reihe kaltstellen. Die Sharks schlagen die Avalanche 4:2.

St. Louis Blues - Dallas Stars

Jaden Schwartz

In Torlaune: Stürmer Jaden Schwartz von den St. Louis Blues. imago

St. Louis Blues: St. Louis setzte sich in der 1. Runde mit einem 4:2-Seriensieg gegen die Winnipeg Jets durch. Dabei gewannen die Blues alle drei Auswärtsspiele. Sie stellten damit ihre Formstärke eindrucksvoll unter Beweis, denn seit dem Jahreswechsel sind die Blue Notes kaum zu halten, gewannen 30 der letzten 45 Hauptrunden-Spiele und setzten diesen Lauf nun auch in den Play-offs fort. "Seit Januar ist St. Louis eines der besten Teams der Liga, wenn nicht sogar das Beste", warnte Stars-Kapitän Jamie Benn vor dem Gegner. "Sie haben einen Lauf, also wird es wieder ein harter Kampf werden."

Formstark ist auch St. Louis' Stürmer Jaden Schwartz, der mit vier Treffern aus den letzten beiden Spielen auf sich aufmerksam machte. Stetige Gefahrenherde sind auch Ryan O'Reilly (zwei Tore, zwei Assists) und Vladimir Tarasenko (zwei Treffer). Die Verteidigung zählt mit 2,67 Gegentoren hinten als stabil und weiß vorne auch Akzente zu setzen (15 Assists von Abwehrspielern). Im Tor meisterte Jordan Binnington seine erste NHL-Play-off-Serie überhaupt mit 90,8 Prozent Fangquote. Das Powerplay konnte sich mit 26,3 Prozent sehen lassen.

Tyler Seguin

Gefährlicher Mittelstürmer: Tyler Seguin von den Dallas Stars. imago

Dallas Stars: Dallas sorgte mit einem 4:2-Seriensieg über die favorisierten Nashville Predators ein Ausrufezeichen. Dabei konnten die Stars drei von vier Auswärtsspielen "stehlen". "Sie spielen hart und greifen in Wellen an. Das macht sie so gut. Sie haben offensiv- und defensivstarke Spieler im ganzen Kader und auch noch einen richtig guten Torhüter. Sie haben ein gutes Team", warnt Blues-Verteidiger Colton Parayko.

Das Prunkstück der Texaner ist die Defensive - mit 2,0 Gegentoren pro Spiel die zweitbeste unter allen Teams in der Endrunde. Hinzu kommt ein perfektes Penalty Killing von 100 Prozent (15/15). Goalie Ben Bishop überragte mit 94,5 Prozent Fangquote. Und: Dallas' Verteidiger stellten nicht nur die Top-Reihen der Predators kalt, sondern produzierten auch offensiv. Allen voran John Klingberg (ein Tor, fünf Assists), Miro Heiskanen (ein Tor, ein Assist) und Esa Lindell (zwei Assists). Im Sturm geht die meiste Gefahr von der ersten Reihe um Alexander Radulov (vier Tore, zwei Assists), Tyler Seguin (zwei Tore, vier Assists) und Jamie Benn (ein Tor, fünf Assists) aus. Erfrischend torfreudig präsentierte sich auch die zweite Linie mit Mats Zuccarello (drei Tore), Roope Hintz (zwei Tore, ein Assist) und Jason Dickinson (zwei Tore). Im Angriff kehrt Mattias Janmark (nach Unterkörperverletzung) zurück - Verteidiger Jamie Oleksiak fällt zumindest für Spiel 1 aus (Unterkörper).

Hauptrunde: 1:3, 3:1, 2:5, 1:4

kicker-Tipp: Beide formstarke Mannschaften verfügen über starke Defensivreihen und haben Spieler in der Offensive, die den Unterschied machen können. Kleinigkeiten werden in dieser engen Serie den Unterschied ausmachen. Am Ende setzen sich die Blues knapp mit 4:3 durch.

Christian Rupp

Haarig, zottelig, schrill: Die 30 NHL-Maskottchen