Islanders werfen Penguins raus - Fleury mit Shutout

NHL-Wunder perfekt: Columbus "sweept" Tampa

Artemi Panarin & Josh Anderson

Grenzenloser Jubel: Columbus' Artemi Panarin (l.) und Josh Anderson. imago

Unglaublich, aber wahr: Blue Jackets werfen Lightning raus

Einen derartigen Ausgang hätten wohl nicht einmal die kühnsten Optimisten vorhersehen können: Das mit dem letzten Wildcard-Platz gerade noch für die Play-offs qualifizierte Columbus (98 Punkte) wirft den Hauptrunden-Sieger aus Tampa Bay (128 Punkte, Rekord!) mit einem 4:0-Sweep aus dem Endrunde! Damit schrieben die Blue Jackets NHL-Geschichte: Noch nie wurde ein Presidents'-Trophy-Gewinner in der 1. Play-off-Runde gesweept. Es ist überhaupt erst das dritte Mal, dass das beste Team der regulären Saison in einer Play-off-Serie mit 0:4 untergeht. Und: Zum allerersten Mal in ihrer Franchise-Historie konnte Columbus eine Play-off-Serie gewinnen.

National Hockey League - Woche 23
Winnipeg Jets - Vereinsdaten
Pittsburgh Penguins - Vereinsdaten
Tampa Bay Lightning - Vereinsdaten
New York Islanders - Vereinsdaten
St. Louis Blues - Vereinsdaten
San Jose Sharks - Vereinsdaten
Columbus Blue Jackets - Vereinsdaten
Vegas Golden Knights - Vereinsdaten

Gründungsdatum

22.06.2016

In Spiel 4 gelang den Blue Jackets vor heimischem Publikum ein 7:3-Sieg. Alexandre Texier mit seinem Play-off-Premierentreffer (3.) und Pierre-Luc Dubois (4.) brachten Columbus mit 2:0 in Front. Tampa Bay antwortete durch Steven Stamkos (9.). Im zweiten Durchgang erhöhte Seth Jones auf 3:1 (27.), dann schöpften die Lightning plötzlich neue Hoffnung, als Cedric Paquette (34.) und Brayden Point (38.) auf 3:3 ausglichen. Der Wendepunkt in dieser Serie? Nein! Oliver Bjorkstrand stellte auf 4:3 für die Jackets. Im Schlussdrittel warfen die Bolts noch einmal alles nach vorne, verzweifelten aber am starken Goalie Sergei Bobrovsky (30 Saves, 90,9 Prozent Fangquote). Dann besiegelten gleich drei "Empty Net"-Tore von Artemi Panarin (59.), Texier (59.) und Matt Duchene (60.) das Eishockey-Wunder.

NHL Saison 2018/19

"Ich wäre auf der Bank fast gestorben", berichtete Columbus' Stürmer Cam Atkinson, der sich nach Panarins-Treffer sogar eine kleine Verletzung zuzog: "Jeder hat geschrien und ist aufeinander gesprungen. Dabei habe ich mir einen Cut am Kinn zugezogen." Von einem "fantastischen Gefühl", sprach auch Mitspieler Nick Foligno, der noch viel vorhat: "Das war erst die erste Runde - es kommen noch drei." Tampas Spielern stand hingegen der Schock ins Gesicht geschrieben. "Es ist egal, was in der regulären Saison passiert ist. Wir haben versagt", so Lightning-Kapitän Steven Stamkos. "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Sie waren das bessere Team. Es stinkt!"

Islanders schicken Crosby & Co. in den Sommerurlaub

Adam Pelech & Sidney Crosby

Sidney Crosby (r., gegen Adam Pelech) und die Pittsburgh Penguins verabschieden sich in die Sommerpause. picture alliance

Die Saison 2018/19 ist auch für Pittsburgh beendet. Die Penguins verloren Spiel 4 gegen die New York Islanders mit 1:3 und müssen sich mit einem Sweep in die Sommerpause verabschieden. Dabei begann der Abend vielversprechend für die Stahlstädter: Jake Guentzel traf nach nur 35 Sekunden zum 1:0 für die Pens. Die Antwort der Isles aber folgte postwendend. Jordan Eberle glich aus (3.), und noch vor dem Ende der ersten Abschnitts stellte Brock Nelson auf 2:1 (19.). Fortan dominierte New Yorks Torwart Robin Lehner, der erneut den Vorzug vor dem Deutschen Thomas Greiss erhielt, das Geschehen (32 Saves, 97 Prozent Fangquote) und war nicht mehr zu bezwingen. Schließlich traf Josh Bailey ins leere Tor zum Endstand (60.).

