Bremen hadert mit Referee Siebert und dem VAR

Baumann: "Nie und nimmer ein Elfmeter"

Theodor Gebre Selassie (li.), Kingsley Coman

Oft im Mittelpunkt des Geschehens: Theodor Gebre Selassie (li.), Kingsley Coman. imago

"Für mich gibt es da keine Diskussion. Es war ein Laufduell und es gab natürlich einen Kontakt. Es gab kein Umreißen, es gab kein richtiges Stoßen, es gab kein Aufhalten - das ist nie und nimmer ein Elfmeter", erklärte Frank Baumann nach der Partie - und legte nach: "Natürlich werden sie sich darauf berufen, dass der Ball nicht dabei ist und es irgendwie einen Kontakt gab. Was ich aber nicht verstehe ist: Wir haben jetzt die Möglichkeit mit einem Video-Assistenten und manchmal muss man etwas vielleicht nicht direkt zurücknehmen. Aber bei so einem Spiel, Pokalhalbfinale, Spielstand 2:2, kurz vor Schluss so eine Szene, da muss man sich die Möglichkeit nehmen, das mal eineinhalb Minuten lang von Außen anzusehen. Vor eineinhalb Jahren sind wird in München im Pokalhalbfinale wegen einer klaren Schwalbe ausgeschieden. Damals hatten wir noch keinen Video-Assistenten, heute haben wir ihn, nutzen ihn nicht. Das kann ich nicht nachvollziehen, tut mir leid", so der Bremer Geschäftsführer Sport.

Trainer Florian Kohfeldt meinte: "Neun von zehn Schiedsrichtern hätten da nicht gepfiffen." Und: "Ich bin normal ein großer Freund des Videobeweises, aber mit diesem Elfmeterpfiff könnte ich besser leben, wenn es keinen Videoschiedsrichter gegeben hätte."

Spielersteckbrief T. Müller
25

Müller Thomas

Bayern München

Deutschland

Spielerprofil
Spielersteckbrief Kruse
10

Kruse Max

Werder Bremen

Deutschland

Spielerprofil
Spielersteckbrief M. Eggestein
35

Eggestein Maximilian

Werder Bremen

Deutschland

Spielerprofil
DFB-Pokal - Halbfinale
Halbfinale
DFB-Pokal - Torjäger 2018/19

Lasogga Pierre-Michel

6 Tore

Lasogga Pierre-Michel
6
Lewandowski Robert
5
Glatzel Robert
4
Lukebakio Dodi
4
Terodde Simon
4
Torjägerliste

Auch in den Reihen der Bremer Spieler sorgte die Entscheidung des Referees für Unverständnis. "Natürlich hat er die Ellbogen ein bisschen draußen, aber der Gegenspieler weiß natürlich auch, dass er nicht mehr an den Ball kommt. Im Mittelfeld wird das nicht gepfiffen", meinte Max Kruse bei "Sky". "Wir haben ja gelernt, dass der VAR nicht eingreifen darf, wenn es nicht hundert Prozent sind. Vielleicht war es eine 80:20-Entscheidung - aber die wird dann eben nicht zurückgenommen. Nur war die Argumentation vom Schiedsrichter eben eine andere", brachte der Werder-Kapitän eine weitere Facette über die Umstände, die zur Elfmeter-Entscheidung geführt hatten, ins Spiel, die Teamkollege Maximilian Eggestein näher erläuterte: "Meiner Meinung nach war es keiner. Der Schiedsrichter hat gesagt, dass er ihn unten getroffen hat. Aber ich habe es gerade noch einmal gesehen und er hat ihn nicht getroffen."

Kovac: "Können wir vielleicht diskutieren"

Auf Münchner Seite äußerte sich Niko Kovac, noch ehe er die Fernsehbilder betrachtet hatte, im ZDF sehr zurückhaltend: "Von mir aus hat es so ausgesehen, als habe Gebre Selassie den 'King' (Coman; d. Red.) hinten an der Ferse berührt." Nachdem er dann die Aufzeichnung angesehen hatte, hatte er einen "leichten Rempler von hinten" ausgemacht. "Ein Push mit dem Ellenbogen war da. Aber ob das jetzt ein Elfmeter ist, da können wir vielleicht drüber diskutieren", sagte der Bayern-Trainer.

kicker.tv Hintergrund

Bayerns Elfmeter: "In mindestens neun von zehn Fällen pfeift er nicht"

alle Videos in der Übersicht

Thomas Müller, der Torschütze des zwischenzeitlichen 2:0 des Rekordmeisters, hatte eine klarere Meinung. "Ich sehe es nicht nur durch die Bayern-Brille. Der Kingsley ist vorbei, er ist hintendran. Der Bremer sagt: 'Es ist kein Elfmeter', weil er es nicht wahrhaben will. Aber er gibt ihm an der Hüfte einen mit. Ich kann verstehen, dass diskutiert wird, wenn die Entscheidung in so einem packenden Spiel durch einen Elfmeter fällt. Gebre Selassie hat einen Tick zu viel gemacht - aus meiner Sicht. Es war nicht sehr clever, ohne Chance auf den Ball noch mal so nachzudrücken. Deswegen war es für mich ein Elfmeter."

jom