Bremen: Pavlenka mit Oberschenkelproblemen ausgewechselt

Klaassens Irrtum, Pizarros Ansage und eine Entwarnung

Davy Klaassen

Ganz sicher war sich Davy Klaassen nicht, ob sein Treffer zum 1:0 zählen würde. Getty Images

Siegen muss gelernt sein, erst Recht gegen einen defensiv gut strukturierten Gegner. Schon Bayern-Trainer Niko Kovac hatte vor einer Woche davon gesprochen, dass Verteidigen Handwerk sei, Angriffsspiel dagegen Kunst . Mit dieser Erkenntnis machte auch Werder Bremen beim 2:1-Erfolg gegen Freiburg Bekanntschaft, denn die Grün-Weißen waren den primär defensiv eingestellten Breisgauern in nahezu allen Statistiken überlegen: 62 Prozent Ballbesitz, 16:9 Torschüsse, 572:350 gespielte Pässe, dazu eine Passgenauigkeit von 81 Prozent.

Doch trotz alledem: Werder gelang es lange nicht, diese klare Überlegenheit im Spielstand auszudrücken. Zum einen, weil die Kreativabteilung der Grün-Weißen nur wenige Ideen entwickelte; zum anderen, weil die Freiburger ihr Handwerk verstanden. Die Gäste aus dem Breisgau hätten den Verlauf der ersten Hälfte sogar gänzlich ad absurdum führen können, hätte Grifo (44.) die bis dato beste Möglichkeit des Spiels genutzt.

Stattdessen aber blieb es 75 Minuten lang beim torlosen Remis, ehe der nach einer guten Stunde eingewechselte Claudio Pizarro maßgeblichen Anteil an der Bremer Führung hatte. "Wir wissen, dass im Stadion etwas Spezielles passiert, wenn Claudio reinkommt", sagte Davy Klaassen bei "Sky". Diese spezielle Präsenz des Peruaners mündete eine Viertelstunde vor dem Ende in eine zunächst geklärte Pizarro-Flanke, die Rashica noch einmal aufgriff und für Klaassen zum erlösenden Treffer zum 1:0 vorlegte.

Klaassen: "Dachte, es war Abseits"

Der Jubel des Niederländers in Richtung der Fans in der Ostkurve war riesengroß, ebenso die Erleichterung bei allen Werderanern. Schließlich hatte man im Lager der Grün-Weißen die drei Punkte gegen den Sport-Club fest eingeplant. Doch kurz mussten die Norddeutschen noch zittern, denn der VAR in Köln überprüfte noch eine mögliche Abseitsposition Klaassens. "Ich dachte erst, dass es Abseits war", sagte der Mittelfeldmann, der die Aktion unmittelbar im Anschluss auf der Videoleinwand im Stadion gesehen hatte. Doch er irrte sich - und zog somit auch ein komplett anderes Fazit: "Am Ende haben wir Leidenschaft gezeigt und gezeigt, dass wir auch unschöne Spiele gewinnen können."

Durch den Dreier bleibt Werder mittendrin im Rennen um die Europa-League-Plätze. Obendrein kann sich der SVW auch noch über den Pokal für den internationalen Wettbewerb qualifizieren. Die Parallele dazu: Sowohl in Liga als auch im DFB-Pokal heißt der nächste Gegner Bayern München. "Wir sind bereit. Es werden zwei sehr schwere Spiele für uns. Aber wir wollen in der Bundsliga mindestens einen Punkt in München holen. Das Pokalspiel ist ein Entscheidungsspiel und wir wollen ins Finale", gab Pizarro schon einmal eine Kampfansage in Richtung Isar ab, wo kommenden Samstag (15.30 Uhr) die erste Runde ausgefochten wird, ehe vier Tage später in Bremen das Pokal-Halbfinale ansteht.

Kohfeldt über Pavlenka: "Keine Strukturverletzung"

Entwarnung im Hinblick auf den Münchner Doppelschlag gab Werder-Coach Florian Kohfeldt in puncto Jiri Pavlenka. Der tschechische Schlussmann wurde zur Halbzeit nach einem Zusammenpraller mit Theodor Gebre Selassie ausgewechselt. "Wir mussten wechseln. Es sieht aber nicht so schlimm aus, nicht nach einer Strukturverletzung", wird Kohfeldt auf dem vereinseigenen Twitter-Account zitiert.

ssc

Bilder zur Partie Werder Bremen - SC Freiburg