"Es ist frustrierend", sagte Penguins-Kapitän Sidney Crosby. "Mir fehlen die Worte, um das zu beschreiben", zeigte sich Pittsburghs Trainer Mike Sullivan ebenfalls angefressen. Für die Islanders ist es mehr als nur ein Teilerfolg. Ihr Trainer Barry Trotz hatte aus der Schießbude der Liga ein Bollwerk gemacht, das auch in den Play-offs standzuhalten scheint. "Wir haben über Kultur und Identifikation gesprochen. Wir wussten nicht viel über Torwartspiel. Wir wussten nicht viel über Verteidigung. Dass jeder für den anderen spielt, war schwer zur erreichen", so der Erfolgscoach, der mit Tom Kühnhackl einen Deutschen in die zweite Sturmreihe stellte. Der Landshuter kam als Rechtsaußen neben Bailey und Nelson auf einen Assist und 13:20 Minuten Eiszeit.

Connor sorgt für "Erleichterung" in der OT

Kyle Connor

Entscheidung in der Overtime: Winnipegs Kyle Connor (#81) trifft zum 2:1. picture alliance

In Spiel 4 der Serie zwischen den Blues und den Jets dominierten einmal mehr die Torhüter: St. Louis' Jordan Binnington (37 Saves, 94,9 Prozent Fangquote) und Winnipegs Connor Hellebuyck (31 Saves, 96,9 Prozent) ragten heraus und waren zwei Drittel lang überhaupt nicht zu knacken. Dann brach Vladimir Tarasenko den Bann und brachte die Blues im Powerplay in Front (41.). Wenig später glich Mark Scheifele für die Jets aus (48.). In der Overtime war es dann ein Abstauber von Kyle Connor, der den 2:1-Sieg n.V. für Winnipeg brachte.

"Es ist ein Gefühl der Erleichterung mit viel Aufregung", beschrieb Siegtorschütze Connor seine Gefühlswelt, als er in einer Jubeltraube versank. "Es gibt nichts besseres, als mit seinen Teamkollegen zu feiern." Damit glichen die Jets die Serie auf 2:2 aus - kurioserweise landeten beide Mannschaften jeweils zwei Auswärtssiege. "Wir wussten, dass es eine enge Serie werden würde", so St. Louis' Verteidiger Alex Pietrangelo. "Hoffentlich können wir einen weiteren Sieg in ihrer Halle stehlen."

5:0! Vegas überrollt San Jose

Marc-Andre Fleury

Nicht zu bezwingen: Vegas-Goalie Marc-Andre Fleury (l.) feierte seinen 15. Play-off-Shutout. Getty Images

Die Golden Knights setzten ein deutliches Ausrufezeichen gegen die Sharks und siegten in Spiel 4 mit 5:0! Dabei gelang Vegas erneut ein Blitz-Start. Nach 71 Sekunden machte Max Pacioretty das 1:0. San Jose antwortete mit vielen Angriffswellen (18:7 Schüsse im 1. Drittel) und guten Chancen, doch Marc-Andre Fleury (28 Saves, 100 Prozent Fangquote) wurde zum tausendarmigen Kraken und war nicht zu überwinden. Stattdessen setzte die Truppe aus der Wüste Nevadas den nächsten Nadelstich. Nach einem feinen Solo von Shea Theodore (20.) hieß es 2:0 zur ersten Pause. Die Sharks reagierten mit einem Torwartwechsel, nahmen den schwachen Starter Martin Jones (fünf Saves, 71,4 Prozent) runter und brachten den ebenfalls blassen Backup Aaron Dell (17 Saves, 85 Prozent). Vegas verteidigte derweil souverän und erhöhte im weiteren Verlauf durch Pacioretty (33.), Alex Tuch (47.) und Jonathan Marchessault (57.) auf 5:0.

Fleury feierte damit seinen 15. Karriere-Play-off-Shutout und war neben Stürmer Pacioretty (zwei Tore, zwei Assists, Karriere-Höchstwert!) der überragende Mann bei den Golden Knights. "Es war ein großes Spiel und ein wichtiger Sieg für uns", so Fleury. Die Sharks verloren dagegen komplett den Faden, brachten im Schlussdrittel gerade einmal zwei Schüsse aufs gegnerische Tor und sammelten aufgrund von steigender Frustration 32 Strafminuten. "Wenn du dir das Spiel ansiehst, kannst du nicht alles auf die Torhüter schieben", nahm San Joses Trainer Peter DeBoer die ganze Mannschaft in die Pflicht. "Wir müssen selbst Tore schießen. Wir müssen einen Weg finden, Fleury zu besiegen."

NHL-Ergebnisse vom Dienstag, dem 16. April 2019:

Columbus Blue Jackets - Tampa Bay Lightning 7:3

Play-off-Endstand: 4:0


Pittsburgh Penguins - New York Islanders 1:3

Play-off-Endstand: 0:4


St. Louis Blues - Winnipeg Jets 1:2 n.V.

Play-off-Stand: 2:2


Vegas Golden Knights - San Jose Sharks 5:0

Christian Rupp

Play-off-Stand: 3:1

Die dritten Trikots in der NHL