NBA, Play-off-Vorschau, Eastern Conference

Das Spiel um den Thron - Wer folgt im Osten auf LeBron?

Wer wird der neue König der Eastern Conference?

Wer wird der neue König der Eastern Conference? Mehrere Kandidaten stehen zur Auswahl. Getty Images

(1) Milwaukee Bucks - (8) Detroit Pistons

Unter Mike Budenholzer (Coach of the Year?) sind die Bucks einen enormen Schritt nach vorne gegangen, haben die Saison mit der besten Bilanz abgeschlossen (60:22) - das liegt vor allem an der herausragenden Entwicklung von Superstar Giannis Antetokounmpo (MVP?). Der Greek Freak ist der legitime Nachfolger von LeBron James, der den Osten über die letzten acht Jahre dominiert hat. Giannis nimmt in dieser Saison durchschnittlich einen Dreier mehr als letztes Jahr (25,6 Prozent Quote), hat sein dominantes Spiel damit noch erweitert.

Die Frage bei den Bucks ist: Wie sehr hängt der Erfolg von Giannis ab? Natürlich ist der 24-Jährige der wichtigste und beste Mann, allerdings auch umgeben von Khris Middleton (18,3 Punkte), Eric Bledsoe (15,9) und Brook Lopez (12,5), hinzu kamen zur Trade-Deadline noch Nikola Mirotic (15,2) und ein alternder, aber solider Pau Gasol. Die Bucks sind tief, allerdings auch unerfahren, die Play-offs naturgemäß eine andere Sache als die Regular Season (Milwaukee hat es seit 2001 nicht in die zweite Play-off-Runde geschafft). Detroit und ein in dieser Saison herausragender Blake Griffin (24,5) sollten auf dem Weg in die Conference-Halbfinals kein Stolperstein sein.

kicker-Tipp: 4:1 für Milwaukee

(2) Toronto Raptors - (7) Orlando Magic

Die Raptors sind mit dem Trade für Kawhi Leonard All-in gegangen, wohlwissend, dass der Finals-MVP von 2014 (im Trade für DeMar DeRozan aus San Antonio gekommen) möglicherweise im Sommer als Free Agent in seine Heimat Los Angeles (Clippers) wechselt. Das Titelfenster für Toronto ist also jetzt offen - und die Vorzeichen sind vielversprechend. Wie bei Milwaukee gilt aber auch für Toronto: Es muss auch mal in den Play-offs klappen!

Im Vorjahr wurden die Raptors von LeBron und Cleveland in den Halbfinals überrannt, in diesem Jahr wartet zunächst ein schwer einzuschätzendes Team aus Orlando um Big Man Nikola Vucevic (20,8 Punkte) und Aaron Gordon (16). Auf Seiten Torontos hat sich in dieser Saison Forward Pascal Siakam (Most Improved Player of the Year?) als Senkrechtstarter entpuppt (16,9), übernahm das Geschehen immer, wenn Leonard (26,6) oder Kyle Lowry (14,2) mal wieder geschont wurden. Die Kanadier sind der haushohe Favorit, werden mit den Magic wohl keine Probleme haben.

kicker-Tipp: 4:1 für Toronto

(3) Philadelphia 76ers - (6) Brooklyn Nets

Phillys Leistungsträger

Phillys Leistungsträger: Top oder Flop in den Play-offs? Getty Images

Die 76ers haben sich mitten in der Saison nochmal runderneuert, erst Jimmy Butler von den T-Wolves und später Tobias Harris von den Clippers geholt, bei beiden Trades aber gleichzeitig auch Tiefe im Kader abgegeben (u.a. Dario Saric, Robert Covington und Landry Shamet). Philadelphias Spiel steht und fällt mit Superstar Joel Embiid (27,5 Punkte/13,6 Rebounds), dessen Gesundheit ein großes Fragezeichen bleibt. Ben Simmons, letztjähriger Rookie of the Year, wird ohnehin nicht werfen.

Die Starting Five mit Embiid, Simmons, Harris, Butler und JJ Redick ist zweifelsohne eine der besten der Liga; das Problem bleibt die Bank, von der fast gar nichts mehr kommt. Gegen ein junges Team aus Brooklyn, in dem die Schlagzeilen All-Star D'Angelo Russell (21,1) gehören, sind die Sixers natürlich der klare Favorit, müssen nach der mauen Halbfinal-Serie gegen Boston im vergangenen Jahr liefern.

kicker-Tipp: 4:2 für Philadelphia

(4) Boston Celtics - (5) Indiana Pacers

Die bisherige Celtics-Saison fasste Kyrie Irving - im Grunde stellvertretend für das ganze Team - mit treffenden Worten zusammen ("A lot of Bulls***"). Der vor der Saison so hochgehandelte Rekordmeister kommt überhaupt nicht in Fahrt, funkt mit internen Kritiken (Irving!) stattdessen immer selber dazwischen. Immerhin hat ein guter Endspurt (zwei Siege im direkten Duell gegen Indiana) noch zum Heimvorteil in Runde eins gereicht.

Für die Celtics spricht die Erfahrung und die letzte Saison. Wenn es drauf ankam, dann waren Irving & Co. da, mussten sich LeBron in Spiel sieben der Conference-Finals geschlagen geben und haben sicherlich noch immer einen der talentiertesten Kader der Liga (Marcus Smart fällt vorerst aus, Gordon Hayward kommt langsam in Fahrt). Aus deutscher Sicht noch interessant: Auf wie viele Minuten kommt Daniel Theis? Auf der Gegenseite lauern die Pacers, die sich selbst nach der schlimmen Verletzung von Victor Oladipo auch ohne ihren wichtigsten Mann im oberen Bereich gehalten haben. Sie gehen aufgrund der Auswärtsschwäche (zehn Niederlagen aus den letzten zwölf Gastauftritten) als kleiner Außenseiter in eine spannende Serie.

kicker-Tipp: 4:2 für Boston

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mkr

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