Nürnberg: Margreitter, Petrak und Misidjan müssen sich gedulden

Schommers hat seine Stammelf gefunden

Boris Schommers

Versammelt derzeit immer das gleiche Personal um sich: Boris Schommers. imago

Vor einigen Wochen sah es so aus, als ob der neue Sportvorstand des 1. FC Nürnberg eingleisig planen könne - für die 2. Liga. Doch nach fünf Punkten aus den jüngsten drei Partien ist die Hoffnung auf den Klassenerhalt zurückgekehrt, der Relegationsplatz nur noch drei Punkte entfernt. "Ich finde diese Situation tausendmal besser, als wenn der 1. FC Nürnberg schon abgestiegen wäre", sagt Bornemann-Nachfolger Robert Palikuca, der seit Montag die sportlichen Geschicke leitet. Der 40-Jährige lobt "Körpersprache und die Art und Weise, wie die Mannschaft die Spiele angeht".

Wenn du unter der Woche meinst, dich darauf auszuruhen, gibt es ein böses Erwachen.

Boris Schommers warnt seine Stammspieler

Ein wichtiger Grund für den Aufschwung liegt darin, dass Boris Schommers eine Stammformation gefunden hat. Während sein Vorgänger Michael Köllner in der Hinrunde wild rotierte und damit die Probleme verschärfte anstatt Lösungen zu finden, greifen mittlerweile Automatismen. Bei der jüngsten Mini-Serie mit drei ungeschlagenen Partien standen zehn Akteure immer in der Startelf. Die einzige Veränderung seit dem 3:0 gegen Augsburg war der Wechsel von Yuya Kubo zu Matheus Pereira. "Nach so einem Spiel hast du einen kleinen Vorteil", deutete Schommers nach dem 1:1 gegen Schalke zumindest indirekt an, dass er diesem Kern auch am Samstag in Leverkusen vertrauen wird. Allerdings schickte er eine Mahnung hinterher: "Wenn du unter der Woche meinst, dich darauf auszuruhen, gibt es ein böses Erwachen."

Geduld gefragt bei Margreitter und Co.

Drei Spieler, die im Saisonverlauf lange als gesetzt galten, müssen sich deshalb nun in Geduld üben. In der Innenverteidigung kostete eine Muskelverletzung Georg Margreitter den Stammplatz. Schommers setzt auf das Duo Ewerton/Lukas Mühl, zumal der Brasilianer endlich wieder seine Topform gefunden hat. Auf der Sechserposition löste Patrick Erras den Tschechen Ondrej Petrak ab. Erras ist niemand für die Galerie, besticht aber mit Kopfballstärke und Ruhe im Spiel. In der Offensive muss sich Virgil Misidjan nach einer Verletzung und einer Gelbsperre hintenanstellen. Dank seiner Schnelligkeit könnte er aber noch zum Trumpf werden, falls er endlich sein volles Potenzial abruft. Matheus Pereira dient als Vorbild.

Frank Linkesch