Freiburg: Streich in Bremen noch ohne Niederlage

Die Höfler-Lücke und weitere Varianten

Nicolas Höfler

Muss schon wieder zuschauen: Nicolas Höfler. imago

Welche Lehren zieht Streich mit seinem Trainerteam aus dem Debakel in Mainz und wie wirken sich diese auf Taktik-, System- und Personalwahl aus? Das sind die spannenden Fragen dieser Woche. Eines steht aber jetzt schon fest: Der gerade erst nach seiner Knieverletzung zurückgekehrte Mittelfeldstratege Nicolas Höfler wird wegen seiner in Mainz kassierten fünften Gelben Karte ausfallen.

Wer ersetzt ihn im zentralen Mittelfeld vor der Abwehr? Nominell kommen Kapitän Mike Frantz, der in Mainz eine Halbzeit lang ein unglückliches Startelf-Debüt als Mittelmann der Dreierkette feierte, und eventuell schon wieder Robin Koch in Frage. Der U-21-Nationalspieler will unbedingt zur EM im Juni und wurde in Mainz in der Schlussphase erstmals wieder eingesetzt, nachdem er sich in der Woche nach dem 21. Spieltag einen Innenbandriss im Knie zugezogen hatte.

Trainersteckbrief Streich

Streich Christian

Spielersteckbrief Höfler

Höfler Nicolas

Dieses Personalpuzzle ist eng verknüpft mit der Systemfrage: Wieder auf Dreierkette im 3-4-3 setzen, welches vor der bitteren Partie in Mainz letztmals am 20. Spieltag in Stuttgart (2:2) zur Anwendung kam? Dafür spricht, dass viel Teams der flexiblen Bremer Raute mit Max Kruse an der Spitze, der oft zu den zuletzt eingesetzten Stürmern Milot Rashica und Johannes Eggestein in die vorderste Reihe stößt, hinten mit einer Dreierreihe begegnen. Wie auch der SC beim 1:1 im Hinspiel. Damals verteidigte Koch zentral zwischen dem weiterhin gesetzten Dominique Heintz und dem derzeit verletzten Manuel Gulde.

Streich zu Schwarz: "Ich komme nicht mehr hierher"

Die Alternative ist das bewährte 4-4-2, in dem wohl Frantz oder Koch neben Amir Abrashi auf der Doppelsechs auflaufen würden. Auf diese Anordnung stellte Streich beim 0:3-Rückstand in Mainz zur zweiten Halbzeit um und brachte gleichzeitig in Person von Luca Waldschmidt und Florian Niederlechner zwei frische Stürmer. So komisch es bei zwei weiteren Gegentoren klingt - das Duo belebte die Offensive und zeichnet mitverantwortlich für klare Torchancen. Beide sind Alternativen zum in Mainz 45 Minuten lang blass gebliebenen Lucas Höler.

Abseits dieser Varianten stellen sich Startelf und Kader durch die anhaltenden Personalsorgen jedoch fast von alleine auf. Dafür lesen sich die Statistiken vor dem nächsten Ligaspiel wesentlich freundlicher als vor einer Woche. In Mainz konnte Streich bisher in der Bundesliga noch nie gewinnen und sagte nach dem 0:5 zu Trainerkollege Sandro Schwarz: "Ich komme nicht mehr hierher." Mit den Reisen ins Weserstadion dürfte der 53-Jährige hingegen bessere Erinnerungen verknüpfen: Der SC verlor noch keines der fünf Gastspiele (zwei Siege, drei Remis) unter seiner Anleitung. Damit holte Freiburg mit Streich mehr Punkte als in den 13 Auftritten in Bremen unter allen anderen SC-Trainern zuvor (sieben Zähler – zwei Siege, ein Unentschieden).

Carsten Schröter-Lorenz