Hannover: "Wir werden immer weiter daran glauben"

Weydandt und das Wunder

Hannovers Hendrik Weydandt, hier gegen Gladbachs Zakaria.

Glaubt weiter an den Klassenerhalt: Hannovers Hendrik Weydandt, hier gegen Gladbachs Zakaria. imago

Wie sich die Bilder gleichen! "Extrem bitter", fand es einmal mehr Hendrik Weydandt, nach der 0:1-Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach wieder mit leeren Händen dazustehen. "Wir waren wieder gut im Spiel, haben eine starke Mannschaft vor der Brust gehabt, haben es trotzdem gut gemacht und gerade nach hinten heraus Fußball gespielt", fand der Stürmer, der in den 90 Minuten in der Tat einer der Besten seines Teams war und an den zwei gefährlichsten Szenen beteiligt war: Eine Vorlage des 23-Jährigen konnte Linton Maina nach 17 Minuten nicht in die 96-Führung umwandeln, den 1:1-Ausgleich nach 70 Minuten verhinderte Borussia-Keeper Yann Sommer, der den scharfen Schuss Weydandts gekonnt entschärfte.

Null Punkte, dennoch sah der Hannoveraner nicht alles schwarz. "Gerade das, was Thomas Doll unter der Woche gesagt hat, hat man gesehen: Es entwickelt sich etwas. Sicherlich kann man sich über den Zeitpunkt streiten, ob das jetzt noch reicht oder nicht. Aber es ist etwas Positives, was man sehen kann. Wenn man es mit den letzten acht, neun Wochen vergleicht, ist da wirklich ein Entwicklungsprozess, den man positiv sehen kann. Ich denke, ich bin ziemlich nah dran, kann es beurteilen." Wenn man es mit der ganzen Saison, in der nunmehr 21 der 29 Spiele verloren wurden, vergleiche, sei es nicht eines der schlechteren Spiele von 96 gewesen.

Gerade das, was Thomas Doll unter der Woche gesagt hat, hat man gesehen: Es entwickelt sich etwas.

Hendrik Weydandt

Das Negative freilich sei auch klar, so Weydandt mit Verweis auf die direkten Konkurrenten und das Schneckenrennen im Tabellenkeller: "Unterm Strich kommt wenig dabei heraus, du musst Woche für Woche auf Stuttgart und Nürnberg gucken ..."

Um eben die Mini-Chance auf den Klassenerhalt weiterhin zu realisieren. Denn: Den Klassenerhalt einfach herschenken, kommt für Weydandt und die Mannschaft nicht infrage: "Was meinen Sie, was hier los wäre, wenn wir jetzt aufgeben würden?" Noch gehe etwas. "Rechnerisch ist es möglich, das ist unser Job, Sie können sich sicher sein, dass wir alle es immer noch versuchen werden, anzupacken."

Sich wenigstens ordentlich verabschieden - dies bleibt oberste Hannoveraner Pflicht, demonstriert aus Weydandts Sicht gegen Gladbach. "Wenn wir absteigen, liegt es sich nicht an solchen Spielen. Ich habe eine Mannschaft gesehen, die alles versucht." Dass dies verstärkt mit langen Bällen auf ihn und weniger mit spielerischen Ideen geschah, hat der Stürmer nicht so gesehen. "Es macht keinen Sinn, jeden Ball lang zu schlagen. Genau dann kommen Sie und sagen, wir schlagen die Bälle lang. Hinten herum spielen macht Sinn. Das sind 30 Sekunden, um den Gegner zu verschieben und Löcher zu finden, das ist intelligent und mit Kopf."

Pfiffe der eigenen Zuschauer: "Es interessiert uns wenig"

Die Pfiffe im Stadion, hörbar in manchen Szenen, stören Weydandt daher nicht. "Es interessiert uns wenig, was die Leute draußen sagen. Weil es uns in so einer Situation nicht weiterhilft." Das Wunder bleibt im Blick. "Wir werden immer weiter daran glauben."

Michael Richter

Bilder zur Partie Hannover 96 - Bor. Mönchengladbach