Argentinier droht Saisonaus, Castros Orientierungsprobleme

Ascacibars Ausraster - "Solche Leute braucht man nicht"

Markus Weinzierl, Santiago Ascacibar, Tobias Stieler, Kai Havertz (v.li.)

Folgenreiche Momente: Santiago Ascacibar (2.v.li.) und Tobias Stieler (3.v.re.) in Stuttgart. imago

"Die defensive Struktur und das Engagement hat gestimmt. Aber es geht um Punkte, daher gibt es nicht viel Positives. Wir waren beim Umschalten und in der Chancenverwertung insgesamt zu unsauber", konstatierte Markus Weinzierl bei "Sky" nach der Partie, in der die Stuttgarter keine einzige hochkarätige Torgelegenheit herausspielten.

Immerhin allerdings hätte der VfB mit etwas Glück zumindest einen Punkt gegen die Werkself, die einige gute Chancen ausließ, retten können, wäre da nicht die 63. Spielminute gewesen: "Ich komme einen Tick zu spät, wollte auch gar nicht so hingehen und habe auch zu spät erkannt, dass ich schon im Sechzehner bin. Das Gegentor geht damit klar auf meine Kappe und damit auch die Niederlage", meinte Gonzalo Castro reumütig zu seinem Foul an Kevin Volland knapp im Strafraum, das zum spielentscheidenden Elfmeter führte, den Kai Havertz anschließend verwandelte.

Spielersteckbrief Castro

Castro Gonzalo

Spielersteckbrief Volland

Volland Kevin

Spielersteckbrief Hradecky

Hradecky Lukas

Spielersteckbrief Ascacibar

Ascacibar Santiago

Trainersteckbrief Weinzierl

Weinzierl Markus

Trainersteckbrief Bosz

Bosz Peter

"Solche Leute braucht man nicht in der Bundesliga"

Apropos Havertz, der 19-Jährige stand auch in der Nachspielzeit noch einmal in einer Szene im Mittelpunkt, die für Santiago Ascacibar möglicherweise das vorzeitige Saisonaus zur Folge haben könnte. Der Argentinier spuckte Havertz bei einem Wortgefecht an und rempelte danach auch noch Referee Tobias Stieler an, nachdem dieser ihm die Rote Karte gezeigt hatte.

"Es ist ja bei dem Kollegen nicht das erste Mal. Schon in der ersten Hälfte hat er ihm vor die Füße gespuckt. Solche Leute braucht man nicht in der Bundesliga", schimpfte Volland, auch Bayer-Coach Peter Bosz zeigte sich empört: "Das ist meiner Meinung nach das Schlimmste, was man im Fußball machen kann. Man kann sicherlich hart spielen - aber so etwas macht man nicht." Auf Ascacibar dürfte nach den Geschehnissen nun eine längere Sperre warten. "Bei aller möglichen Rivalität in allen Sportarten ist so etwas einfach unsympathisch. Hoffentlich bekommt er eine gute Strafe. Vielleicht sogar fünf Spiele bis zum Saisonende", befand Bayer-Keeper Lukas Hradecky.

Weinzierl vor Augsburg: "Müssen dort gewinnen"

Weinzierl hielt sich in einer Bewertung der Aktion nach Spielende noch zurück: "Ich weiß nicht genau, was war, und möchte mir etwas einmal die Bilder ansehen", so der VfB-Coach zu der Unsportlichkeit des Argentiniers. Sollte dieser allerdings gespuckt haben, "dann geht das natürlich nicht", sagte er. Weinzierl will sich im Abstiegskampf indes vor allem auf das anstehende Schlüsselspiel in Augsburg in der kommenden Woche konzentrieren - denn: "Wenn wir noch 15. werden wollen, dann müssen wir dort gewinnen."

Zugleich ist für die Schwaben am 29. Spieltag indes sogar die Möglichkeit eines direkten Abstiegs wieder größer geworden. Denn nach dem Punktgewinn des 1. FC Nürnbergs am Freitag (1:1), bei dem die Franken einen Sieg nur knapp verpassten, rangiert der Club nur noch drei Zähler hinter den Schwaben, weist aber die bessere Tordifferenz auf.

jom

Bilder zur Partie VfB Stuttgart - Bayer 04 Leverkusen