Auf die TSG warten etliche Rekorde

Ausgerechnet gegen Stevens: Nagelsmann vor Zu-Null-Rekord

Julian Nagelsmann und Kevin Vogt

Keine Probleme mehr beim Eröffnen: Die Hoffenheimer Julian Nagelsmann und Kevin Vogt. imago

Erstmals in dieser Saison ist Hoffenheim zwei Spiele am Stück ohne Gegentor geblieben. Sowohl beim 4:0 in Augsburg als auch beim 2:0 gegen Hertha BSC stand hinten die Null. Letztmals musste Torhüter Oliver Baumann vor 254 Minuten hinter sich greifen beim 4:1-Erfolg gegen Leverkusen.

Das ist schon eine rekordverdächtige Zeitspanne für die TSG. Nur noch zwei Minuten fehlen, um die bisherige Bestmarke unter Cheftrainer Julian Nagelsmann aus der Spielzeit 2016/17 zu übertreffen. Erst einmal in ihrer Erstligazugehörigkeit blieb Hoffenheim drei komplette Partien in Folge ohne Gegentor, das war in der Saison 2009/10 vom dritten bis zum fünften Spieltag. Beim absoluten Rekord lagen zwar keine drei Spiele, aber immerhin 313 Spielminuten am Stück zwischen zwei gegnerischen Einschlägen. Das gelang der TSG in der Saison 2010/11. Um diese Bestleistung zu steigern, muss die Nagelsmann-Elf ihren Kasten auf Schalke am Samstagabend also mindestens weitere 59 Minuten sauber halten.

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Dazu bedarf es einer konzentrierteren Leistung als vergangene Saison bei der 1:2-Niederlage. "Letztes Jahr hatten wir Probleme im Eröffnen, wir haben eigentlich zwei Eigentore geschossen und die Dinger Schalke vorgelegt, eigentlich waren wir deutlich stärker als der Gegner", erinnert sich Nagelsmann, "das wird diesmal deutlich besser werden, wenn ich die letzten Spiele sehe."

Wir haben eigentlich zwei Eigentore geschossen und die Dinger Schalke vorgelegt, eigentlich waren wir deutlich stärker als der Gegner.

Julian Nagelsmann über das letzte Spiel auf Schalke (1:2)

Da gelang der TSG wieder das sichere Kombinieren auch unter Druck aus der hintersten Linie. Ein bedeutender Faktor dabei ist der wiedererstarkte Kevin Vogt. Der Kapitän hatte vor Jahresrist vor dem 0:2 einen kapitalen Ballverlust zu verantworten, Schalkes Embolo brauchte nur noch einzuschieben. Doch Vogt hat sich aus seinem Tief befreit. "Es ist ganz normal, dass man nach sehr langer Zeit toller Leistungen mal ein Loch hat, das hatte er diese Saison, das ist nicht außergewöhnlich, wichtig ist, dass man irgendwann wieder rauskommt, das hat er gemacht", stelle Nagelsmann zufrieden fest, "er hat sehr dominante Spiele und auch nach einem Fehler einfach wieder weitergemacht. Das war in der Zeit, in der er nicht so gut drauf war, anders".

Gute Voraussetzungen, um die ernüchternde Bilanz der vergangenen Jahre auf Schalke aufzubessern - in den vergangenen sieben Partien eroberten die Kraichgauer dort nur einen einzigen Punkt. In allen 14 bisherigen Auswärtspartien dieser Saison haben die Hoffenheimer zumindest ein Tor geschossen, am Samstag könnte mit einem weiteren Treffer der Vereinsrekord eingestellt werden. Und gelingt der TSG im 185. Versuch der 50. Auswärtssieg, wäre das bereits der sechste in dieser Spielzeit, die eigene Bestmarke wäre auch damit erneut erreicht.

Nagelsmann erinnert an den Vizemeister Schalke 04

Ein Rekord kann weiter ausgebaut werden: Die jüngsten zwölf TSG-Treffer fielen allesamt aus dem Spiel heraus, eine solche Serie ohne Standardtore verzeichnete Hoffenheim in der Bundesliga noch nie. Dennoch warnt Nagelsmann vor dem angeschlagenen Gegner. "Das birgt auch Gefahren. Wenn du mit dem Rücken zur Wand stehst, geht es eigentlich nur noch nach vorne. Trotzdem sind sie auch gezwungen, Spiele zu gewinnen, weil es nach wie vor sehr eng ist hinten in der Tabelle. Sie haben mit dem Stadion und den Fans eine Wucht hinter sich, das wird auch eine Aufgabe für uns sein, ein bisschen was einzudämmen und kein zu emotionales Spiel zuzulassen, das kann gefährlich werden", mahnt der TSG-Trainer "wir müssen versuchen, so dominant aufzutreten wie in den letzten Spielen, um ihnen gleich den Wind aus den Segeln zu nehmen. Aber grundsätzlich ist die nahezu identische Mannschaft letzte Saison Zweiter geworden, also nach wie vor ein guter Gegner, gegen den man selber alles raushauen muss, um erfolgreich zu sein."

Michael Pfeifer